Einen vor, einen zurück

Das Spiel gegen Freiburg schien rein statistisch schon vor Anpfiff zugunsten Bremens entschieden, ob der guten Serie gegen die Breisgauer. Dabei wird gerne übersehen, dass schon das 5:3 in der Hinrunde alles andere als ein Galaauftritt der Grün-Weißen war. Und es wurde alles andere als ein gemütlicher Ausflug. Freiburg dachte gar nicht daran, sich einfach nur hinten reinzustellen und das Beste zu hoffen, sondern spielte ein aggressives Pressing und suchte seine Chance im Spiel nach vorne.

Bremen war über weite Strecken des Spiels nicht in der Lage sich spielerisch dem Pressing zu entziehen, was sich in vielen Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung zeigte. Nur selten konnte man sein Kombinationsspiel durchziehen und zweimal resultierte das in Treffern unserer peruanischen Lebensversicherung der Marke Pizarro. Doch leider sollte das nicht reichen, um drei Punkte einzufahren. Beim 1:1 kam Makiadi kurz vor dem Bremer Tor per Kopf an den Ball. Hier offenbarten sich (wieder einmal) starke Probleme bei gegnerischen Standards, die vor allem an der mangelnden Zuordnung zu liegen scheinen. Beim 2:2 schlagen die Freiburger einen langen Ball in die Bremer Hälfte, können diesen kontrollieren und schnell auf die rechte Angriffsseite bringen, wo Hartherz den heraneilenden Schmid nicht mehr stellen bzw. entscheidend stören kann.

Damit bleibt Bremen in der Rückrunde ungeschlagen, hat andererseits aber auch noch keinen Sieg eingefahren. Auch wenn die Tore zeigen, dass die Mannschaft zu flüssigem Kombinationsspiel fähig ist, bleiben erstmal nicht mehr als positive Ansätze. Um den Platz in der EL zu sichern, sind in Zukunft auch Siege fällig, zumal Hannover von hinten langsam aber sicher Druck macht. Man sollte nicht darauf vertrauen, dass die Leverkusener uns dauerhaft den Gefallen tun, ebenfalls Punkte liegen zu lassen.

Am Ende möchte ich noch ein paar Worte zu den Dingen auf den Tribünen in Freiburg loswerden. Ich habe immer eine gewisse Sympathie für den SC und seine Fans gehegt. Leider scheinen auch dort die Hirntoten zunehmend in den Vordergrund zu rücken. Es ist einfach zum Kotzen, wenn Teile der SC-Fans einfach unkommentiert mehrfach „Wiese an die Wand!“ skandieren dürfen. Mir ist klar, dass Wiese kein Sympathieträger ist und er auch keinen Friedensnobelpreis mehr bekommt. Aber ist das ein Grund, sich derart zu entblöden? Ich finde es auch erbärmlich, dass man dazu weder während des Spiels einen Kommentar gehört hat, noch etwas darüber in den Medien zu lesen ist. Aber gut, es ist auch nur Wiese und nicht ein gewisser Mäzen und Duz-Freund von Theo Z., bei dem nach einem Banner mit Zielscheibe gleich das ganz große Rad gedreht wird. Es tut mir leid, aber alleine für die Spacken vom Sonntag wünsche ich dem SC einen Gang in Liga 2.

 

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