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Nordderbysieger

Ein Sieg im Nordderby ist immer Balsam auf die geschundene Fanseele. Doch diesmal ist die Freude nach bisher vier sieglosen Spielen in der Rückrunde besonders groß. Endlich mal ein Spiel gewonnen und dann noch gegen die angeblich wieder erstarkten Hamburger, die nach jedem Erfolg wieder vom Erreichen des Europapokals schwadronieren. Nach dem 1:3 gegen Werder scheint aber selbst Trainer-Guru Fink eher demütig zu erkennen, dass man erst mal nicht mehr von Europa reden sollte.

Über weite Strecken des Spiels war Hamburg die engagiertere Mannschaft, hatte mehr Ballbeseitz, gewann mehr Zweikämpfe und schoss häufiger aufs Tor. Doch in der Kategorie Chancenverwertung waren die Bremer eine Klasse besser und ließen damit die statistische Überlegenheit der Hamburger ins Leere laufen. Schaaf hatte seine Mannschaft mit einer Kontertaktik ins Spiel geschickt und auch wenn sich in den letzten Spielen schon abzeichnete, dass es nun eher das Ziel ist, hinten sicher zu stehen und sich dann um die Offensive zu kümmern, funktionierte das taktische Konzept gegen Hamburg hervorragend. Der Druck des HSV konnte meist absorbiert werden und wenn der HSV doch einmal durchkam, war Tim Wiese zur Stelle.

Tim Wiese war völlig im Derby-Modus und nagelte eigenhändig den Kasten zu. Beim 1:2 durch einen abgefälschten Freistoß war Tim chancenlos. Wäre jede Woche Nordderby, wäre Wiese wohl Welttorhüter oder endgültig wahnsinnig. Er rennt über den Platz, brüllt Kommandos, legt sich mit allen an: Gegner, Fans des Gegners, Schiris und die eigenen Spieler. Würde mich nicht wundern, wenn er zu Hause im Vorfeld des Derbys auch nur noch alle anbrüllt. Gerade auch im direkten Vergleich mit Drobny, der beim 1:0 der Bremer mindestens unglücklich aussieht und beim 2:0 die Luft fangen will, fällt Wieses starke Leistung umso mehr auf. Beim 1:3 durch Arnautovic stehen sich Edel-Verteidiger Westermann und Resterampen-Rajkovic gegenseitig im Weg und Marko sagt nur noch danke.

Ich bin gespannt, wie es gegen Nürnberg weitergeht, denn im eigenen Stadion wird man gegen den 1. FCN sicherlich selbst das Spiel machen wollen. Ich hoffe, dass die Mannschaft durch den Sieg das nötige Selbstvertrauen bekommt und sich nicht so zerfahren wie gegen Hoffenheim präsentiert. Wo wir beim Thema Selbstvertrauen sind: ich gönne Rosenberg endlich mal sein Tor. Am Samstag war er deutlich aktiver als Pizarro und bereitete das 1:0 durch Marin vor. Leider verpasste er es Anfang der zweiten Halbzeit den Sack mit dem möglichen 3:0 zuzumachen.  Es wird mal wieder Zeit, Rosi.

The Blizzard

An dieser Stelle noch ein Frohes Neues, werte Leser. Im Moment ist die Liga im Schlummermodus, aber immerhin gibt es einen überraschenden Erfolg zu vermelden: Bremen gewinnt doch tatsächlich in Belek ein Testspiel. Welch ein Omen. Um Euch die Zeit bis zum Ende der Winterpause zu vertreiben, hier noch ein kleiner Lesetipp.

Vor einiger Zeit bin ich über Twitter auf das englische Magazin „The Blizzard“ gestoßen. Hinter The Blizzard steckt vor allem Jonathan Wilson, dem Autor des brillanten wie anekdotenreichen Buchs „Inverting the pyramid“ (auf deutsch: „Revolutionen auf dem Rasen“), welches sich mit der Geschichte und Entwicklung von Taktik im Fußball beschäftigt.

In The Blizzard versucht Wilson zusammen mit vielen anderen Autoren Geschichten aus dem Fußball zu erzählen, die so in den Medien normalerweise nicht erscheinen. Einen Weg, den auch die „11 Freunde“ mal beschritten hatte, aber in meinen Augen mittlerweile wieder verlassen hat. Einige Mitstreiter wie James Horncastle, Philippe Auclair und andere kennt man bspw. auf dem Football Weekly-Podcast oder aus dem Guardian.

Was an The Blizzard besonders ist, ist vor allem, dass er auch in einer digitalen Version erscheint , so habe ich mir ein Kindle-Abo des quartalsweise erscheinenden Magazins gegönnt, welches gerade einmal 12 Pfund im Jahr kostet (ca. 14€). Da kann man aus meiner Warte nicht meckern. Die Themen der aktuellen dritten Ausgabe (wenn man die Nullnummer einrechnet, die vierte) decken Spartak Moskau, Angelo di Livio, Interviews mit Mario Zagallo und Tostao und noch vieles mehr.  Ich kann das Magazin wirklich empfehlen!

Aktion Libero

 

Ein Spiel dauert neunzig Minuten. Zumindest im besten Fall, für schwule Profifußballer dauert das Versteckspiel ein Leben lang: Keiner wagt es, seine Homosexualität offen zu leben. So schön Fußball auch ist – Ressentiments halten sich in seinem Umfeld hartnäckig.

Ein unerträglicher Zustand! Ob jemand schwul  ist, oder rund, oder grün, das darf keine Rolle spielen. Wir alle sollten ein bisschen besser aufpassen – auf unsere Worte, unser Denken, unsere Taten: Die Freiheit jedes Einzelnen ist immer auch die eigene Freiheit.

Wir schreiben in unseren Blogs über Sport, und unsere Haltung ist eindeutig: Wir sind gegen Homophobie. Auch im Fußball.

 

 

 

Das Abstiegsgespenst spukt wieder

Am kommenden Samstag, 23.04.2011, um 15.30 Uhr spukt es wieder – das Abstiegsgespenst. Werder spielt gegen den FC St. Pauli. Insbesondere für den Kiezclub geht es bereits um alles. Es sind nur noch vier Spieltage bis Saisonende. Der FC konnte bisher nur 29 Punkte für sich erobern und steht derzeit auf Platz 17 in der 1. Fußballbundesliga. Ein wenig besser sieht die Situation bekanntlich für Werder Bremen aus. Die Kicker von Trainer Thomas Schaaf haben immerhin sechs Punkte mehr. Die Mannschaft braucht aber weitere Zähler auf dem Punktekonto, um den Klassenerhalt sicher zu schaffen. An mangelnder Unterstützung zumindest können die Hanseaten am Samstag nicht scheitern: 2600 Fans werden nach St. Pauli mitreisen und die Mannschaft tatkräftig unterstützen.

Ich bin gespannt und freu mich auf ein hoffentlich temporeiches Spiel und einen Sieg für Werder.

Rauschen im Blätterwald – Wiese zu Schalke?

Laut der Bildzeitung wird der Transfer von Manuel Neuer zum FC Bayern München immer konkreter. Die Redakteure der Bild nutzen natürlich gleich die Gelegen­heit, um über einen potentiellen Nachfolger zu spekulieren. Der Topkandidat ist laut Bild Werders Torhüter Tim Wiese!

Die Fakten

Der Vertrag zwischen Werder Bremen und Tim Wiese läuft 2012 aus. Will Klaus Allofs noch Ablöse kassieren, wird er Wiese im Sommer verkaufen. In der nächsten Saison wird Werder das Portmonee ohnehin enger schnallen müssen, weil wichtige Einnahmen aus der Europa League fehlen. Es würde mich daher nicht wundern, wenn Wiese den Verein wechselt – muss ja nicht unbedingt zu Schalke sein!

Wiese Ersatz

Laut der Bildzeitung hat Werder einen Ersatz für Wiese schon in der Hinterhand: Ron-Robert Zieler (Hannover 96). Allofs habe angeblich schon Kontakt zu Zielers Berater aufgenom­men. Meine Meinung dazu: Wenn Wiese wirklich gehen möchte, dann soll man ihn nicht aufhalten. Aber einen neuen Torwart braucht Werder nicht. Sebastian Mielitz könnte ich mir gut als Nachfolger vorstellen. Er ist jung, ehr­geizig und hat in der Vergangenheit einen guten, stabilen Eindruck ge­macht.

Danke Knut

Sehr geehrter Herr Knut. Sie verantworten, unter Anderem, dass mein Lieblingsverein Werder Bremen gestern gegen Schalke nicht gewonnen hat. Sie haben nach einem Freistoß von Torsten Frings auf Torwartbehinderung von Per Mertesacker gegen Neuer entschieden und den Kopfballtreffen von Pasanen darum nicht anerkannt. Da ich leider kein Sky habe, die Spiele also nicht Live sehen kann und gestern auch die Sportschau nicht gucken konnte, spare ich mir an dieser Stelle ein Urteil über ihre Gesamtleistung, Herr Knut. Nur so viel. Es ist immer schade, wenn ein Spiel durch eine Fehlentscheidung entschieden wird!