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Drei plus drei macht sechs

Gestern war ein Teil der Grünweiß-Crew (Anna, Andreas, Tobias und ich) gemeinsam im Stadion, um sich das Spiel gegen Augsburg anzuschauen. Vor dem Spiel kam aber erst einmal der Kauf des ersten Werder-Trikots meiner Fan-Karriere. Aber das nur am Rande. Das erste große Highlight des Tages war die großartige Choreo für Thomas Schaaf. Wir saßen in der Westkurve und hatten einen guten Blick auf das tolle Bild in der Ostkurve. Schön war auch, dass zum Abschluss des Ganzen der „Danke, Thomas“-Banner noch durch ein „Auf geht’s, Robin“ ausgetauscht wurde. So wurde es nicht nur der Abschied von Schaaf, sondern auch ein Willkommen an Dutt.

Das Spiel selbst hatte dann deutlich weniger Highlights zu bieten. Im anschließenden Grünweiß-Stammtisch, den wir live aufgezeichnet und gestreamt hatten, haben wir die meisten Punkte angesprochen. Augsburg war über weite Phasen das optisch überlegene Team und Bremen kam nur selten gefährlich vor das Tor der Gäste. So war es ein Distanzschuss, inklusive Fehler von Augsburgs Amsif, der das entscheidende Tor durch Ekici brachte. Defensiv fand ich das über das gesamte Spiel hinweg betrachtet gar nicht so schlecht, wenn man die 15 Minuten nach der Halbzeitpause außen vor lässt, weil man da wirklich ins Schwimmen geriet. So hat man kaum gute Chancen zugelassen, weshalb die Statistik der 20:5 Torschüsse für Augsburg auch ein wenig trügerisch ist, denn davon kamen nur die wenigsten auf das Tor von Mielitz. Besonders gut hat mir Luca Caldirola gefallen, der auf der Linksverteidiger-Position aufgeboten wurde und sich dort hervorragend verkauft hat. Seit seinem suboptimalen Auftritt im Pokal hat er sich gut gefangen und zeigt, warum man ihn nach Bremen geholt hat.

Im Spiel nach vorne war das deutlich weniger positiv. Auch wenn man jetzt nicht alles verdammen sollte, fiel vor allem in der zweiten Halbzeit auf, dass Bremen große Probleme hatte, den Ball nach vorne zu bringen. Zu oft wurde nach einer erfolgreichen Balleroberung in der eigenen Defensive ein Fehlpass gespielt oder der Ball im Dribbling verloren. Hier hätte man für deutlich mehr Entlastung sorgen können und müssen, denn zu häufig kam der Ball postwendend wieder zurück in das Bremer Abwehrdrittel. Und man sollte in der Lage sein, gegen einen Gegner, der mit zunehmender Spieldauer immer mehr Druck aufbaute, mehr als einen gefährlichen Konter zu fahren (den Petersen in der 89. Minute vergab).

Nach zwei Spielen, in denen das Ergebnis auch ein anderes hätte sein können, findet sich Bremen mit sechs Punkten wieder. Wahlweise bezeichnet man die zwei Siege als glücklich oder dreckig, aber mir soll es recht sein. So viele haben Bremen (auch Fans des Vereins) als Abstiegskandidaten gesehen, da kann es doch eigentlich nur recht sein, dass man gegen zwei Clubs, die aller Voraussicht nach ebenfalls unten drin stehen werden, Dreier eingefahren hat. Zumal jetzt der Borussia-Doppelpack in Dortmund und Gladbach kommt und man nicht unbedingt ein ausgemachter Pessimist sein muss, um hier mit null Punkten zu rechnen. Da hilft das Polster vor allem auch Trainer und Mannschaft, denn wenn wir nach vier Spielen nur mit ein, zwei Punkten dagestanden hätten, wären wir mitten im Abstiegskampf inklusive der dazugehörigen Diskussionen. Nun heißt der gute Start natürlich nicht, dass wir in der Saison nichts mit den tiefsten Regionen der Tabelle zu tun haben werden, aber für den Anfang haben wir einen kleinen Puffer. Und es ändert auch nichts daran, dass es noch viel zu tun gibt in der Mannschaft.

Ich bin gespannt, wie wir in Dortmund auftreten werden und was sich Dutt einfallen lässt, um die Kreise des BVB so gut es geht einzuschränken, so dass wir nicht unter die Räder kommen.

Lebenslang Grün-Weiß!

Vergessenes Glück

Nach ziemlich genau sechs Monaten gewinnt Werder wieder ein Pflichtspiel (zuletzt am 09.02. beim 4:1 in Stuttgart) und sogar ein paar Tage länger ist das letzte Pflichtspiel ohne Gegentor her (am 01.02. beim 2:0 gegen Hannover 96). Die Bremer Fanwelt wird von ungeahnten Glücksgefühlen übermannt und stellt zumindest für diesen ersten Spieltag die beste Abwehr der Bundesliga. Damit ist zumindest vorerst einmal die Depression nach Saarbrücken ein wenig in den Hintergrund gedrängt und die Mannschaft kann das – im Grünweiß-Stammtisch angesprochene – Erfolgserlebnis feiern.

Dabei ist das Spiel an sich wahrlich kein Grund zur Euphorie gewesen. Zwar zeigte man deutlich mehr Willen als zuletzt in Saarbrücken und konnte die ersten 60 Minuten auch defensiv sicher stehen, aber das Spiel nach vorne war deutlich ausbaufähig. In der Offensive waren gerade Hunt und Ekici regelrechte Fremdkörper, die oft falsche Entscheidungen trafen und kaum Akzente setzen konnten. Darüber hinaus war man beim Umschalten nach Ballgewinn oft zu träge, um den Ball mit Geschwindigkeit in die gegnerische Hälfte zu bringen und den Gegner unter Druck zu setzen. Und nach besagten 60 Minuten und der Herausnahme von Ekici verlor man auch die Ordnung in der Defensive. Ob die Auswechslung von Memo (die zudem völlig verständlich war) nun damit kausal zusammenhängt, steht auf einem anderen Blatt, aber kurze Zeit später hatte Braunschweig die erst Großchance nach einem Distanzschuss von Reichel, den Mielitz gerade noch an die Latte lenken konnte. Weitere gute Möglichkeiten, die Braunschweig entweder vergab oder die Caldirola noch von der Linie kratzen konnte, sollten folgen.

Aus Sicht der Braunschweiger ist es bitter, dass das Tor der Bremer ausgerechnet in diese Phase fällt. Prödl schlägt einen langen Ball/Befreiungsschlag nach vorne zu Junuzovic, der cool bleibt und das 1:0 erzielt. Bremen kann nach sieben Jahren mal wieder ein Auftaktspiel auf fremdem Platz gewinnen. Der Bann ist gebrochen und die Aussagen der Mannschaft nach dem Spiel zeigen in meinen Augen, dass man das Spiel richtig einzuordnen weiß. Aber es kann dem Team Selbstvertrauen geben und man kann in der nächsten Woche ruhig auf das Augsburg-Spiel hinarbeiten, ohne gleich nach dem ersten Spieltag die vielen Skeptiker zu bestätigen, die Werder zu den Abstiegskandidaten zählen (Who the fuck is Franz B.?).

Natürlich ist nun nicht alles gut und Robin Dutt hat weiterhin viel Arbeit vor sich, aber gerade in den letzten Tagen haben Eichin und Dutt schon viel getan, um die Fans darauf vorzubereiten, dass es Zeit brauchen wird. Zum einen Zeit, um den Kader umzubauen und an die neuen Anforderungen  des Trainers anzupassen. Zum anderen bis die Mannschaft die Ideen von Robin Dutt vollständig verinnerlicht hat und dies sich auch auf dem Spielfeld im Ganzen zeigt. Ich persönlich finde es gut, dass sich die Vereinsführung so offensiv in der Öffentlichkeit präsentiert und dabei auch auf die Bekanntgabe eines konkreten Saisonziels verzichtet. Vor allem nach den oftmals sehr optimistischen Ansagen der letzten zwei Jahre, wo ich oft das Gefühl hatte, dass man die neuen Realitäten nicht erkennen konnte oder wollte.

Zum Abschluss möchte ich übrigens noch kurz auf meinen Man of the Match eingehen: Felix Kroos, der im defensiven Mittelfeld auflaufen durfte und in meinen Augen einen richtig guten Job machte. Er spielte unauffällig, hatte aber viele Ballkontakte und gewann einen Großteil seiner Zweikämpfe. Zudem dirigierte er seine Mitspieler und war sehr aktiv am kommunizieren. Ich kann mich an eine Szene in der zweiten Halbzeit erinnern, wo er Selassie auf der Außenbahn nach vorne schickt und die Position absicherte. In meinen Augen hat sich Felix damit einen weiteren Einsatz im nächsten Spiel mehr als verdient. Gegen Augsburg kann die Mannschaft hoffentlich einen weiteren Schritt in die richtige Richtung machen. Ich bin auf jeden Fall live vor Ort dabei.

Lebenslang Grün-Weiß!

Jetzt geht’s los – again

Noch zwei Tage, bevor das erste Pflichtspiel der Saison 13/14 steigt. Genau die richtige Zeit, wieder aus der Versenkung hervorzukommen. Nicht, dass ich in der letzten Zeit nicht auch irgendwie produktiv gewesen wäre, aber den Abstand zum Fußball habe ich gebraucht nach einer – leider aus den falschen Gründen – nervenzehrenden Saison, die im Klassenerhalt und der Trennung von Thomas Schaaf gipfelte. Aprospos Schaaf: es ist nun schon zweieinhalb Monate her, dass die Entscheidung fiel, sich vom scheinbar ewigen Thomas zu trennen. Und man mag mich einen schlechten Fan schimpfen, aber als Ende Juni/Anfang Juli der Robin Dutt den Trainingsauftakt leitete, da fühlte es sich gar nicht so falsch an, wie ich selbst zunächst befürchtete. Wahrscheinlich gewöhnt man sich in diesen Zeiten nur allzu schnell an den Wandel. Vielleicht ist es noch einmal was anderes, wenn der Thomas beim ersten Saisonspiel nicht mehr an der Seitenlinie steht…

Am Sonntag steigt beim 1. FC Saarbrücken das Erstrunden-Spiel im DFB-Pokal. Eine erste wirkliche Standortbestimmung nach einer durchwachsenen Saisonvorbereitung. Klar, man sollte Testspielen nie allzu viel Bedeutung beimessen und gerade mit einem neuen Trainer ist es nur allzu verständlich, dass dieser Zeit braucht, um sich einen Überblick über den Kader zu verschaffen. Wer kann welche Rolle übernehmen, wer kann eine tragende Figur in seinem System werden und wer hat vielleicht keine wirkliche Zukunft mehr in Bremen? Aber dennoch setzte nach dem 1:2 gegen Leipzig eine gewisse Unruhe ein, die durch die Siege gegen Erfurt und Fulham wieder abgefangen wurde. Gerade rechtzeitig, um nicht völlig fatalistisch ins Spiel gegen Saarbrücken zu gehen. Denn die Kombination 1. Pokalrunde, Werder und Drittligist war in den letzten beiden Jahren aus Bremer Sicht eher kein wirklicher Kracher. Aber ich sehe dem Spiel am Sonntag schon optimistisch entgegen. Klar, wir werden Saarbrücken nicht aus dem Stadion ballern, aber ich glaube, wir werden uns durchsetzen und mit einem ersten kleinen Erfolgserlebnis in die Saison starten.

Eichman und Robin

Auch über den Pokal hinaus blicke ich optimistisch auf die kommende Saison. Dies ist nicht unbedingt in den Änderungen beim kickenden Personal begründet, wo bisher nur Caldirola und Makiadi neu in die Mannschaft kamen. Vielmehr ruhen die Hoffnungen auf den Schultern von Robin Dutt. Nein, ich erwarte keine Wunderdinge von ihm und glaube auch nicht, dass er einfach mal das Ruder komplett rumreißen kann und uns in der ersten Saison nach Europa führt. Aber ich glaube, dass er diese Mannschaft entwickeln kann, dass er die Abwehr stabilisieren kann und wir nach drei Jahren der Stagnation und des Rückschritts endlich wieder eine langfristige und nachhaltige Entwicklung zu erkennen sein wird. Also, die Dinge, die wir in der Vergangenheit immer wieder kritisiert haben. Dabei will ich im Voraus gar nicht auf Formationen, Systeme und Taktiken spekulieren, denn auch das wird zu Beginn der Saison noch im Fluss sein, bis Dutt und die Mannschaft die Faktoren herausarbeiten, die zum Erfolg führen.

Auch Eichin kommt dabei natürlich eine wichtige Rolle zu, denn er kann nun erstmalig zeigen, wie er sich auf dem Transfermarkt schlägt. Caldirola und Makiadi sind dabei schon erste gute Transfers gewesen. Darüber hinaus rechne ich stark damit, dass sich in den nächsten vier Wochen noch einiges im Kader tun wird. So wurde heute nachmittag der Transfer von Denni Avdic zum AZ Alkmaar verkündet und auch um Arnautovic verdichten sich wieder die Gerüchte. Dabei ist ein möglicher Abgang von Arnautovic vor allem notwendig, um Geld in die klamme Kasse zu spülen, damit man selbst wieder zuschlagen kann. Ich hoffe, dass Eichin dabei wieder an die alte Bremer Tradition anknüpfen kann, Spieler für einen relativ schmalen Taler zu holen und diese dann später für ein vielfaches zu verkaufen.

Meine Erwartungshaltung ist auf dem gleichen Niveau wie vor der letzten Saison: ich erwarte eine Entwicklung, keinen konkreten Tabellenplatz (natürlich sollten wir uns dabei möglichst fern von den Abstiegsplätzen befinden). Ich will wieder Spaß an der Mannschaft haben und nicht in ein lethargisches Achselzucken abgleiten, wenn wir zehn Spiele in Folge nicht gewinnen. Gerade am Anfang wird es noch Zeit dauern, bis sich alles findet, aber ich bin bereit, der Mannschaft und den Verantwortlichen einen Vertrauensvorschuss zu geben. Und nach einigen Spieltagen wird dann klarer, was Dutt anders machen lässt und welchen Fußball die Mannschaft zeigt. Und ganz ehrlich: wird wieder Zeit, dass der Ball rollt und der SVW wieder kickt. In diesem Sinne:

Lebenslang Grün-Weiß!

Klassenerhalt

Das 1:1 gegen Frankfurt bedeutete den Klassenerhalt am vorletzten Spieltag. In den ersten 40 Minuten konnte ich das Spiel noch per Sky Go und iPad verfolgen, bevor sich die App aus unerfindlichen Gründen verabschiedete. Ich hatte bis dahin eine engagiert beginnende Mannschaft aus Bremen gesehen, die ca. 30 Minuten lang das Spiel im Griff hatte, bevor sich Frankfurt befreien konnte und zunehmend die Kontrolle über das Spiel übernahm. Die restlichen 50 Minuten saß ich mit dem iPad auf dem Schoss und drückte minütlich den Refresh-Button der kicker-App. Den Blick dabei fast mehr auf die Spiele mit Beteiligung aus Augsburg, Düsseldorf und Hoffenheim gerichtet. Durch die Niederlagen der drei Rivalen im Abstiegskampf reicht das Unentschieden, um auch nächstes Jahr in der ersten Liga zu bleiben. Freude habe ich nicht gespürt, nur eine dumpfe Form der Erleichterung.

Das Spiel gegen Nürnberg ist geprägt von Bedeutungslosigkeit auf beiden Seiten: ein lockeres Auslaufen über 90 Minuten. Gewinnt Bremen nicht, hat man die schlechteste Rückrunde der Vereinsgeschichte gespielt (bei Unentschieden entscheidet die Tordifferenz zu Gunsten der letzten Rückrunde). Aber das wäre nur ein weiteres trauriges Zeugnis für die furchtbare Saison. Ich weiß noch, wie Tobias, Anna und ich zu Beginn der Saison im Grünweiß-Stammtisch über unsere Erwartungen sprachen. Damals hatten wir darauf gehofft, die neu zusammengestellte Truppe bei ihrer Entwicklung zu begleiten. Und der Beginn der Saison ließ sich noch sehr gut an, bevor es gegen Ende der Rückrunde kippte und schließlich im Abstiegskampf endete.

Ich beneide die Verantwortlichen im Verein nicht um die kommenden Wochen. Die Saison hat offenbart, dass viele Baustellen im Verein vorhanden sind und dass es vor allem keine einfachen Lösungen für die Probleme gibt. Unter anderem muss auch der Trainer hinterfragt werden, der für die spielerischen, taktischen und defensiven Fehler – nicht nur dieser Saison – verantwortlich zeichnet. Die Zusammenstellung des Kaders gehört ebenfalls auf den Prüfstand. Eichin deutete schon an, dass man auch verstärkt den Charakter der Spieler berücksichtigen möchte, womit ich den Mythos, man könne schwierige Spieler zähmen, für beerdigt halte. Und wo wir beim Kader sind: es deutet sich der nächste Umbruch an. De Bruyne geht auf jeden Fall, Sokratis ist auch auf dem Sprung, die Spezis Arnautovic und Elia wird man sicher loswerden wollen und noch einige andere Personalien sind ungeklärt (allen voran: Hunt, Yildirim und Petersen). Ein Thema, was wir im vorletzten Grünweiß-Podcast am Rande angeschnitten hatten, ist die Nachwuchsarbeit. Zweifel an der von Werder über alle Zuständigkeitsbereiche hinweg praktizierten Nachwuchsarbeit (Ausbildung, Durchlässigkeit und Förderung im Profi-Bereich) gibt es schon länger.

Es ist davon auszugehen, dass eine Sommerpause nicht reicht, um alle Probleme anzugehen und die Früchte der Arbeit zu ernten, doch jetzt ist die Chance, den Grundstein für die Zukunft zu legen. Und egal, wie die einzelnen Entscheidungen im Detail aussehen hoffe ich, dass ich zu Beginn der nächsten Saison mit einem besseren Gefühl dasitzen kann, als dies derzeit der Fall ist. Ich kann nämlich aus vollster Überzeugung sagen: So eine Saison möchte ich nicht wieder erleben. Danke!

ALLEz GRÜN und Lebenslang Grün-Weiß!

Abstiegsk(r)ampf

Nach dem 0:3 daheim gegen den VfL Wolfsburg war unter der Woche viel von „mehr Engagement“ die Rede, welches man beim Auswärtsspiel in Leverkusen zeigen wollte. Es gab ein Teambuilding, eine nächtliche Ausfahrt von Arnautovic und Elia, kurzum: sowohl auf als auch neben dem Platz passierte unter Woche einiges.

In Leverkusen verkaufte sich das Team besser als ich im Vorhinein befürchtet hatte. Man konnte Leverkusen das Leben einigermaßen schwer machen, auch wenn die spielerische Klasse der Werkself nicht über 90 Minuten in Schach gehalten werden konnte. So führte ein guter Spielzug der Leverkusener auch zum Elfmeter in der 35. Minute. Ich fand die Szene diskussionswürdig, aber anscheinend war es ein berechtigter Elfer. Was die Sache noch schmerzhafter machte: Sam war beim Abspiel knapp im Abseits. Auch wenn es schwer zu sehen war: es war somit nicht regelkonform. Bremen selbst hatte in Halbzeit zwei die größte Chance, doch Junuzovic scheiterte im eins gegen eins an Leverkusens Bernd Leno.

Die offizielle Version der „Spin Doctors“ aus dem Verein lautet: „Und es hat Klick gemacht„. Das ist natürlich das gute Recht des Vereins, das Positive am Spiel herauszustellen und sicherlich hat man sich in Leverkusen nicht die befürchtete Packung abgeholt, aber es bleibt die Frage, warum man nicht vorher mit mehr Engagement aufgetreten ist. Wo blieb das Engagement gegen Wolfsburg und in einigen Spielen vorher? Vor allem gefällt es mir nicht, dass jetzt so getan wird, als würde das Spiel eine Art Wende darstellen. Wir waren diese Saison schon häufiger an dem Punkt, wo alle dachten, dass sich etwas zum Besseren ändern würde. Nur um danach wieder bitter enttäuscht zu werden. Zudem haben gestern sowohl Augsburg als auch Hoffenheim gewonnen, so dass Bremen nun noch weiter unten reingerutscht ist. Der Abstand auf Platz 16 beträgt nur noch 2 Punkte.

Damit kommt es nächten Samstag gegen Hoffenheim zu einem echten Endspiel. Mit einem Sieg kann man sich vielleicht den entscheidenden Abstand zu Platz 16 sichern, bei einer Niederlage geht es weiter Richtung Abgrund. Und momentan habe ich verdammte Angst davor, endgültig abzurutschen. Man muss kein Untergangsprophet sein, um für die nächste Saison Montagsspiele auf Sport1 zu befürchten. Leider ist dieses Szenario nur allzu wahrscheinlich geworden. Warum dem so ist, dass wurde hier und an anderer Stelle in den letzten Wochen schon oft genug besprochen. Bis der Verbleib in Liga eins gesichert ist, bringt es auch nichts, jede Woche die gleichen Dinge durchzukauen. Eichin hat gestern noch einmal betont, dass man mit Schaaf die Saison zu Ende bringen und dann weiter sehen wird. Das nehme ich vorerst so hin. Nun gilt es, die nötigen Punkte zu holen, egal wie.

Kevin De Bruyne gibt sich schon einmal sehr kämpferisch vor dem Hoffenheim-Spiel:

KdB-Twitter

KdB-Twitter

Was mir ein bisschen Sorge macht: anders als die Bremer wissen die Sinsheimer wie sich ein Sieg anfühlt. Gestern gegen Nürnberg scheinen sie ein gutes Spiel gemacht zu haben und die Tore waren gut rausgespielt. Das heißt, die kommen mit einem ganz anderen Selbsbewusstsein an die Weser. Auch Augsburg hat gestern richtig gut gespielt. Ganz anders als die Grün-Weißen derzeit.

Abschließend noch ein dickes „Danke“ an die Auswärtsfahrer, die gestern im Stadion richtig gute Stimmung gemacht haben. Auch über den Abpfiff hinaus. Nächsten Samstag muss es so weitergehen und hoffentlich steht das Stadion während des Spiels hinter der Mannschaft.

Lebenslang Grün-Weiß!

 

Lauerstellung

Wahrscheinlich wird das hier kein wirklich kohärenter Beitrag, aber ich schreibe einfach mal drauf los. 🙂

Wolfsburg kam mit einem frischen 1:6 aus München ins Bremer Weserstadion und konnte trotz einer allenfalls mittelmäßigen Leistung locker und verdient gewinnen. Das 0:1 fiel immerhin erst nach 13 Minuten, so lange konnte die Mannschaft im Duell um den 13. Platz mithalten. Das erste Gegentor ist quasi schon Standard: ein tiefer Pass auf Arnold, De Bruyne guckt nur hinterher und schon hat Arnold den Platz, um zehn Meter zu gehen und in aller Ruhe den Schuss aufzuladen. Weder die Innenverteidigung noch das defensive Mittelfeld greifen ein. Anschließend mühte sich eine verunsicherte Mannschaft 77 Minuten lang ab, um zu einer wirklichen Torchance durch Arnautovic zu kommen.

Das Spiel habe ich über weite Strecken resigniert verfolgt. Kein Ärger über den Schmalspur-Auftritt, sondern über weite Strecken einfach nur inneres Achselzucken und allenfalls die Frage, was Allofs eigentlich unter einem bestellten Feld versteht, dass er uns angeblich hinterlassen hat. Vielleicht hat er einfach die Zeichen der Zeit erkannt und da war das Angebot aus Wolfsburg die Gelegenheit, sich abzusetzen. Aber auch das ist egal, allenfalls ein Nebenschauplatz. Die Probleme in der Mannschaft und meine Ansichten zu Schaaf wurden in den vergangenen Wochen sowohl hier als auch an anderer Stelle schon ausführlich besprochen.

Da die Konkurrenten im Abstiegskampf ebenfalls verloren haben, ändert sich an der Tabellen-Situation nicht: es sind weiter fünf Punkte Vorsprung auf Platz 16. Es liegt Veränderung in der Luft und so kursierte schon während des Spiels das Gerücht, dass Schaaf angeblich nach dem Abpfiff hinschmeißen würde. Heute wurde ein Artikel von Kai Niels Bogena, dem Schreiberling mit persönlicher Agenda, durch das mediale Dorf getrieben. Angeblich hätte Klaus-Dieter Fischer Schaaf zum Abschuss freigegeben. Werder reagierte auf diesen Bericht mit einem Dementi. Gestern nach dem Spiel kündigte Eichin pflichtbewusst eine härtere Gangart gegenüber den Spielern an. Ich weiß nicht, was das wiederholte Einprügeln auf die Spieler noch soll. Das Problem steht neben der Linie, auch wenn man sich darum wohl erst nach Ablauf der Saison kümmern wird. Bis es soweit ist, wird jedes Räuspern in den Katakomben des Weserstadions als mögliche Ankündigung des Schaaf-Rauswurfs interpretiert. Und auch wenn es bisher nur Spekulationen sind, ist für mich klar, dass an einer Ablösung Schaafs kein Weg mehr vorbei führt.

Übrigens noch eine interessante Statistik für diejenigen, die sich nach einem Schaaf-Abgang vor Post-Otto-Verhältnissen fürchten (via @666_eldiablo). Das Tal, welches wir jetzt durchschreiten ist um einiges tiefer, eine Tatsache, die ich auch anders in Erinnerung habe.

Jahr/Platzierung/Punkte:

1996/9/44
1997/8/48
1998/7/50
1999/13/38

2011/13/41
2012/9/42
2013/14/32 (Saison läuft noch)