Faraway, so close

Ein Punkt ist sicherlich besser als kein Punkt, doch nach dem gestrigen Spiel in Wolfsburg bleibt doch ein fader Beigeschmack. In einem Spiel, das auf sehr schwachem Niveau stattfand, hatten Frings (vom 11er-Punkt), Arnautovic (frei vor Benaglio) und Hunt (kurz vor Ende) die großen Chancen, das Spiel zugunsten der Bremer zu entscheiden.

Diego, Diego, Diego…

Das Spiel war nicht das Aufeinandertreffen der „Enttäuschten“, sondern auch das erste Spiel von Diego gegen seinen Ex-Club. Das merkte man Sky-Kommentator Michael Born auch an: jedesmal, wenn der kleine Brasilianer am Ball war, konnte man förmlich hören, wie Born ins Mikro sabberte. Dabei spielte Diego die ersten knapp 30 Minuten sehr auffällig und war offensichtlich darauf aus, es gegen seine Ex-Kollegen allen zu beweisen. Und Born wartete nur auf den alles entscheidenden Satz: „Ausgerechnet Diego!“. Doch nach ca. 30 Minuten passte sich Diego dem allgemeinen Niveau des Spiels an und verschwand zunehmend in der Versenkung.

Während Bremen offensichtlich in der ersten Halbzeit darauf aus war, nicht allzu viel zuzulassen und tief gestaffelt auf Konter zu warten, lief bei Wolfsburg fast alles über Diego. Als er abtauchte, ging auch beim VW Betriebssportverein nicht mehr viel nach vorne. Wunderstürmer Dzeko sah im gesamten Spiel keinen Stich und wurde von Mertesacker über weite Strecken abgemeldet. Nach vorne zeigten sich im Bremer Spiel die alten Probleme. Zwar gab es einige viel versprechende Kontersituationen, doch dann fehlte es am letzten Pass oder an der passenden Anspielstation. Dabei muss ich sagen, dass mir vor allem Hunt gestern gefallen hat. Er hatte gute Aktionen und harmonierte gut mit Arnautovic, der vorne alleine seine Kreise zog.

Elfer-Drama

In der zweiten Halbzeit versuchten die Bremer das Heft etwas mehr in die Hand zu nehmen, doch wirkliche Chancen sprangen dabei nicht heraus. Ein Problem war die Tatsache, dass Arnautovic sich immer wieder auf die Flügel fallen ließ, dann aber die Abnehmer für seine Hereingaben fehlten. In der 74. war Wolfsburgs Josué so freundlich, Bargfrede im Strafraum der Golfsburger zu legen und der (für meine Begriffe schwache) Schiri Aytekin gab Strafstoß. Frings nimmt sich den Ball, läuft an und vergibt. Nach dem Spiel meinte Frings, er wollte ihn die Mitte schießen, habe aber den Ball nicht richtig getroffen, so dass Benaglio ihn mit Glück halten konnte. Nur drei Minuten später segelt ein hoher Ball in den Bremer Strafraum, Prödl nimmt den Arm im Zweikampf gegen Mandzukic ein bißchen zu hoch und Mandzukic bricht zusammen, als hätte ihn einer der Klitschkos getroffen. Aytekin zeigt wieder auf den Punkt und Dzeko tritt an, um den Ball über das Tor zu befördern. Wahrscheinlich auch ein Novum, dass zwei so kurz hintereinander gegebene Elfer verschossen wurden.

In der Schlussphase hatten Arnautovic und Hunt die oben angesprochenen Chancen, den Dreier doch noch einzufahren. Letztlich blieb es bei der Punkteteilung. Bremen ist nun zwei Spiele in Folge ungeschlagen und das ist doch schonmal etwas. Nun noch die Partie gegen Dortmund überstehen und sich in die Winterpause zu retten, wo dann hoffentlich die Verletzten wieder ins Team zurückkehren und man die Möglichkeit hat, weiter an den vielen Schwachstellen zu arbeiten. Vor allem das Spiel nach vorne hat sehr viel Sand im Getriebe. Hunt muss konstanter werden, Arnautovic die dicken Gelegenheiten auch mal nutzen und Marin sich wieder häufiger im 1:1 durchsetzen. Hoffen wir mal, dass Pizarros Knochen in der Rückrunde länger halten und dann ist da javielleicht auch noch Hugo „Ich schwimm nach Madrid“ Almeida, unser bisher bester Torjäger.

2 comments

  1. Jean

    Hi wo ist der Facebook Gefaellt mir Button? 🙂

    6. Dezember 2010 bei 01:34 Antworten

  2. Stephen

    Oooops! Da ist mir doch glatt noch das letzte Heimspiel gegen Lautern durchgerutscht. Sorry! Also, lautet die Parole: das Spiel gegen Dortmund überstehen und 3 Punkte vorm Weihnachtsfest gegen dei Lauterer holen. ^^

    6. Dezember 2010 bei 11:03 Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit \"*\" markiert