Monthly Archives: April 2013

Abstiegsk(r)ampf

Nach dem 0:3 daheim gegen den VfL Wolfsburg war unter der Woche viel von „mehr Engagement“ die Rede, welches man beim Auswärtsspiel in Leverkusen zeigen wollte. Es gab ein Teambuilding, eine nächtliche Ausfahrt von Arnautovic und Elia, kurzum: sowohl auf als auch neben dem Platz passierte unter Woche einiges.

In Leverkusen verkaufte sich das Team besser als ich im Vorhinein befürchtet hatte. Man konnte Leverkusen das Leben einigermaßen schwer machen, auch wenn die spielerische Klasse der Werkself nicht über 90 Minuten in Schach gehalten werden konnte. So führte ein guter Spielzug der Leverkusener auch zum Elfmeter in der 35. Minute. Ich fand die Szene diskussionswürdig, aber anscheinend war es ein berechtigter Elfer. Was die Sache noch schmerzhafter machte: Sam war beim Abspiel knapp im Abseits. Auch wenn es schwer zu sehen war: es war somit nicht regelkonform. Bremen selbst hatte in Halbzeit zwei die größte Chance, doch Junuzovic scheiterte im eins gegen eins an Leverkusens Bernd Leno.

Die offizielle Version der „Spin Doctors“ aus dem Verein lautet: „Und es hat Klick gemacht„. Das ist natürlich das gute Recht des Vereins, das Positive am Spiel herauszustellen und sicherlich hat man sich in Leverkusen nicht die befürchtete Packung abgeholt, aber es bleibt die Frage, warum man nicht vorher mit mehr Engagement aufgetreten ist. Wo blieb das Engagement gegen Wolfsburg und in einigen Spielen vorher? Vor allem gefällt es mir nicht, dass jetzt so getan wird, als würde das Spiel eine Art Wende darstellen. Wir waren diese Saison schon häufiger an dem Punkt, wo alle dachten, dass sich etwas zum Besseren ändern würde. Nur um danach wieder bitter enttäuscht zu werden. Zudem haben gestern sowohl Augsburg als auch Hoffenheim gewonnen, so dass Bremen nun noch weiter unten reingerutscht ist. Der Abstand auf Platz 16 beträgt nur noch 2 Punkte.

Damit kommt es nächten Samstag gegen Hoffenheim zu einem echten Endspiel. Mit einem Sieg kann man sich vielleicht den entscheidenden Abstand zu Platz 16 sichern, bei einer Niederlage geht es weiter Richtung Abgrund. Und momentan habe ich verdammte Angst davor, endgültig abzurutschen. Man muss kein Untergangsprophet sein, um für die nächste Saison Montagsspiele auf Sport1 zu befürchten. Leider ist dieses Szenario nur allzu wahrscheinlich geworden. Warum dem so ist, dass wurde hier und an anderer Stelle in den letzten Wochen schon oft genug besprochen. Bis der Verbleib in Liga eins gesichert ist, bringt es auch nichts, jede Woche die gleichen Dinge durchzukauen. Eichin hat gestern noch einmal betont, dass man mit Schaaf die Saison zu Ende bringen und dann weiter sehen wird. Das nehme ich vorerst so hin. Nun gilt es, die nötigen Punkte zu holen, egal wie.

Kevin De Bruyne gibt sich schon einmal sehr kämpferisch vor dem Hoffenheim-Spiel:

KdB-Twitter

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Was mir ein bisschen Sorge macht: anders als die Bremer wissen die Sinsheimer wie sich ein Sieg anfühlt. Gestern gegen Nürnberg scheinen sie ein gutes Spiel gemacht zu haben und die Tore waren gut rausgespielt. Das heißt, die kommen mit einem ganz anderen Selbsbewusstsein an die Weser. Auch Augsburg hat gestern richtig gut gespielt. Ganz anders als die Grün-Weißen derzeit.

Abschließend noch ein dickes „Danke“ an die Auswärtsfahrer, die gestern im Stadion richtig gute Stimmung gemacht haben. Auch über den Abpfiff hinaus. Nächsten Samstag muss es so weitergehen und hoffentlich steht das Stadion während des Spiels hinter der Mannschaft.

Lebenslang Grün-Weiß!

 

Lauerstellung

Wahrscheinlich wird das hier kein wirklich kohärenter Beitrag, aber ich schreibe einfach mal drauf los. 🙂

Wolfsburg kam mit einem frischen 1:6 aus München ins Bremer Weserstadion und konnte trotz einer allenfalls mittelmäßigen Leistung locker und verdient gewinnen. Das 0:1 fiel immerhin erst nach 13 Minuten, so lange konnte die Mannschaft im Duell um den 13. Platz mithalten. Das erste Gegentor ist quasi schon Standard: ein tiefer Pass auf Arnold, De Bruyne guckt nur hinterher und schon hat Arnold den Platz, um zehn Meter zu gehen und in aller Ruhe den Schuss aufzuladen. Weder die Innenverteidigung noch das defensive Mittelfeld greifen ein. Anschließend mühte sich eine verunsicherte Mannschaft 77 Minuten lang ab, um zu einer wirklichen Torchance durch Arnautovic zu kommen.

Das Spiel habe ich über weite Strecken resigniert verfolgt. Kein Ärger über den Schmalspur-Auftritt, sondern über weite Strecken einfach nur inneres Achselzucken und allenfalls die Frage, was Allofs eigentlich unter einem bestellten Feld versteht, dass er uns angeblich hinterlassen hat. Vielleicht hat er einfach die Zeichen der Zeit erkannt und da war das Angebot aus Wolfsburg die Gelegenheit, sich abzusetzen. Aber auch das ist egal, allenfalls ein Nebenschauplatz. Die Probleme in der Mannschaft und meine Ansichten zu Schaaf wurden in den vergangenen Wochen sowohl hier als auch an anderer Stelle schon ausführlich besprochen.

Da die Konkurrenten im Abstiegskampf ebenfalls verloren haben, ändert sich an der Tabellen-Situation nicht: es sind weiter fünf Punkte Vorsprung auf Platz 16. Es liegt Veränderung in der Luft und so kursierte schon während des Spiels das Gerücht, dass Schaaf angeblich nach dem Abpfiff hinschmeißen würde. Heute wurde ein Artikel von Kai Niels Bogena, dem Schreiberling mit persönlicher Agenda, durch das mediale Dorf getrieben. Angeblich hätte Klaus-Dieter Fischer Schaaf zum Abschuss freigegeben. Werder reagierte auf diesen Bericht mit einem Dementi. Gestern nach dem Spiel kündigte Eichin pflichtbewusst eine härtere Gangart gegenüber den Spielern an. Ich weiß nicht, was das wiederholte Einprügeln auf die Spieler noch soll. Das Problem steht neben der Linie, auch wenn man sich darum wohl erst nach Ablauf der Saison kümmern wird. Bis es soweit ist, wird jedes Räuspern in den Katakomben des Weserstadions als mögliche Ankündigung des Schaaf-Rauswurfs interpretiert. Und auch wenn es bisher nur Spekulationen sind, ist für mich klar, dass an einer Ablösung Schaafs kein Weg mehr vorbei führt.

Übrigens noch eine interessante Statistik für diejenigen, die sich nach einem Schaaf-Abgang vor Post-Otto-Verhältnissen fürchten (via @666_eldiablo). Das Tal, welches wir jetzt durchschreiten ist um einiges tiefer, eine Tatsache, die ich auch anders in Erinnerung habe.

Jahr/Platzierung/Punkte:

1996/9/44
1997/8/48
1998/7/50
1999/13/38

2011/13/41
2012/9/42
2013/14/32 (Saison läuft noch)

Zu wenig

Ein Unentschieden in Düsseldorf. In der Vorschau auf das Spiel habe ich noch davon gesprochen, dass dies ein gutes Ergebnis sein würde. Nach dem Spiel und vor allem nach dem Sieg der Augsburger gegen Frankfurt muss man festhalten, dass es zu wenig war. Ja, die Mannschaft trat aufgrund der vielen Ausfälle geschwächt an und das Team hat sich von den Rückständen diesmal nicht völlig entmutigen lassen. Aber wie man den Start in die Halbzeiten so verschlafen und bei beiden Gegentoren ein absolut unwürdiges Abwehrverhalten an den Tag legen kann, das ist mir (trotz der Ausfälle) einfach ein Rätsel.

Nachdem Eichin noch letzte Woche nicht über das Thema Abstiegskampf reden wollte, rückt der Relegationsplatz immer näher. Fünf Spieltage sind noch zu spielen, fünf Punkte Vorsprung auf Platz 16 stehen aktuell zu Buche, aber auch nur vier Punkte aus den letzten acht Spielen. Und mittlerweile schaut man mit mehr als nur einem Auge darauf, was Augsburg macht. Vor einiger Zeit hatte irgendjemand im Grünweiß-Stammtisch gesagt, es würden sich noch genug Mannschaften finden, die schlechter als Bremen sind. Mittlerweile bin mir da nicht mehr so sicher. Warum kann man die Fehler nicht abstellen? Warum ist die Mannschaft nicht in der Lage, über 90 Minuten konzentriert zu sein? Warum muss ich jetzt immer ängstlich auf andere Mannschaften schauen, weil ich nicht damit rechne, dass Werder es schon richten wird?

Und warum hören sich die Äußerungen der Vereinsverantwortlichen so positiv an? Ist ja schön, dass die Mannschaft sich aus dem selbst gegrabenen Loch wieder rausgezogen hat, aber wie wäre es denn, wenn man sich gar nicht erst selbst immer wieder ein Bein stellt? Wenn man den Beginn einer Halbzeit nicht immer wieder verpennen würde, sich nicht mit den immer gleichen Fehlern im Wege steht? Ja, die Moral stimmt, aber das ist ja das Mindeste in der Situation, oder? Manchmal habe ich das Gefühl, man kuschelt sich gemütlich in Richtung zweite Liga. Doch nur weil man das Wort „Abstiegskampf“ nicht in den Mund nehmen will, heißt es nicht, dass er nicht existiert und die Mannschaft nicht betrifft.

Wenn man sich das Spiel der Augsburger vom gestrigen Nachmittag anschaut, dann hat man eine Mannschaft gesehen, die einerseits den Abstiegskampf angenommen hat. Nun ist das nach der schlechten Hinrunde sicherlich nicht verwunderlich, aber die stellen sich nicht einfach nur hinten rein, sondern haben auch spielerisch überzeugen können. Diese Mannschaft hat sich die Chance auf den Klassenerhalt erarbeitet und erspielt sich mittlerweile auch die Punkte. Und vor allem hat sich die Mannschaft gestern nicht durch eklatante Fehler selbst ein Bein gestellt. Sie hätte sogar noch höher gewinnen können/müssen. Langsam will ich das alles nicht mehr sehen, sehne mir nur noch das Ende der Saison herbei und hoffe, dass am Ende drei Mannschaften weiterhin hinter uns stehen.

Lebenslang Grün-Weiß!

Vorschau auf Düsseldorf

Morgen nachmittag steigt das epische Duell um Platz vierzehn zwischen Fortuna Düsseldorf und Werder Bremen. Der neutrale Beobachter denkt vielleicht eher an Not gg. Elend oder eben Platz 14 gg. Platz 15. Auf Bremer Seite fällt im Vorfeld des Spiels vor allem das langsam voll werdende Lazarett auf. Ignjovski, Fritz, Schmitz, Akpala, Füllkrug, Ekici, Hunt und heute dann noch Sokratis und Trybull. Das Team stellt sich mittlerweile von alleine auf. Dafür rücken Spieler aus der U23 in den Kader nach, wie bspw. Wurtz oder Wegener.

Wie gestern im Grünweiß-Stammtisch angesprochen, rechnet wohl keiner mit einem schönen Spiel, nicht zuletzt auch durch die lange Liste an Ausfällen. Dadurch, dass Düsseldorf noch ein Stück dichter am Relegationsplatz ist (29 Punkte, d.h. 5 Punkte Vorsprung auf Platz 16) und im eigenen Stadion antritt, rechne ich damit, dass sie etwas aktiver sein werden. Das könnte Bremen die Möglichkeit eröffnen, sich – analog zum Gladbach-Spiel – eher defensiv auszurichten.

Ich habe letzten Freitag das Auswärtsspiel der Düsseldorfer gesehen und habe da nichts gesehen, was mich jetzt in Angst und Schrecken versetzen würde. Über weite Strecken waren die Düsseldorfer das aktivere Team, konnten aber kaum wirkliche Torgefahr entwickeln. Sie waren aber auch keine drei Tore schlechter als Hoffenheim. Beim 0:1 kassiert die Fortuna einen Gegentreffer nach eigenem Standard, das 0:2 ist ein Eigentor und das 0:3 ein klassischer Konter in der Schlussphase. Neben der defensiven Ausrichtung hoffe ich aber auch darauf, dass Schaaf vorne auf Schnelligkeit setzt, um mögliche Ballverluste des Gegners in schnelle Angriffe umzumünzen.

Abseits von der sportlichen Komponente und den möglichen Auswirkungen auf den Abstiegskampf ist es auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Trainer Norbert Meier spielte jahrelang an der Weser und Rechtsverteidiger Leon Balogun wechselte vor der Saison von Bremen an den Rhein, wo er sich mittlerweile einen Stammplatz erarbeitet hat. Ich tippe auf ein sehr zähes Spiel, welches sicherlich keinen Schönheitspreis gewinnt und auf ein Unentschieden. Und damit wäre ich angesichts der aktuellen Umstände nicht unzufrieden.

Lebenslang Grün-Weiß!

Selbstzerstörung

Es war vor dem Spiel klar, dass es gegen Schalke schwer werden würde. Vor allem aufgrund der offensiven Feuerkraft der Gelsenkirchener in Verbindung mit der Bremer Abwehr. Zudem musste Schaaf defensiv auf einigen Positionen umstellen, da einige Spieler verletzt fehlten. Am Ende spielte hinten rechts Sokratis, während links Ignjovski ran durfte. Im defensiven Mittelfeld spielte Hunt neben Trybull. In der Offensive setzte Schaaf von Beginn an auf Elia und Arnautovic auf den Außenbahnen. Im Vergleich zum Heimspiel gegen Fürth steht eine deutlich offensiver besetzte Mannschaft auf dem Feld. Schaaf tastet sich langsam in Richtung Balance zwischen Angriff und Abwehr vor.

Und in Halbzeit eins schien das auch perfekt aufzugehen: Schalke fand offensiv kaum stand und man konnte selbst einige gute Angriffe einleiten. Es war keine Serie an hundertprozentigen Chancen, aber man darf auch nicht vergessen, dass man einen Champions League-Anwärter zu Gast hatte. Und die ansonsten starken Außenspieler von Schalke traten in Halbzeit eins kaum in Erscheinung. Sokratis und Iggy hatten Bastos und Farfan über weite Strecken im Griff. Mit einem 0:0 ging es in die Halbzeit und ich war nicht unzufrieden mit dem Spiel. Klar, ein Tor für Bremen wäre schön gewesen, andererseits konnte man den Gegner in Schach halten.

In Halbzeit zwei kamen die Schalker etwas aktiver aus der Kabine. Sie hatten Bastos durch Raffael ersetzt und zogen Draxler aus der Mittelfeldzentrale auf die linke Außenbahn. Doch entscheidend für die Tore waren die Fehler der eigenen Spieler und weniger die Stärken des Gegners. Vor dem 0:1 wird die Werder-Abwehr mit einem Lupfer ausgehebelt, Raffael zieht über rechts in den Strafraum und versucht auf Marica abzulegen. Eigentlich scheint die Situation geklärt, denn Marica wird von drei Spielern gestellt, doch der Befreiungsschlag von Lukimya misslingt völlig. Warum er hier erst den Ball auf rechts legt, statt das Ding einfach mit links wegzuhauen, bleibt sein Geheimnis. Draxler nutzt die Situation zum 0:1 aus.

Nach dem 0:1 kommt Werder nur zu einer gefährlichen Offensivaktion: einem Freistoß durch Aaron Hunt. Leider schaufelte man sich eine noch tiefere Grube, als Lukimya einen völlig verunglückten Rückpass zu Mielitz spielt, den Raffael abfängt und zu Marica spielt. Danach war das Spiel gelaufen, denn von Bremen kam nun nichts mehr und Schalke konnte das 2:0 verwalten.

Es ist schon bitter, dass solche individuellen Aussetzer die Arbeit der ersten Halbzeit völlig torpediert haben. Während Bremen in den drei Spielen vorher einen Rückstand noch wegstecken konnte, schien schon das 0:1 diesmal der Genickbruch zu sein. Sicherlich ist es kein Wunder, dass eine Mannschaft durch so ein Gegentor noch weiter verunsichert wird. Dennoch war es bitter, wie wenig gerade offensiv noch zu sehen war. De Bruyne tauchte in Halbzeit zwei komplett ab, ebenso wie die restlichen Angreifer. Und es tut mir auch für Lukimya leid, der nun drei Gegentore in zwei Spielen aufgelegt hat.

Aus Bremer Sicht war das Positivste noch die Nachricht, dass Augsburg von der Dortmunder B-Elf geschlagen wurde und der Abstand auf den Relegations-Platz weiterhin sieben Punkte beträgt. Nächste Woche geht es dann gegen Düsseldorf, der epische „Kampf um Platz 14“. Wichtig wird es in den nächsten Tagen sein, der Mannschaft wieder neues Selbstvertrauen einzuimpfen. Ein Sieg in Düsseldorf würde Bremen zudem neuen Fan-Nachwuchs bescheren. In diesem Sinne:

Lebenslang Grün-Weiß!