Tag Archives: 1. FC Saarbrücken

Dreimal ist Bremer Recht

Das Pokalspiel in Saarbrücken und der damit verbundene Start in die Saison 2013/14 kann als – vorsichtig formuliert – misslungen bezeichnet werden. Werder verliert zum dritten Mal in Folge in der ersten Pokalrunde gegen ein Team aus der dritten Liga und nimmt mir damit einen Großteil des Optimismus, den ich trotz durchwachsener Vorbereitung hatte. Dabei ist es nicht alleine die Tatsache, dass man sich in Runde eins aus dem Pokal verabschiedet, sondern vor allem die Art und Weise. Bis auf knapp 20 Minuten nach der Halbzeitpause war Saarbrücken das bessere Team, hatte mehr und hochkarätigere Torchancen und wirkte trotz des Fehlstarts in Liga 3 alles andere als verunsichert. Man konnte in Ansätzen einige Ideen von Dutt sehen (hochstehende AVs, 6er lässt sich zwischen IV fallen), aber man sah gerade im Defensivverhalten erschreckend viel Altbewährtes.

Immer wieder wurde der Ball auf dem Weg nach vorne verloren und die Saarbrücker nutzten die sich bietenden Räume. Erschreckend auch, dass man zwei-, dreimal nach eigenem Standard in Konter der Hausherrn lief. Darüber hinaus wirkte das Aufbauspiel völlig ideenlos und ohne erkennbare Linie. Die oben angesprochenen zwanzig Minuten, in denen auch das 1:1 fiel, waren nicht mehr als ein kurzes Strohfeuer, welches nur allzu schnell erlosch.

Nach dieser erneuten Pokalenttäuschung (Könnt Ihr Euch noch an damals erinnern? Als Bremen als Pokalmannschaft galt?) sitze ich hier mit einem Sack voll Fragen. Mir ist klar, dass es noch dauert, bis sich die fußballerischen Ideen von Robin Dutt vollends auf dem Platz nachvollziehen lassen und natürlich kann auch er nicht innerhalb der vierwöchigen Vorbereitung all die Dinge abstellen, die in den letzten Jahren nur allzu präsent waren, aber ich habe mir trotzdem mehr erhofft und nicht einen so plan- und streckenweise auch leblosen Auftritt. Ein Stemmen gegen die Niederlage, eine gewisse Grundaggressivität, all das fehlte völlig, wie so oft in den letzten Jahren.

Einen klaren Kantersieg habe ich nicht erwartet, nicht einmal eine wirklich dominante Vorstellung, aber ich hätte erwartet, dass man sich über die volle Distanz wehrt, sich reinhängt und dem Gegner nicht so das Feld überlässt. Zumal der Gegner sonst zwei Ligen weiter unten antritt. Beim „Treffen der Pokaldeppen“ am nächsten Samstag (Braunschweig verlor mit 0:1 in Bielefeld) muss sich die Mannschaft gewaltig steigern, soll nicht auch der Bundesliga-Start daneben gehen. Klar, man darf jetzt nicht in Fatalismus verfallen und das ganz große „Mimimimi“ anstimmen, aber das Spiel heute war ein herber Tiefschlag für meinen vorsaisonalen Optimismus, den ich vor dem Spiel noch im Podcast mit Tobi zum Besten gab. Auf das es Samstag besser werden möge…

Lebenslang Grün-Weiß!

Jetzt geht’s los – again

Noch zwei Tage, bevor das erste Pflichtspiel der Saison 13/14 steigt. Genau die richtige Zeit, wieder aus der Versenkung hervorzukommen. Nicht, dass ich in der letzten Zeit nicht auch irgendwie produktiv gewesen wäre, aber den Abstand zum Fußball habe ich gebraucht nach einer – leider aus den falschen Gründen – nervenzehrenden Saison, die im Klassenerhalt und der Trennung von Thomas Schaaf gipfelte. Aprospos Schaaf: es ist nun schon zweieinhalb Monate her, dass die Entscheidung fiel, sich vom scheinbar ewigen Thomas zu trennen. Und man mag mich einen schlechten Fan schimpfen, aber als Ende Juni/Anfang Juli der Robin Dutt den Trainingsauftakt leitete, da fühlte es sich gar nicht so falsch an, wie ich selbst zunächst befürchtete. Wahrscheinlich gewöhnt man sich in diesen Zeiten nur allzu schnell an den Wandel. Vielleicht ist es noch einmal was anderes, wenn der Thomas beim ersten Saisonspiel nicht mehr an der Seitenlinie steht…

Am Sonntag steigt beim 1. FC Saarbrücken das Erstrunden-Spiel im DFB-Pokal. Eine erste wirkliche Standortbestimmung nach einer durchwachsenen Saisonvorbereitung. Klar, man sollte Testspielen nie allzu viel Bedeutung beimessen und gerade mit einem neuen Trainer ist es nur allzu verständlich, dass dieser Zeit braucht, um sich einen Überblick über den Kader zu verschaffen. Wer kann welche Rolle übernehmen, wer kann eine tragende Figur in seinem System werden und wer hat vielleicht keine wirkliche Zukunft mehr in Bremen? Aber dennoch setzte nach dem 1:2 gegen Leipzig eine gewisse Unruhe ein, die durch die Siege gegen Erfurt und Fulham wieder abgefangen wurde. Gerade rechtzeitig, um nicht völlig fatalistisch ins Spiel gegen Saarbrücken zu gehen. Denn die Kombination 1. Pokalrunde, Werder und Drittligist war in den letzten beiden Jahren aus Bremer Sicht eher kein wirklicher Kracher. Aber ich sehe dem Spiel am Sonntag schon optimistisch entgegen. Klar, wir werden Saarbrücken nicht aus dem Stadion ballern, aber ich glaube, wir werden uns durchsetzen und mit einem ersten kleinen Erfolgserlebnis in die Saison starten.

Eichman und Robin

Auch über den Pokal hinaus blicke ich optimistisch auf die kommende Saison. Dies ist nicht unbedingt in den Änderungen beim kickenden Personal begründet, wo bisher nur Caldirola und Makiadi neu in die Mannschaft kamen. Vielmehr ruhen die Hoffnungen auf den Schultern von Robin Dutt. Nein, ich erwarte keine Wunderdinge von ihm und glaube auch nicht, dass er einfach mal das Ruder komplett rumreißen kann und uns in der ersten Saison nach Europa führt. Aber ich glaube, dass er diese Mannschaft entwickeln kann, dass er die Abwehr stabilisieren kann und wir nach drei Jahren der Stagnation und des Rückschritts endlich wieder eine langfristige und nachhaltige Entwicklung zu erkennen sein wird. Also, die Dinge, die wir in der Vergangenheit immer wieder kritisiert haben. Dabei will ich im Voraus gar nicht auf Formationen, Systeme und Taktiken spekulieren, denn auch das wird zu Beginn der Saison noch im Fluss sein, bis Dutt und die Mannschaft die Faktoren herausarbeiten, die zum Erfolg führen.

Auch Eichin kommt dabei natürlich eine wichtige Rolle zu, denn er kann nun erstmalig zeigen, wie er sich auf dem Transfermarkt schlägt. Caldirola und Makiadi sind dabei schon erste gute Transfers gewesen. Darüber hinaus rechne ich stark damit, dass sich in den nächsten vier Wochen noch einiges im Kader tun wird. So wurde heute nachmittag der Transfer von Denni Avdic zum AZ Alkmaar verkündet und auch um Arnautovic verdichten sich wieder die Gerüchte. Dabei ist ein möglicher Abgang von Arnautovic vor allem notwendig, um Geld in die klamme Kasse zu spülen, damit man selbst wieder zuschlagen kann. Ich hoffe, dass Eichin dabei wieder an die alte Bremer Tradition anknüpfen kann, Spieler für einen relativ schmalen Taler zu holen und diese dann später für ein vielfaches zu verkaufen.

Meine Erwartungshaltung ist auf dem gleichen Niveau wie vor der letzten Saison: ich erwarte eine Entwicklung, keinen konkreten Tabellenplatz (natürlich sollten wir uns dabei möglichst fern von den Abstiegsplätzen befinden). Ich will wieder Spaß an der Mannschaft haben und nicht in ein lethargisches Achselzucken abgleiten, wenn wir zehn Spiele in Folge nicht gewinnen. Gerade am Anfang wird es noch Zeit dauern, bis sich alles findet, aber ich bin bereit, der Mannschaft und den Verantwortlichen einen Vertrauensvorschuss zu geben. Und nach einigen Spieltagen wird dann klarer, was Dutt anders machen lässt und welchen Fußball die Mannschaft zeigt. Und ganz ehrlich: wird wieder Zeit, dass der Ball rollt und der SVW wieder kickt. In diesem Sinne:

Lebenslang Grün-Weiß!