Monthly Archives: November 2010

Werder: 3 – Pauli: 0

Der vierfache Almeida

Das Spiel gegen die Kiezkicker endete endlich mal wieder mit einem Sieg und drei Punkten für die Grün-Weißen. Dabei brachte Almeida Werder schon in der ersten Minute auf die Siegerstraße. Der Portugiese legte in der 20. und der 63. sogar nochmal nach. Dabei zeigte er bei den beiden ersten Toren im 1 gegen 1 mit Paulis Keeper endlich mal die nötige Coolness, die mir oft bei ihm fehlt. Gerade das 2:0 war schon richtig gut von ihm gemacht. Nach einem Sprint von Strafraum zu Strafraum behält Hugo die Nerven und schlenzt den Ball cool ins lange Eck. Genau das hat mir bei Almeida immer gefehlt auf dem Weg zum Klassestürmer. Leider hat Almeida in der 80. Minute noch dafür gesorgt, dass wir die nächsten drei Bundesligaspiele auf ihn verzichten müssen. Auf Höhe der Mittellinie kam es zu einem Zweikampf mit Paulis Zambrano und da sich Hugo zu sehr provoziert fühlte, langte er noch mal hin. Das sich Zambrano das Gesicht hält, obwohl er im Nacken getroffen wurde, gehört wohl zu den normalen Dingen im modernen Fußball. Das ändert jedoch nix an der berechtigten roten Karte. Damit erweist Hugo der Mannschaft angesichts der angespannten Personallage einen Bärendienst vor den beiden Auswärtsspielen in Wolfsburg und Dortmund.

Nicht alles Gold, was glänzt

Das deutliche Ergebnis täuscht über einiges hinweg. Schon in der ersten Halbzeit hatte das Team es vor allem Tim Wiese zu verdanken, dass man mit einem 2:o und nicht mit einem 2:2 in die Pause ging. Immer wieder kam Pauli zu Chancen und auch die komfortable Führung brachte keine wirkliche Sicherheit ins Spiel der Bremer. Darüber hinaus war Pauli auch ein dankbarer Aufbaugegner: selbst spielerisch arg limitiert und immer wieder mit großen Lücken in der Abwehr, die es auch der zahnlosen Offensive der Bremer ermöglichte, sich Torchancen zu erarbeiten. Von Fortschritt zu sprechen wäre vermessen, zumal wir schonmal gedacht hatten, die Mannschaft hätte sich gefangen, bevor sie sich die nächste Packung abholte. Das nächste Spiel wird zeigen, ob es sich bei dem Sieg gegen die Hamburger um mehr als nur ein kurzes Strohfeuer handelt.

Die Causa Hunt

Kommen wir noch kurz zu Aaron Hunt. Am Sonntag schlug ihm spätestens bei der Auswechslung der Hass der eigenen Anhänger entgegen. Trotz einer 3:0-Führung und kurz vor Ende des Spiels wurde Hunt nach allen Regeln der Kunst ausgepfiffen, als er das Spielfeld verlässt. Und dafür fehlt mir ehrlich gesagt das Verständnis. Natürlich müssen sich Spieler Kritik gefallen lassen und Hunt habe ich bspw. nach dem Schalke-Spiel auch für seine körperlose Zweikampfführung kritisiert oder auch Silvestre an anderer Stelle. Und es ist auch richtig, dass Hunt nicht wirklich das zeigt, was wir alle von ihm erhofft haben. Doch diese Kritik sollte nach dem Spiel stattfinden und nicht währenddessen. Die Mannschaft befindet sich in einer schwierigen Situation und ich würde denken, dass die Fans das Team als Ganzes über 90 Minuten hinweg unterstützt. Aber dem ist nicht so. Und obwohl Teile der Fans Ihre eigenen Spieler verbal in der Luft zerreißen, ist man dann erstaunlich dünnhäutig, wenn man es wagt, die Fans selbst für ihr Verhalten kritisch zu hinterfragen. Dabei fungiert Hunt meiner Meinung nach nur als Sündenbock, denn gegen Pauli war er nicht der Schlechteste auf dem Platz. Da Borowski nicht mehr so recht als Blitzableiter taugt, pickt man sich also den nächsten raus, den man dann auch völlig unabhängig von seiner wirklichen Leistung niedermacht. Dabei wird ihm gerne vorgeworfen, er würde „andauernd“ behaupten, Özil ersetzen zu können. Dabei kann ich solche Aussagen gar nicht finden. Dass die Vereinsführung vorgesehen hat, dass Hunt im Verbund mit anderen den Verlust von Mesut würde auffangen können, kann man ihm ja kaum zum Vorwurf machen. Vielleicht ist ja jemand mal so freundlich, mir eine entsprechende Quelle zu nennen.

Sieg mit Wermutstropfen

Huga Almeida beendet die Negativserie von Werder mit einem Dreierpack gegen den Aufsteiger FC St. Pauli. Damit beschert er der Mannschaft von Thomas Schaaf den ersten Sieg seit acht Spielen. Leider leistete sich Almeida eine Tätlichkeit und sah Rot.

Ich bin ja jetzt echt erleichtert. Eine erneute Niederlage hätte echt böse Folgen haben können. Aber jetzt hat Werder ein vernünftiges Polster auf die Abstiegsränge. Nur die unnötige rote Karte von Almeida ist ja  wieder…

AUS UND VORBEI

Werder hat gestern in der Champions League bei Tottenham Hotspur klar verloren. Und das war, wenn man ehrlich ist, auch nicht anders zu erwarten gewesen. Damit ist es in der Champions League vorbei – und mit der Europa-League auch.

Bremen war mit einer Notelf in London angetreten – und hatte keine Chance. Teilweise wurde die Mannschaft sogar vorgeführt. Das erste Gegentor gab es bereits nach sechs Minuten. Kurz vor dem Halbzeitpfiff erhöhte Tottenham dann auf 0:2. Angreifer Peter Crouch erzielte dann in der 79. Minute noch das 0:3 und aus die Maus für Werder.

Die Leistung und das Ergebnis passen ins Bild der letzten Wochen. Die Abwehr ist teilweise nicht existent und nach vorne gelingt wenig bis nichts. Das wird jetzt wirklich beängstigend wie ich finde. Null Tore aber 15 Gegentreffer ist die Bilanz von Werder Bremen aus den vergangenen fünf Spielen. Die Mannschaft muss jetzt alles daran setzen, die restlichen Spiele der Hinrunde in der Bundesliga einigermaßen vernünftig über die Bühne zu bringen und sich dann für die Rückrunde neu aufstellen und motivieren.

London calling

Das Spiel gegen Tottenham endete mit 0:3 und damit ebenso enttäuschend wie die letzten Pflichtspiele. Zudem hat man sich nun endgültig aus allen europäischen Wettbewerben verabschiedet, da man auch nicht mehr auf Platz 3 und damit in die Europa League kommen kann. Natürlich konnte man bei der Latte an Verletzten (Pizarro, Arno, Hugo, Wesley, Silvestre, Naldo) und der Sperre vom Lutscher jetzt nicht sooo viel erwarten. Es ging nur darum, kleine Schritte in die richtige Richtung zu machen und dies ist zum Teil auch gelungen. So zeigten einige wieder mehr Einsatz als zuletzt, wie z.B. Marin oder Hunt. Und das ist auch schon die Crux an der Sache, dass man schon so sehr nach Anzeichen der Besserung sucht, dass man es schon als Erfolg wertet, wenn ein Marko Marin mal einen Sprint nach hinten hinlegt, um seinen Gegenspieler ein bißchen unter Druck zu setzen.

Die Gegentore wurden alle über außen vorbereitet und immer wieder hatten dann Tottenhams Spieler viel zu viel Platz im Bremer Strafraum. Vor allem Merte konnte sich nicht einmal entscheidend gegen Crouch durchsetzen, was ich schon auch bezeichnend finde, da Crouchie ja nicht viel größer ist. Dominik Schmidt wurde als Lichtblick gefeiert, aber so toll fand ich seinen Auftritt jetzt nicht. Er war solide, aber für den Tunnel, den er vor dem 0:3 von „One-Trick-Pony“ Aron Lennon kassiert, hätten wir Boenisch oder Co. hochkant gelyncht. Und da er nach dem Bauerntrick auch erstmal staunend zuguckt, ist das jetzt keine Sache, die ich nur auf mangelnde Erfahrung zurückführen möchte. Aber ich will hier auch gar nicht den Stab über die jungen Spieler aus der zweiten Mannschaft brechen.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel und da sich aus den 90 Minuten gegen Tottenham nicht viel mitnehmen lässt, richten sich die Blicke schonmal auf den nächsten Bundesliga-Auftritt gegen St. Pauli. Hier müssen wieder Punkte her und vor allem auch mal wieder Tore. Hoffen wir, dass sich das Lazarett bis dahin wieder ein bißchen lichtet.

Dinge, die ich nicht mehr hören kann

Die Zeiten sind trübe in Bremen und momentan ist guter Rat teuer und so wird munter diskutiert. Klar ist, dass keiner DIE Lösung hat und in der Regel finde ich die Diskussionen auch äußerst anregend und konstruktiv. Dennoch eine unvollständige Liste von Dingen, die ich in dieser Diskussion nicht mehr lesen kann (nicht nach Prioritäten geordnet):

1. „Wenn Spieler XY in Bremen geblieben wäre, wäre alles besser“

Zuletzt konnte man am Wochenende diesen Spruch bei einigen lesen, als Christian Schulz für Hannover traf. Oder wenn Diego ein Tor macht oder Özil für Real zaubert. Dabei teilt sich das immer in zwei Kategorien: auf der einen Seite die Spieler, die wirklich einen herben Verlust für die Mannschaft dargestellt haben. Auf der anderen Seite sind die Spieler, die im nachhinein komplett verklärt werden und dem Team null weiterhelfen würden. In der Regel gab es ja immer gute Gründe, warum die Spieler gegangen sind. Schulz war ein solider Linksverteidiger, doch wenn ich mich recht entsinne, sah er sich lieber im defensiven Mittelfeld und da war dann schon alles voll. Daher ist er nach Hannover gegangen. Özil oder Diego mussten gehen, weil sie einfach nicht gehalten werden konnten. Und ein Womé ist so ein Depp, dass er auch in Köln kein Bein auf den Boden bekommen hat. Daher sollten wir nicht ehemaligen Spielern hinterhertrauern. Obwohl, Ailton und Micoud hätte ich gerne wieder. Und Bratseth. Und Völler. Und überhaupt.

2. „Wenn wir Spieler XY geholt hätten, stünden wir besser da“

Neben den Spielern, die nicht mehr in Bremen sind, gibt es dann die Spieler, die nie nach Bremen gekommen sind. Hier gilt immer das Motto: „Die Wiese vom Nachbarn ist immer grüner.“ Gott, wo hat Klaus Allofs nicht alles gepennt: Barrios, Kagawa, Kjaer, Hleb, Dzeko, Grafite, Subotic, Hummels, Huntelaar, Raul, van Nistelrooy, Sahin, Riise, Westermann, Timostschuk, die Liste lässt sich beliebig verlängern. Normalerweise kocht die Diskussion immer nur im Sommer und Winter zu den jeweiligen Transferperioden hoch, doch auch jetzt bietet sich reichlich Gelegenheit, nicht realisierten Transfers nachzuweinen. Dabei kann der Kader nur eine Summe X an Spielern fassen und wenn jeder Spieler, der geradeaus laufen kann, in Bremen landet, können wir gleich 100 Mannschaften aufmachen. Zudem wissen wir doch gar nicht, mit wem wurde wirklich verhandelt und wer wäre überhaupt zu einem Wechsel bereit gewesen. Und bei vielen Beurteilungen hat man ja den Vorteil, dass man den betreffenden Spieler immer im Rückblick beurteilt. Nachdem er also bewiesen hat, dass er es kann. Diese Gnade wird den sportlich Verantwortlichen in der Regel nicht zuteil.

Ja, es gibt Baustellen im Kader und es gibt auch Versäumnisse im Team, doch im Moment haben wir nur diese Mannschaft und der Ruf nach Ex-Spielern und nicht verpflichteten Spielern hilft da auch nicht weiter.

3. „Dann sollen halt U23-Spieler ran“

Häufiger wird auch der Ruf nach Spielern aus der U23 laut. Letzter Platz in der dritten Liga, die wenigsten geschossenen Tore und die zweitmieseste Abwehr. Das soll nicht heißen, dass Thy, Kroos und Co. so gar nix auf der Pfanne hätten, doch so wirklich Bäume reißen sie ja auch nicht aus. Oft wird die Forderung nach jungen Spielern damit unterstrichen, dass man ja frisches Blut braucht. Doch wenn man sich den Kader der ersten Mannschaft mal anschaut, ist es ja nicht gerade so, dass hier nur Altherren-Kicker rumrennen. Marin, Wesley, Bargfrede, Arnautovic, Prödl sind gerade mal Anfang zwanzig und teilweise jetzt auch noch nicht so lange dabei, dass sie schon Inventar sind. Dieses „frisches Blut“-Argument zieht daher nur teilweise.

Auch gerne an dieser Stelle heißt es, dass die eigenen Nachwuchsleute keine Chance bei Schaaf hätten. Ich denke eher, dass es mit der Qualität der Spieler zu tun hat. Bargfrede hat doch bewiesen, dass junge Spieler bei entsprechenden Leistungen durchaus in der Bundesliga ihre Chancen bekommen. Zudem wird noch in jeder Transferperiode nach immer größeren Namen geschrieen. Im letzten Sommer gab es doch genug, die gerne Diego für viel Geld und Gehalt geholt hätten. Auf einmal sind es die eigenen Talente, welche die Rettung bringen sollen. Unberührt davon sind die offensichtlichen Defizite, die konzeptionell im Nachwuchsbereich durchaus da sind. Nur die lassen sich über Nacht nicht lösen.

4. „Oh mein Gott, wir werden absteigen!“

Natürlich gibt die derzeitige sportliche Lage und die letzten Spiele nicht viel Anlass zu Optimismus. Aber dieses ganze „Nächste Saison sind wir montags wenigstens wieder auf DSF im Free-TV“ oder „Na, da haben wir wenigstens das schönste Stadion der zweiten Liga“ geht mir echt auf den Puffer. Hat mal einer geguckt, wie dicht beieinander alles ist. Ja, nur vier Punkte bis zum Relegationsplatz, aber auch nur sechs bis zum fünften. Natürlich müssen wir uns im Moment nicht mit den Europapokalplätzen beschäftigen, aber wir haben eben auch noch 21 Spieltage vor uns. Wären es nur noch fünf Spieltage und vier Punkte zu einem möglichen Abstiegsplatz, würde ich auch leicht nervös werden. Bis dahin bewahren wir einfach ein kleines bißchen die Ruhe.

5. „Hoffentlich verlieren die 0:10, dann sehen alle, dass ich recht hatte“

In der Krise kommen auch immer mehr Leute zum Vorschein, die genau diese Situation schon seit längerem vorhergesehen haben. Eigentlich schon seit Schaafs Amtsantritt, wenn man es genau nimmt. Und nun endlich werden sie bestätigt. Komisch, gesehen und gehört hat man sonst gar nix. Am besten finde ich dann Sätze wie: „0:4 gegen Schalke? Noch viel zu wenig! Die hätten 0:10 verlieren müssen, damit alle endlich sehen, was ich schon lange sehe!“. Ganz großes Kino, quasi gegen das eigene Team sein, um recht zu behalten. Hauptsache, das eigene Ego punktet. Damit meine ich explizit nicht bspw. Blogger-Kollege Johann, der auch letzte Saison immer mal wieder aufvorhandene  Defizite hingewiesen hat, sondern die ganzen Besserwisser, die auf einmal von überall herkommen.

So, das musste mal raus. Und nun reden wir uns weiter die Köpfe heiß.

Speechless

Kaum war das zarte Pflänzchen Hoffnung nach dem Spiel gegen Frankfurt ein wenig ergrünt, da stampft die Realität mit schweren Stiefeln alles platt. 0:4 gegen Schalke, die ebenfalls nicht auf der Sonnenseite der Tabelle wohnen. Doch Bremen erweist sich – wie schon beim Spiel gegen Stuttgart – als gern gesehener Aufbaugegner. Der Frust ist groß und guter Rat ist teuer. Der Chor derer, welche die Absetzung von Schaaf fordern und Allfos noch gleich dazu, wird stündlich größer. Dabei darf man bei aller berechtigten Kritik an den beiden auch nicht übersehen, dass weder die Einkaufspolitik noch die taktischen Vorgaben von der Bank etwas damit zu tun haben, dass sich eine Mannschaft innerhalb von zwei Wochen so abschlachten lässt. Da müssen sich auch die Spieler mal deutlich an die eigene Nase fassen. Im worum hieß es, der Ruf nach Konsequenzen für die Spieler (Suspendierungen und Co.) wäre populistisches Gefasel. Stimmt, ist es wohl auch, aber ist der Ruf nach des Trainers Kopf weniger populistisch? Ist es so populistisch, von Profis zu erwarten, wenigstens den grundlegenden Dinge ihres Berufes nachzugehen? Ist eine Trainerentlassung nicht ein nettes Alibi für die Spieler? „Ich würde ja gerne besser spielen, aber ich mag den Mann an der Seitenlinie mit seiner brummigen Art nicht“.

„Der Discokönig“

Sicher, es ist naiv, das Lied von den hochbezahlten Profis zu singen, die keine Leistung bringen. Aber worin liegt die Kunst des „Trainer raus“-Kanons? Nehmen wir uns einmal drei Spieler von gestern raus. Fangen wir mit Aaron Hunt an. Ich habe lange zu Hunt gehalten und immer gehofft, er würde irgendwann den Schritt weiter nach vorne machen. Letzte Saison machte in dieser Hinsicht wieder ein bißchen Hoffnung und er zeigte einige ansprechende Spiele. Doch diese Spielzeit steht er vermehrt im Fokus und es scheint, er würde unter dem Druck zusammenfallen wie ein mißglücktes Soufflé. Gestern „glänzte“ er mit dem Zweikampfverhalten, für das sich eine Slalomstange schämen würde. Bezeichnend die Szene beim 0:2, wo er seelenruhig zuschaut, wie Raùl zum Abpraller sprintet und diesen reinschiebt. Hunt stand in dem Moment ja nur ein paar Meter dichter am Tor, was soll man da schon machen?

Der Strassenfußballer“

Marko Marin ist auch ein Spieler, der weit hinter seinen Erwartungen zurückbleibt. Ja, Schaaf hat am Anfang ein paar Spiele lang versucht, aus dem guten Dribbelkönig einen 10er zu machen. Vielleicht hat er zu lange probiert, Marko in eine Rolle zu drängen, die er offensichtlich nicht mag, aber mittlerweile spielt Marin entweder klassisch auf außen oder als zweiter Stürmer, der um einen zentralen Mittelstürmer wirbelt (was er letzte Saison häufig mit Pizarro praktizieren durfte). Zusammen mit Hunt sollte Marin wohl den Weggang von Özil einigermaßen kompensieren, doch leider macht Marko eher drei Schritte zurück als einen nach vorne. Er trifft oft genau die falsche Entscheidung: er passt, wenn er schießen könnte und umgekehrt. Zudem fällt es ihm schwer, Gegner im Dribbling zu bezwingen bzw. Gegner auf sich zu ziehen, um dann den Ball abzulegen. Mittlerweile wird ihm auch in der Nationalmannschaft der Rang von einigen Spielern abgelaufen, die in letzter Zeit auf sich aufmerksam gemacht haben.

„Der Anker“

Zu guter Letzt kommen wir zu Per Mertesacker. Laut kicker immernoch DER Innenverteidiger der Liga und der Nationalmannschaft. Von einem Spieler mit seiner Erfahrung und seinem Standing würde ich mir wünschen, dass er der ruhende Pol der Mannschaft ist. Doch leider schafft auch Merte es nicht, zum einen die Abwehr einigermaßen zu ordnen und zum anderen fällt er selber durch eklatante Fehler auf. So legt er gestern Raùl das 0:3 mustergültig auf und schon in der ersten Hälfte stand er fünf Meter neben Huntelaar, als diesem eine Flanke genau serviert wurde. Ich würde meinen, dass man einem Merte nicht extra erklären muss, wie torgefährlich der olle Holländer ist.

Vorerst scheint es, als würde Schaaf weiter im Amt bleiben, so hat es zumindest heute Allofs verkündet. Ich weiß nicht, wie es weitergehen wird und ein Patentrezept für die jetzige Situation habe ich auch nicht parat. Vielleicht schmeißt Schaaf auch im Winter von selbst die Brocken hin, weil er sich das nicht mehr geben will. Ich würde es verstehen. Den eine Unterstützung von seiten der Mannschaft sieht einfach anders aus. Wichtig ist, dass man auch mal im Umfeld sich mit Ansagen mal zurückhält. Vor dem Spiel auf Schalke machte Allofs Aussage die Runde, man solle mal eine Serie starten und am besten 15 Punkte aus den verbleibenden 5 Spielen holen. Dabei sollte man doch gelernt haben, dass solche Aussagen immer wieder als Bumerang zurückkommen. Wie oft hatte man in den vergangenen Jahren verkündet, man wolle Platz X erreichen oder Meister werden? Und noch jedesmal quittierte die Mannschaft diese Sprüche mit konsequenter Nichtleistung. Jetzt heißt es, Klappe halten und Leistung bringen. Nicht mehr und nicht weniger.