Monthly Archives: September 2010

Sieg im Nordderby

Gestern abend kam es zum Nordderby zwischen Werder Bremen und dem HSV. Beide Mannschaften waren vor dem Spiel nicht unbedingt mit breiter Brust ausgestattet. Bremen hatte die beiden vorherigen Spiele gegen Mainz und Hannover verloren und der HSV 3 sieglose Spiele hinter sich. Das Spiel war vom Verlauf her eher kurios. Der HSV hatte zu Beginn mehr vom Spiel, war aber nicht wirklich gefährlich, bis van Nistelrooy in der 21. den Ball am Gehäuse vorbeispitzelte. In der 25. Minute dann fälscht Demel eine Hereingabe von Marin unhaltbar zum 1:0 ab. Dem Tor vorausgegangen war ein schöner Konter über Prödl, Hunt und Pizarro, der den entscheidenden Ball auf Marin spielte. Nur dreieinhalb Minuten später schlägt Hunt einen Freistoß aus dem Halbfeld in den Hamburger Strafraum und Almeida ist zur Stelle und markiert das 2:0. Die Tore kamen aus dem Nichts. Bremen stand zwar hinten sicherer als zuletzt, doch wirlich stark waren sie bis dato nicht gewesen.

Schaaf ließ das Team mit einer Art Raute spielen. Frings vor der Abwehr und nominell Wesley und Marin auf den Halbpositionen sowie Hunt hinter den Spitzen. Im Spiel selbst rochierten alle bis auf Frings munter durcheinander, ohne jedoch wirklich Zug nach vorne entwickeln zu können. Nachdem die Mannschaft das 2:0 mit in die Kabine nahm, spielte sie in der zweiten Halbzeit viel zu verhalten. Hamburg kam besser ins Spiel, ohne jedoch allzu viele Torchancen zu bekommen. In der 59. macht van Nistelrooy das 2:1 mit der Hacke, nachdem ihm Pitroipa das Ding serviert. Nochmals dreieinhalb Minuten später macht Pitroipa das 2:2 mit einem satten Distanzschuß. Auch die Tore hatten sich nicht wirklich angedeutet. Daraufhin entwickelte sich noch ein munterer Schlagabtausch und in der 85. machte Almeida nach feinem Zuspiel von Wesley das 3:2. Am Ende ging der Puls wieder bedrohlich hoch, als Prödl sich ein-, zweimal übelst verschätzte und Merte eine Großchance von van Nistelrooy verhindern konnte.

Am Ende hat die Mannschaft wichtige drei Punkte einfahren können, ohne dabei wirklich geglänzt zu haben. Während es spielerisch immer noch an vielen Ecken haperte, zeigte das Team durchaus eine ansprechende Einstellung. Vor allem Frings, der sich unter der Woche mehrfach lauthals beschwert hatte, ließ seinen Worten auch Taten folgen und machte in meinen Augen eine sehr gute Partie. Lob gebührt auch Wesley, der im Mittelfeld viel unterwegs war und zeigte, dass er sich mehr und mehr zurecht findet. In der 42. Minute musste Fritz vom Platz und für ihn kam Bargfrede, die vakante Position des Rechtsverteidigers übernahm Wesley, der auch dort einen guten Job machte. Im Laufe des Spiels traute er sich dann auch mehr nach vorne und bereitete das 3:2 vor. Als letztes möchte ich Mertesacker hervorheben, der sich voll reinhängte und obwohl er manchmal noch etwas zörgerlich im Luftduell war, machte er eine starke Partie. Vor allem seine Rettungstat kurz vor Ende der Partie, als er sich in einen Schuß von van Nistelrooy warf, war sehr sehr wichtig.

Das Spiel gester war ein richtiger Schritt in die richtige Richtung, mehr aber nicht. Die Einstellung stimmte und das Team hat sich sichtlich bemüht. Knackpunkt war weiterhin das spielerische Element, so ging es nur selten schnell und konsequent nach vorne. Doch mit mehr Sicherheit wird auch das bald wieder kommen. Am Mittwoch muss das Team in Mailand gegen den CL-Titelverteidiger ran. Ein Spiel, in dem man sich auch viel Selbstvertrauen holen kann, wenn man es schafft, halbwegs erfolgreich abzuschneiden.

Werder läuft den eigenen Ansprüchen hinterher

Werder Bremen verlor heute Abend gegen Hannover 96, womit Bremen erneut eine Niederlage einstecken musste. Und das ausgerechnet vor dem Nordderby am kommenden Samstag gegen den HSV. Die Mannschaft dürfte nun besonders stark unter Druck stehen. Hannover 96 hingegen bleibt auch weiter in der Erfolgsspur und untermauert mit dem Sieg gegen Bremen den starken Saisonstart.

Werder kassierte bereits in der 11. Minute einen Treffer – Eigentor von Clemens Fritz.

In der 36. Minute glich Werder-Kapitän Torsten Frings per Foulelfmeter aus. Zu dem Elfmeter kam es, als Hannovers Innenverteidiger Emanuel Pogatetz den heranstürmenden Prödl im Strafraum zu Fall brachte.

In der zweiten Hälfte  drückten die Hannoveraner mächtig aufs Tempo. Dabei profitierten die Niedersachsen immer wieder durch Fehler der doch verunsichert wirkenden Bremer Mannschaft. Insbesondere der Neuzugang Mikael Silvestre auf der linken defensiven Außenbahn wirkte oft überfordert. Werder leistete sich insbesondere in der zweiten Hälfte einige haarsträubende Ballverluste im Aufbau, wodurch die 96-Offensive leichtes Spiel hatte. Am Ende hatten die Hannoveraner vier Tore erzielt und verdient mit 4:1 gewonnen.

Fazit: Werder ist dann wohl endgültig in der Krise! Wieder nicht gewonnen und schlecht gespielt: Es werden Bälle im Mittelfeld verdaddelt, Pässe kommen entweder gar nicht oder nur sehr ungenau, hinten werden Stellungsfehler begangen und von der Offensivstärke war auch nicht viel zu spüren. Sicher, die Mannschaft hat viele Ausfälle zu beklagen, aber trotzdem kann man versuchen, ein vernünftiges Spiel abzuliefern. Das heute war nix!

Einstellungssache

Also, ich habe das Spiel gestern nicht gesehen. Das nur mal vorneweg. Nach dem, was ich von dem Spiel gesehen habe, scheint es ein richtig, richtig mieser Auftritt gewesen zu sein. Wenn Tobias die Frage stellt, ob „…Werder ohne Özil, ohne Pizarro, ohne Naldo und ohne Mertesacker möglicherweise nur Bundesligadurchschnitt ist.„, frage ich mich, welche Mannschaft denn den Ausfall dreier Stützen dauerhaft wegstecken kann, ohne dass sich das qualitativ bemerkbar macht? Ich glaube, dass kann keine BuLi-Mannschaft. Selbst die Bayern warten auf Robben wie auf den Messias.

Tobias hat in obigem Artikel schon die taktischen Aspekte beleuchtet und Johan hat sich damit auch auseinandergesetzt, so dass ich nur folgendes anfügen möchte: Das Schaaf Marin wieder hinter die Spitzen stellt und ihn damit mehr oder weniger zum Spielmacher ernennt, ist bitter. Ich dachte, spätestens das Tottenham-Spiel hätte dies gezeigt und da muss sich Schaaf fragen lassen, warum er mit solchen taktischen Maßnahmen noch mehr Verunsicherung in die Mannschaft bringt.

Auf der anderen Seite kann man an die Mannschaft auch die Frage nach der Konzentration und Einstellung adressieren. Während man gegen die Bayern schnell im Spiel war und gut gespielt hat (auch wenn die Bayern noch nicht in Topform sind), hat gegen Tottenham jeglicher Biss und vor allem auch die Konzentration gefehlt. Wenn ich dann sehe, dass Silvestre im gestrigen Spiel 31 Fehlpässe raushaut, so kann das doch nicht allein an der Taktik liegen, oder bin ich da zu naiv? Genauso die individuellen Fehler vor den Gegentoren. Das kann ja nicht an Schaaf liegen, denn ich denke, er wird dem Team ja nicht ans Herz legen, die Sache locker anzugehen.

Nun ist der Fehlstart komplett mit gerade einmal 4 Punkten aus 4 Spielen. Am Dienstag geht es gegen Hannover und sowohl Trainer als auch Mannschaft können zeigen, ob sie aus den Fehlern gelernt haben. Schaaf muss der Mannschaft endlich die passende Taktik geben, und nicht die Spieler in Rollen zwingen, die sie nicht ausfüllen können. Die Mannschaft sollte mal wieder zeigen, dass sie ein Spiel auch über 90 Minuten voll konzentriert spielen kann. Und zwar auch, wenn der Gegner nicht Bayern München heißt.

Auftakt in die Champions League

Heute stieg im Weserstadion das Auftaktspiel zur Champions League gegen Tottenham Hotspur. Dabei zeigte Bremen wie schon so häufig in letzter Zeit seine zwei Gesichter. Zu Beginn setzte Schaaf auf die Raute, wobei vorne Arnautovic und Almeida spielten und Marin die Position dahinter bekleidete. Dies sollte sich jedoch als Fehler herausstellen. Arnautovic ließ sich meist nach rechts fallen, während Marin immer wieder auf die linke Seite auswich, so dass Almeida im Sturm auf sich allein gestellt war und keine Möglichkeit hatte, die Bälle auf den Sturmpartner, bzw. den aufrückenden 10er aufzulegen. So kam auch über weite Strecken der ersten Halbzeit kein vernünftiges Angriffsspiel zustande.

Auch hinten war das alles andere als erbaulich. Tottenham konnte schalten und walten, wie es wollte, vor allem Gareth Bale im rechten Mittelfeld war nicht zu halten. Beim 1:0 der Londoner kann der lange Ball auf Bale im Mittelfeld nicht verhindert werden, Fritz lässt sich überrennen und Crouch entwischt Pasanen in der Mitte. Pasanen ist es dann, der den Ball über die Linie schiebt, als er versucht, vor dem einschussbereiten Crouch zu klären. Das Gegentor in der zwölften Minute bringt die Mannschaft noch mehr aus dem Takt. In der 18. Minute sieht Fritz wieder nicht gut aus, als van der Vaart vom linken Flügel aus flanken darf und Crouch in der Mitte sich mit Leichtigkeit im Kopfballduell gegen Pasanen durchsetzen kann.

In der 37. Minute reagiert Schaaf dann und nimmt Bargfrede runter und bringt dafür Aaron Hunt. Dafür rutschte Marin auf den linken Flügel und von Raute wurde auf ein 4-2-3-1 umgestellt. In der 43. konnte Almeida eine Halbfeld-Flanke von Wesley zum leicht überraschenden 1:2 einköpfen. Nach der Halbzeit erzielte Marin in der 47. Minute das 2:2. Danach hatte Bremen noch einige Chancen und war die bessere Mannschaft. Man konnte sehen, dass die Umstellung von Schaaf Wirkung zeigte, dass sich Marin auf dem Flügel wesentlich wohler fühlt als auf der Position hinter den Spitzen, wo er mit der Spielorganisation betraut ist. Ich hoffe, dass Schaaf seine Lehren daraus gezogen hat und die „Marin als 10er“-Experimente hiermit Geschichte sind.

Am Ende bleibt ein fader Nachgeschmack im Anschluss an das Spiel. Zum einen beweist die Mannschaft wieder die viel gerühmte Moral. Auf der anderen Seite verpennt sie die ersten knapp 40 Minuten und bringt sich damit um ein besseres Ergebnis und letztlich auch um eine bessere Ausgangslage in Gruppe A. Diese Janusköpfigkeit des Teams treibt einen an den Rand des Wahnsinns und manchmal kann ich auf die Aufholjagden verzichten und würde mir auch mal ein langweiliges 1:0 angucken. Aber das bleibt wohl Wunschdenken.

Im anderen Spiel der Gruppe trennten sich Twente Enschede und Inter Mailand ebenfalls 2:2.

shadiego – Road to Champions League

shadiego ist vielleicht dem einen oder anderen ein Begriff. Wer ihn noch nicht kennt, dem sei nur soviel gesagt: der Mann macht absolut geile Videos rund um Werder Bremen. Man sollte sich mal die Zeit nehmen, sich die Videos in seinem Youtube-Kanal reinzupfeifen. Der Mann hat es drauf. Heute ist ein weiteres Video erschienen, welches sich den Playoff-Spielen gegen Sampdoria Genua annimmt. Daher genug Gerede und viel Spaß mit dem neuesten Streich von shadiego (Video lässt sich derzeit nur in der Artikelansicht sehen *sigh*):

Nord-Süd-Duell ohne Tore

Das heutige Spitzenspiel zwischen Werder Bremen und Bayern München endete nach 90 Minuten 0:0. Die Münchener kamen nur langsam ins Spiel, was Bremen fast bestraft hätte. Nach einer Flanke von Marin köpfte Prödl den Ball an den linken Pfosten, davon prallte der Ball an den Fuß von Bayern Torwart  Jörg Butt und dann an die Latte – und fiel schließlich in Butts Arme.

Am Anfang der zweiten Hälfte wechselte van Gaal Toni Kroos für Miroslav Klose ein. Damit wollte er wohl die spielerische Komponente mehr betonen. Das hätte sich auch beinahe ausgezahlt, als Kroos in einen Flankenball von Ribery rutschte, den Ball aber knapp am Tor vorbeischoss. Und nur eine Minute später scheiterte Kroos an Wiese. Werder verlegte sich in der Folge weitgehend aufs Kontern. Marko Arnautovic hätte auch beinahe die Führung erzielt, doch Butt parierte wachsam. Wenige Minuten zuvor war Ribery nach einem schönen Solo an Wiese gescheitert. Der war wie beim Weitschuss von Kroos erneut zu Stelle. Die beste Chance für Werder hatte wohl Tim Borowski, der den Ball nach Vorarbeit von Marin am Tor vorbeischob. Es blieb beim 0:0.