Sieg im Nordderby

Gestern abend kam es zum Nordderby zwischen Werder Bremen und dem HSV. Beide Mannschaften waren vor dem Spiel nicht unbedingt mit breiter Brust ausgestattet. Bremen hatte die beiden vorherigen Spiele gegen Mainz und Hannover verloren und der HSV 3 sieglose Spiele hinter sich. Das Spiel war vom Verlauf her eher kurios. Der HSV hatte zu Beginn mehr vom Spiel, war aber nicht wirklich gefährlich, bis van Nistelrooy in der 21. den Ball am Gehäuse vorbeispitzelte. In der 25. Minute dann fälscht Demel eine Hereingabe von Marin unhaltbar zum 1:0 ab. Dem Tor vorausgegangen war ein schöner Konter über Prödl, Hunt und Pizarro, der den entscheidenden Ball auf Marin spielte. Nur dreieinhalb Minuten später schlägt Hunt einen Freistoß aus dem Halbfeld in den Hamburger Strafraum und Almeida ist zur Stelle und markiert das 2:0. Die Tore kamen aus dem Nichts. Bremen stand zwar hinten sicherer als zuletzt, doch wirlich stark waren sie bis dato nicht gewesen.

Schaaf ließ das Team mit einer Art Raute spielen. Frings vor der Abwehr und nominell Wesley und Marin auf den Halbpositionen sowie Hunt hinter den Spitzen. Im Spiel selbst rochierten alle bis auf Frings munter durcheinander, ohne jedoch wirklich Zug nach vorne entwickeln zu können. Nachdem die Mannschaft das 2:0 mit in die Kabine nahm, spielte sie in der zweiten Halbzeit viel zu verhalten. Hamburg kam besser ins Spiel, ohne jedoch allzu viele Torchancen zu bekommen. In der 59. macht van Nistelrooy das 2:1 mit der Hacke, nachdem ihm Pitroipa das Ding serviert. Nochmals dreieinhalb Minuten später macht Pitroipa das 2:2 mit einem satten Distanzschuß. Auch die Tore hatten sich nicht wirklich angedeutet. Daraufhin entwickelte sich noch ein munterer Schlagabtausch und in der 85. machte Almeida nach feinem Zuspiel von Wesley das 3:2. Am Ende ging der Puls wieder bedrohlich hoch, als Prödl sich ein-, zweimal übelst verschätzte und Merte eine Großchance von van Nistelrooy verhindern konnte.

Am Ende hat die Mannschaft wichtige drei Punkte einfahren können, ohne dabei wirklich geglänzt zu haben. Während es spielerisch immer noch an vielen Ecken haperte, zeigte das Team durchaus eine ansprechende Einstellung. Vor allem Frings, der sich unter der Woche mehrfach lauthals beschwert hatte, ließ seinen Worten auch Taten folgen und machte in meinen Augen eine sehr gute Partie. Lob gebührt auch Wesley, der im Mittelfeld viel unterwegs war und zeigte, dass er sich mehr und mehr zurecht findet. In der 42. Minute musste Fritz vom Platz und für ihn kam Bargfrede, die vakante Position des Rechtsverteidigers übernahm Wesley, der auch dort einen guten Job machte. Im Laufe des Spiels traute er sich dann auch mehr nach vorne und bereitete das 3:2 vor. Als letztes möchte ich Mertesacker hervorheben, der sich voll reinhängte und obwohl er manchmal noch etwas zörgerlich im Luftduell war, machte er eine starke Partie. Vor allem seine Rettungstat kurz vor Ende der Partie, als er sich in einen Schuß von van Nistelrooy warf, war sehr sehr wichtig.

Das Spiel gester war ein richtiger Schritt in die richtige Richtung, mehr aber nicht. Die Einstellung stimmte und das Team hat sich sichtlich bemüht. Knackpunkt war weiterhin das spielerische Element, so ging es nur selten schnell und konsequent nach vorne. Doch mit mehr Sicherheit wird auch das bald wieder kommen. Am Mittwoch muss das Team in Mailand gegen den CL-Titelverteidiger ran. Ein Spiel, in dem man sich auch viel Selbstvertrauen holen kann, wenn man es schafft, halbwegs erfolgreich abzuschneiden.

3 comments

  1. Kata

    Ja, einmal Hölle und wieder zurück! Das ist mein Werder 🙂
    Da stehste in der OK himmelhochjauchzend, um im nächsten Augenblick im freien Fall abzustürzen und dann via Bungeeseil wieder nach oben geschleudert wirst.
    Ich glaube, den Bremer Freimarkt kann man sich sparen. Den Nervenkitzel holt man sich allemal bei Werder.

    Es lief noch nicht alles rund gestern … aber dank vieler Einzelaktionen konnte Werder sich aus der Lethargie befreien, was auch unheimlich wichtig war. Hamburg als Aufbaugegner für Inter.
    Und ich meine mal, hätte Wesley weiter im MF gespielt, wäre es wahrscheinlich nicht zu den beiden Gegentoren gekommen. Ein Allrounder der noch mit folgenden Worten von TS ins WE verabschiedet wurde:
    „Leider hat er zu kleine Hände, sonst könnte ich ihn auch als Torwart gebrauchen“

    Edit:
    – Auch wenn es Hamburger Fans waren, aber von hier aus, Gute Besserung an alle Verletzten, die aufgrund der MassenPanik im HSV-Block zu Schaden kamen.

    – Armin Veh: Ich glaube, der hat sich gestern selbst demontiert, nachdem er Trochowski öffentlich verbal anging. Aber sowas macht man wohl eben nur als ‚Hamburger‘

    26. September 2010 bei 18:56 Antworten

  2. Stephen

    Ob Wesley die Gegentore verhindert hätte, glaube ich nicht, da beiden Buden keine großen Fehler vorausgegangen waren, wie auch Johan in seinem Blog bemerkt hatte. Ist halt die individuelle Klasse, die der HSV durchaus besitzt. Aber es war ein gutes Spiel von ihm. Ich hoffe nur, dass er nicht Opfer seiner eigenen Vielseitigkeit wird und immer irgendwo reingeworfen wird.

    Inter könnte auch ein Aufbaugegner sein. Ist ein Spiel, wo Werder krasser Außenseiter ist und viel Raum für eine positive Überraschung vorhanden ist. Hoffen wir mal, dass dem dann auch so ist am Mittwoch.

    Von Veh halte ich sowieso nicht viel. Mit dem Meistertitel 2007 in Stuttgart hat er seinen Zenit aus meiner Sich erreicht. Danach hat man ihn in der darauffolgenden Saison rausgeworfen, weil das Team katastrophal gespielt hat. In Wolfsburg hat er trotz eines zum Meisterjahr kaum veränderten Kaders kein Bein auf den Boden bekommen. Und beim HSV wird er den 34. Spieltag nicht als Trainer erleben. Ist meine Meinung. 🙂

    26. September 2010 bei 22:54 Antworten

  3. Kata

    Tja, Hoffmann war aber fest davon überzeugt, „die Sache mit dem VEHnchen“ machen zu müssen … :)))
    Die Einwechslung von Burgfried war nicht soooo optimal … denke, dass uns das eher geschwächt hat.
    Und gegen Inter müssen wir einfach die Konzentration, aber auch Geduld haben und dürfen nicht wieder in den ersten 25 min durch Schlafmützigkeit glänzen.

    26. September 2010 bei 23:09 Antworten

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