Zu wenig

Ein Unentschieden in Düsseldorf. In der Vorschau auf das Spiel habe ich noch davon gesprochen, dass dies ein gutes Ergebnis sein würde. Nach dem Spiel und vor allem nach dem Sieg der Augsburger gegen Frankfurt muss man festhalten, dass es zu wenig war. Ja, die Mannschaft trat aufgrund der vielen Ausfälle geschwächt an und das Team hat sich von den Rückständen diesmal nicht völlig entmutigen lassen. Aber wie man den Start in die Halbzeiten so verschlafen und bei beiden Gegentoren ein absolut unwürdiges Abwehrverhalten an den Tag legen kann, das ist mir (trotz der Ausfälle) einfach ein Rätsel.

Nachdem Eichin noch letzte Woche nicht über das Thema Abstiegskampf reden wollte, rückt der Relegationsplatz immer näher. Fünf Spieltage sind noch zu spielen, fünf Punkte Vorsprung auf Platz 16 stehen aktuell zu Buche, aber auch nur vier Punkte aus den letzten acht Spielen. Und mittlerweile schaut man mit mehr als nur einem Auge darauf, was Augsburg macht. Vor einiger Zeit hatte irgendjemand im Grünweiß-Stammtisch gesagt, es würden sich noch genug Mannschaften finden, die schlechter als Bremen sind. Mittlerweile bin mir da nicht mehr so sicher. Warum kann man die Fehler nicht abstellen? Warum ist die Mannschaft nicht in der Lage, über 90 Minuten konzentriert zu sein? Warum muss ich jetzt immer ängstlich auf andere Mannschaften schauen, weil ich nicht damit rechne, dass Werder es schon richten wird?

Und warum hören sich die Äußerungen der Vereinsverantwortlichen so positiv an? Ist ja schön, dass die Mannschaft sich aus dem selbst gegrabenen Loch wieder rausgezogen hat, aber wie wäre es denn, wenn man sich gar nicht erst selbst immer wieder ein Bein stellt? Wenn man den Beginn einer Halbzeit nicht immer wieder verpennen würde, sich nicht mit den immer gleichen Fehlern im Wege steht? Ja, die Moral stimmt, aber das ist ja das Mindeste in der Situation, oder? Manchmal habe ich das Gefühl, man kuschelt sich gemütlich in Richtung zweite Liga. Doch nur weil man das Wort „Abstiegskampf“ nicht in den Mund nehmen will, heißt es nicht, dass er nicht existiert und die Mannschaft nicht betrifft.

Wenn man sich das Spiel der Augsburger vom gestrigen Nachmittag anschaut, dann hat man eine Mannschaft gesehen, die einerseits den Abstiegskampf angenommen hat. Nun ist das nach der schlechten Hinrunde sicherlich nicht verwunderlich, aber die stellen sich nicht einfach nur hinten rein, sondern haben auch spielerisch überzeugen können. Diese Mannschaft hat sich die Chance auf den Klassenerhalt erarbeitet und erspielt sich mittlerweile auch die Punkte. Und vor allem hat sich die Mannschaft gestern nicht durch eklatante Fehler selbst ein Bein gestellt. Sie hätte sogar noch höher gewinnen können/müssen. Langsam will ich das alles nicht mehr sehen, sehne mir nur noch das Ende der Saison herbei und hoffe, dass am Ende drei Mannschaften weiterhin hinter uns stehen.

Lebenslang Grün-Weiß!

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