Monthly Archives: Juli 2011

Ernüchterung

Im Laufe der Sommerpause stieg die Vorfreude immer mehr an. Die Fußball-WM der Ladies war da nur ein sehr dünner Ersatz. In den letzten Tagen kündeten auch immer mehr Sonderhefte den baldigen Beginn der Sommerpause an. Einen ersten Eindruck vom Team sollte den Fans das Pokalspiel gegen den 1.FC Heidenheim liefern. Wobei sicherlich alle, die es mit den Grün-Weißen halten, einen anderen Ausgang des Spiels bevorzugt hätten.

Das es eine schwierige Nummer werden würde, war für mich vor dem Spiel klar. In der Regel tut sich der haushohe Favorit bei solchen Pokalspielen immer schwer und das Spiel gestern sollte dafür einen weiteren Beweis liefern. Dennoch war nach dem 1:0 von Markus Rosenberg die Welt zumindest ergebnistechnisch in Ordnung. Mit der Leistung auf dem Platz konnte man hingegen weniger zufrieden sein. Die Offensive blieb in weiten Teilen Stückwerk und den Bremern gelang es nicht, die Heidenheimer Abwehr wirklich auseinander zu ziehen. Am meisten Gefahr ging von Marin und seinen Dribblings aus, die im Laufe des Spiels jedoch zunehmend ihre Wirkung verloren. Hunt und Borowski auf den Halbpositionen der Raute blieben blass und Rosenberg und Thy hingen meist in der Luft und bis auf Rosenbergs Treffer ging von den beiden Stürmern selten Gefahr aus. Der Abwehr war die mangelnde Eingespieltheit vor allem zwischen Wolf und Sokratis anzumerken und auch Lukas Schmitz machte auch nicht den sichersten Eindruck.

In den Berichten zum Spiel markiert der vergebene Elfer von Marko Marin den Wendepunkt des Spiels. Nach einem Handspiel der Heidenheimer im Strafraum trat Marin an, um den Elfer halbhoch und unplatziert zu schießen. Leichte Beute für Heidenheims Keeper Lehmann. Nur wenige Minuten später kann Heidenheims Sauter einen Freistoß direkt verwandeln und noch einmal zwei Minuten später erzielt Schnatterer das 2:1, nachdem erst der Heidenheimer Außen nicht gestellt werden kann und Wolf nach dem Anspiel auf Schnatterer zum Grätschen/Blocken des Balls runter geht und damit dem Heidenheimer erst den Weg zum Tor ebnet.

Spätestens das 1:2 brach den Bremern das Genick und danach war eine halbe Stunde die blanke Verzweifelung zu sehen. Ekici, Arnautovic und Wagner kamen ins Spiel und fortan wurde mit einem Drei-Mann-Sturm gespielt, doch war die Mannschaft nicht in der Lage, sich wirklich gefährliche Situationen herauszuspielen. So saß ich vor dem Fernseher und habe eigentlich nur noch auf ein Glückstor bzw. ein Eigentor der Heidenheimer spekuliert. Doch nach dem Schlußpfiff blieb es den Blau-Weißen vorbehalten zu jubeln.

Heute schwanke ich zwischen Zweckoptimismus und Pessimismus. Natürlich ist das nicht das erste Mal, dass ein Erstligist im Pokal gegen unterklassigen Gegner ausscheidet. Und nicht jedes Mal hat solch ein Ausscheiden den direkten Abstieg des betroffenen Erstliga-Clubs zur Folge, was ja offensichtlich bei uns der Fall zu sein scheint, wenn man manch hysterischen Stimmen Glauben schenken kann. Dennoch ist das Spiel ein empfindlicher Schlag für meine Vorfreude und ich hoffe, dass sich das Team am nächsten Samstag gegen Lautern in besserer Verfassung und vor allem Einstellung präsentiert als gestern nachmittag. Wir wollen ja nicht, dass es wieder zu Busblockaden mit integriertem Dosenwerfen kommt, oder!?

Neues Video von shadiego

Bevor ich noch ein paar Worte zum gestrigen Spiel verliere, möchte ich erstmal auf das neueste Video von shadiego hinweisen. Wie immer der Oberhammer. Angucken, sonst gibbet Haue! 🙂

Ein wenig Pathos

Die guten Nachrichten an der Weser sind ja auch eher dünn gesät derzeit. Ich sage nur medial aufgeblasene Schlammschlacht und so. Dabei wird vor allem immer wieder deutlich, dass die meisten Berichte über die Finanzlage bei den Grün-Weißen allenfalls oberflächlich bleiben. Man könnte meinen, dass Peter Zwegat höchstselbst mit seinem Flipchart anrückt und dann erstmal Allofs und Filbry mal eine gepflegten Ausgaben/Einnahmen Aufstellung anfertigen lässt. Ganz gut fand ich eigentlich in diesem Zusammenhang diesen Artikel, der mal einen Fachmann zu Wort kommen lässt, um auch mal das Argument zu entkräften, Werder hätte unsolide gewirtschaftet. Und damit der Verein auch weiterhin handlungsfähig bleibt, steigt man halt auf die Kostenbremse. Wir wollen ja nicht so enden, wie der BVB vor ein paar Jahren.

Aber Zumindest ist unser neuer Innenverteidiger/Philosoph endlich ein Bremer. Herzlich Willkommen, Sokratis. Ein weiterer Name, der in den letzten Tagen immer wieder im Zusammenhang mit möglichen Neuverpflichtungen fällt, ist Aleksander Ignjovski (kurz: Iggy). Vor mehr als 3 Wochen hat er schon den Medcheck in Bremen hinter sich gebracht und wartet seitdem tapfer auf grünes Licht aus der Hansestadt. Und auch wenn nicht der defensive Heiland ist, hat er sich mit diesem Interview im Weser-Kurier schon einen Platz in den Herzen der Werder-Fans gesichert. Meine Lieblingsaussage:

Gibt es denn auch andere Angebote?

Ja, die gibt es. Aber ich habe mit meinem Berater beschlossen, dass Werder Priorität genießt. An andere Vereine verliere ich keinen einzigen Gedanken.“

Schon bemerkenswert, dass der Junge die Angebote anderer Vereine nicht als Drohgebärde gegenüber Werder verwendet, sondern weiter wartet. Hoffen wir, dass das Warten schon bald ein Ende hat.