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Saisonrückblick zum Hören

Sonntag vor einer Woche (in Internetmaßstäben also vor Äonen) war ich beim Grünweiß-Stammtisch zu Gast, um über die vergangene Saison und die Erwartungen für das nächste Jahr zu sprechen. Wer sich das anhören möchte, bitte hier entlang.

UUUUSNNSNUNUUNNNN

UUUUSNNSNUNUUNNNN, die Chronik einer misslungenen Rückrunde, die mit 13 Punkten als schlechteste aller Zeiten in die Werder-Annalen Einzug hält. Die einzigen beiden Lichtblicke waren die Spiele gegen den großen und den kleinen HSV, die noch einmal Hoffnung aufkeimen ließen. Am Ende gab man in der Rückrunde Platz fünf aus der Hand. Hatte man am 18. Spieltag noch die Pole Position im Kampf um die Europa League inne, zog ein Kontrahent nach dem anderen vorbei. Dabei war es wahrscheinlich nie so einfach, sich über die Bundesliga für Europa zu qualifizieren wie diese Saison. Schon Platz sieben hätte gereicht und was das Ganze so unfassbar schmerzlich macht, ist die Tatsache, dass die Konkurrenz weit davon entfernt war, gut zu spiele. Stuttgart einmal ausgenommen, war es nicht unbedingt so, dass die anderen Europa-League-Aspiranten einen unaufhaltsamen Lauf hingelegt haben.

Am Ende haben wir in dieser Saison einen mickrigen Punkt mehr als letztes Jahr auf dem Konto. Nach der Hinrunde war auch meine Meinung gespalten, doch in der Rückschau hätte ich gerne noch einmal 29 Punkte aus einer schwankenden Halbserie gehabt.  Zum Glück hatten wir in der Hinserie schon genügend Punkte gesammelt, sonst hätte es auch wieder ganz eng werden können.

Die Probleme sind die gleichen geblieben wie vor ein paar Wochen. Auch Joey und Anna haben die Saison schon eindrucksvoll bei gruenweiss.org Revue passieren lassen. Die Verletztenmisere blieb als unwillkommener Gast bis zum Ende, doch trotzdem hätte man sich trotz der ganzen Ausfälle auch mal ein Aufbäumen gewünscht, ein mehr an Leidenschaft auf dem Platz. Augsburg oder Freiburg hatten auch viele No-Names auf dem Platz, aber die haben geackert, haben sich zerrissen auf dem Platz. Bei Bremen fiel auf, dass es gerade die etablierten Spieler waren, die in der Regel genau in der Kategorie ganz weit hinten. Vor allem die Lebensversicherung der Hinrunde, unser Andengott, schlurfte spätestens nach Bekanntwerden seiner Vertragskündigung über den Platz wie ein gelangweilter Schulbub. Konsequenzen hatte die wöchentliche Lehrstunde in angewandter Arbeitsverweigerung für ihn nicht.

Der Umbruch geht weiter mit Wiese, Rosenberg, Marin und Borowski als namhaftesten Abgängen. Man darf gespannt sein, wie das Gesicht der Mannschaft für die Saison 12/13 aussieht. Ich hoffe, dass es gelingt, eine Mannschaft auf den Platz zu stellen, die mit Herz und Leidenschaft das W auf dem Trikot trägt und dass es gelingt, die vielversprechenden Talente im Team weiterzuentwickeln. Das ist essentiell, um in den mittelfristig wieder von Europa sprechen zu können. Ich erwarte für nächste Saison kaum etwas, mir ist die Platzierung egal (was nicht heißt, dass ich absteigen möchte), sondern ich will Fortschritte sehen. Fortschritte auf dem Platz und Fortschritt abseits des Platzes. Wir müssen die Verletztenseuche in den Griff bekommen und das Trainerteam muss zeigen, dass es lernfähig und -willig ist. Wir brauchen gute Transfers. Letztlich gilt es, für nächstes Jahr auch ein Stück weit Aufbruchstimmung zu erzeugen und den Fans zu zeigen, wie man sich das „neue“ Werder vorstellt und dann muss die Mannschaft das auch transportieren können. Denn sonst könnte es ein langer Weg durchs dunkle Tal werden.