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Gestern endete die Transferphase. Die Endphase war nochmal richtig spannend: Schalke und Wolfsburg versuchten, alles zu kaufen, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Der Deal von Maxim Choupo-Moting  zwischen Hamburg und Köln scheiterte an einem defekten Faxgerät. Auf der Insel Liverpool erst Andy Carroll für aberwitzige 41 Millionen Euro, um anschließend Fernando Torres Richtung Chelsea ziehen zu lassen. Im Gegensatz dazu blieb es an der Weser erstaunlich ruhig. Dabei hat man drei Baustellen im Kader bearbeitet. Mit Denni Avdic holte man Ersatz für den abgewanderten Hugo Almeida, Predrag Stevanovic spielt nominell im offensiven Mittelfeld und unser letzter „Neuer“ kann sowohl in der Innenverteidigung als auch als Linksverteidiger auflaufen.

Dabei sind alle drei eher Optionen auf die Zukunft, als sofortige Impulsgeber. Avdic konnte bisher noch kaum überzeugen, was wohl auch der Tatsache geschuldet ist, dass er erstmal die körperlichen Defizite aufholen muss, die das frühe Ende der schwedischen Saison so mit sich brachte. Stevanovic kommt aus der zweiten Mannschaft von Schalke und mit 19 kann man da auch jetzt auch nicht von ihm erwarten, die Probleme im Bremer Spielaufbau im Vorbeigehen zu lösen.  Samuels voller Name Samuel Firmino de Jesus verspricht einiges, doch zuletzt war der 24-jährige Defensivmann arbeitslos und so wird er auch sicherlich Zeit brauchen, um sich in Bremen einzuleben. Das heißt nicht, dass es sich hier um drei Flops handelt, doch sind es Investitionen, deren Rendite noch auf sich warten lässt. Damit wird man erstmal mit dem vorhandenen Spielermaterial in die verbliebenen 14 Spiele gehen.

Allofs hatte während der Winterpause immer wieder an der einen oder anderen Stelle verlautbaren lassen, dass sich der derzeitige Kader ohne internationalen Wettbewerb nicht finanzieren ließe. Dies war ja schon immer offensichtlich, wenn man sich die Rahmenbedingungen in Bremen anschaut, doch war ich immer davon ausgegangen, dass man zumindest eine oder zwei Saisons überbrücken könnte, ohne dass man gleich umbauen muss. Doch wenn man trotz der prekären sportlichen Lage und den durchaus vorhandenen Baustellen im Kader so zögerlich agiert, scheint der finanzielle Spielraum doch noch enger zu sein, als ich gemutmaßt hatte. Man kann gespannt sein, was im Sommer passiert. Mit Jensen und Pasanen scheint man nicht mehr zu planen, hinzu kommt das mögliche Karriereende vom Lutscher. Auch Mertesacker wird immer wieder mit einem Abgang im Sommer in Verbindung gebracht. Ein Umbruch im Kader wird wohl die Konsequenz sein und ist aufgrund der Leistungen in dieser Saison auch nötig. Daneben bleibt dann noch die Frage, was im Bereich der sportlichen Führung, sprich: Trainer und Manager passiert. Frei von Kritik sind beide schon lange nicht mehr.

3 comments

  1. borttronic

    Ich denke schon, dass der Kader auch ohne internationales Geschäft finanzierbar wäre. Zumindest mit den Stützen. Aber über die Jahre haben sich auch einige teure Ergänzungsspieler angesammelt, die man natürlich ohne internationales Geschäft gerne aussortieren kann. Ich denke, gerade Vranjes, Jensen und Pasanen verdienen nicht verkehrt – und da finde ich es sinnvoll und logisch, diese zu ersetzen. Und genau so sehe ich die Neuverpflichtungen: Samuel ersetzt Pasanen, Stevanovic ersetzt Jensen. Vranjes ist ja eh auf dem Abstellgleis.

    Dass Mertesacker den Verein verlässt, halte ich für sehr wahrscheinlich und Frings würde ich mittlerweile auch so sehen, dass er nicht verlängert (wird). Den kann sich Werder wohl wirklich nur leisten, wenn man international vertreten ist.

    Ein Umbruch muss und wird kommen, da bin ich mir vollkommen sicher. Denn ganz ehrlich halte ich auch einen Wiese für ersetzbar (hier kann man nicht nur verdammt viel Geld sparen, ich halte Mielitz auch für den perspektivisch besseren Torhüter), einen Hunt und einen Borowski sowieso. Alleine Boro und Hunt verdienen wahrscheinlich genug, dass man sich einen guten (und zwar einen richtig guten) offensiven Mittelfeldspieler gönnen kann und wahrscheinlich noch was über hat.

    2. Februar 2011 bei 09:57 Antworten

  2. Stephen

    Naja, Frings würde ja wenn, dann eh nur zu deutlich geringeren Bezügen bleiben. Glaube nicht, dass Allofs ihm weiter sein fürstliches Gehalt zahlen würde. So, wie ich das verstanden habe, wäre Frings das wohl auch klar.

    Ansonsten hat Allofs bei Bild noch folgende Äußerungen getätigt: „Wir haben die Vorgabe, das Budget zu verkleinern.“ und „Wer in der Königsklasse spielt und investiert, hat keine Rücklagen mehr.“. Ich habe die im Artikel außen vor gelassen, doch wenn diese stimmen, sieht das doch ein bißchen angespannter aus als gedacht. Klar setzt der Verkauf von Spielern da noch einiges an Geld frei, doch man wird ja wirkliche Klassespieler mit Geld und Perspektive locken müssen. Und bei beiden bin ich mir nicht so sicher, ob der Verein dies in der nächsten Saison so bieten wird können.

    2. Februar 2011 bei 10:46 Antworten

  3. Pingback: Das Prinzip Hoffnung

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