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Murmeltiere Reloaded

Ich komme mir beim SV Werder mittlerweile vor wie bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Seit der Saison 14/15 beginnt jede Saison mit einem gewissen Maß an Optimismus, der mal mehr und mal weniger ausgprägt ist. Nur um dann hart auf den Boden der Realität aufzuschlagen. Dabei waren die Voraussetzungen vor dieser Saison gut wie lange nicht mehr. In der Rückrunde setzte die Mannschaft zu einer Erfolgsserie an, die man so lange nicht mehr an der Weser bewundern durfte. Klar, der Lauf würde sich nicht einfach in die neue Saison weiterführen lassen, das zeigten ja schon die Partien in Köln und gegen Hoffenheim zum Ende der Saison und während der Serie hat man auch immer wieder von Matchglück und gnadenloser Effizienz profitiert. Aber ich hatte leise Hoffnung auf einen verhältnismäßig erfolgreichen Start in die Saison. Und nun haben wir den achten Spieltag absolviert und der SVW steht wieder unten in der Tabelle. Acht Spiele und kein Sieg. Acht Spiele und schon wieder ist der Trainer angezählt. Das kommende Auswärtsspiel gegen Köln (die aktuell noch unter uns stehen) wird schon zum Schicksalsspiel ausgerufen und ob der Namen, die als mögliche Alternativen kursieren (Labbadia, Frontzeck, Slomka), machen einem Angst.

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Nouri scheint dabei sein Mojo aus der Rückrunde verloren zu haben. Der Fokus liegt diese Saison ganz klar auf der Defensive, was per se nicht schlecht ist (siehe meinen letzten Beitrag), aber leider fehlt dieses Jahr eine konsequente Idee für das Spiel nach vorne. Nach dem Saisonauftakt mit Spielen gegen Hoffenheim und Bayern war das noch akzeptabel, aber wenn man auch gegen Freiburg, Wolfsburg und den HSV derart zahnlos nach vorne spielt, dann stimmt einen das schon nachdenklich. Klar, wichtige Spieler waren/sind verletzt, wie bspw. Moisander, Junuzovic und Kruse. Andere Spieler hingegen sind außer Form, hier sind Bartels und Delaney zu nennen oder haben noch Anpassungsschwierigkeiten wie Belfodil. Aber Nouri trifft auch teils komische Entscheidungen, wenn er (wie gegen Gladbach) Maxi Eggestein auf die Bank setzt und somit den spielstärksten Mann im defensiven Mittelfeld opfert. Oder wenn er in der zweiten Halbzeit auf eine Doppelsechs mit Junu und Bargfrede setzt. Wenn Jojo Eggestein, der als großes Talent gilt, keinen Stich sieht, obwohl Belfodil nun wirklich keine Bäume ausreißt. Dazu noch die oft späten und auch nicht nachvollziehbaren Wechsel. Und zu guter Letzt das Gefühl, dass ein wirkliches Konzept fehlt. Natürlich kann der Trainer aufstellen, wen er möchte und auch spielen lassen, wie er das gerne möchte. Nur wenn es nicht funktioniert, dann muss er dafür auch den Kopf hinhalten. Dabei hat man gar nicht zwingend das Gefühl, dass Nouri alles komplett umkrempeln muss, aber auch die kleinen Anpassungen bleiben bisher aus.

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Was mir aber in der aktuellen Debatte um den Trainer leider ein bisschen zu kurz kommt, sind auch die Versäumnisse eine Etage weiter oben in der sportlichen Führung. Die Voraussetzungen diesen Sommer waren so gut wie lange nicht mehr. Es war relativ früh absehbar, dass man die Klasse halten würde. Zudem war auch früh bekannt, welche Spieler gehen würden. Das heißt, man hatte genug Zeit, vorhandene Lücken zu füllen, die durch die Abgänge entstehen würden. Auch wenn der Verlust von Piza und Fritz vielleicht sportlich nicht so groß ist, so fehlten doch zwei Spieler, die für das Team vor allem abseits des Feldes wichtig waren. Das dann auch die Planstelle Mittelstürmer erst am letzten Tag der Transferperiode mit Belfodil befüllt wurde, war dann schon enttäuschend. Grillitsch und Gnabry wurden de facto nicht ersetzt. Ironischerweise wurde der Abgang der beiden von vielen mit einem Achselzucken hingenommen, weil beide ja völlig überschätzt waren. Mag sein, dass beide in der Rückrunde (auch durch Verletzungen) an die Seite gedrängt wurden, aber man sieht eben doch, dass sie fehlen: die Übersicht und die Fähigkeiten im Spielaufbau von Grillitsch sowie die Torgefahr von Gnabry. An Gnabry kann man viel kritisieren, aber in der Hinrunde hat er halt die Dinger gemacht und auch mal aus 25 Metern draufgehalten. Oder uns gegen Wolfsburg in der Rückrunde mit zwei Toren den Sieg beschert. Und auch wenn die Transfers von Augustinsson, Pavlenka und Gondorf Sinn machten, wurden Baustellen nicht geschlossen. Und das ist in meinen Augen auch ein großer Faktor der aktuellen Misere, dass Baumann da eben nicht agiert hat.

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Die mangelnden Transferaktivitäten im Sommer haben nun wahrscheinlich einen banalen Grund: das liebe Geld. In der Vorsaison konnte man noch die Ablösesummen von Vestergaard und Ujah (über 20 Mio €) einsetzen, um entsprechend tätig zu werden. Diesen Sommer war Gnabry der einzige Abgang, der eine wirklich nennenswerte Ablöse generieren konnte. Und in Zeiten, in denen sich die Preisspirale im Fußball immer weiter nach oben dreht, kann man schon auch die Befürchtung haben, das Bremen langfristig komplett den Anschluss verliert und den Gang in Liga zwei antreten muss, einfach weil man die Qualität im Kader nicht auf Bundesliga-Niveau halten kann. Alarmismus? Vielleicht, aber man fragt sich schon, wie lange es noch gut gehen wird. Und ja, nach drei Siegen in Folge sieht die Welt auch schon ganz anders aus. 😉

Reset

Das 0:1 gegen den 1. FC Köln war das letzte Spiel als Trainer des SVW für Robin Dutt. Am Samstag wurde er beurlaubt und vorerst übernehmen Viktor Skripnik und sein Team die Leitung der Mannschaft. Das Ende für Robin Dutt zeichnete sich spätestens seit dem Freiburg-Spiel zunehmend ab. Schon nach dem mauen 1:1 gegen die Breisgauer wurde über die Bedeutung des Köln-Spiels als mögliche Alles-oder-nichts-Partie spekuliert. Das leblose 0:6 im Gastspiel beim FC Bayern hat an der Situation nicht wirklich viel geändert, ganz im Gegenteil: im Doppelpass auf Sport1 sprach Thomas Eichin letzten Sonntag schon von einem Endspiel gegen Köln und auch Robin Dutt nannte einen Sieg gegen die Domstädter alternativlos. Schon im Spiel gegen den SC Freiburg wurde ein Sieg zur Pflicht erklärt und vor dem Köln-Spiel wurde rhetorisch noch eine Schippe draufgelegt. Dies erhöhte nicht nur den Druck, sondern wies auch letztlich den Weg in eine Sackgasse, denn es war klar, dass das Verpassen eines Sieges gegen den Effzeh Konsequenzen zur Folge haben würde, wollte man die eigene Glaubwürdigkeit verlieren.

Die Geschichte des Spiels gegen Köln ist relativ schnell erzählt: in der ersten Halbzeit ist Bremen die deutlich engagiertere Mannschaft, findet jedoch gegen extrem gut organisierte Gäste kein Mittel, um die Abwehr wirklich auszuhebeln und gute Torchancen zu erspielen. Mit zunehmender Spieldauer konnte Köln immer wieder gefährliche Nadelstiche setzen. In der 59. Minute erzielt Ujah den entscheidenden Treffer für Köln, nachdem Prödl einen entscheidenden Zweikampf im eigenen Strafraum verliert. Man konnte förmlich spüren, wie dieses Gegentor den Bremern den Boden unter den Füssen wegzog und die Verunsicherung sowohl auf dem Platz als auch auf den Rängen wurde nahezu greifbar. Robin Dutt griff zur Brechstange, stellt Petersen und Selke neben Di Santo in den Sturm und wies die Mannschaft an, die Bälle hoch und lang nach vorne zu schlagen. Da keiner der drei als besonders kopfballstark gilt oder in der Lage war, die hohen Bälle zu verarbeiten und dann auf seine Kollegen weiterzuleiten, waren die letzten Minuten des Spiels wahrlich nicht schön anzusehen und man hatte auch ehrlich gesagt nie das Gefühl, dass die Kölner sich von den hohen Bällen beeindrucken lassen würden.

Als Dutt zum SV Werder kam, war ich zwar nicht hellauf begeistert, aber im Gegensatz zu manch anderen war ich auch nicht völlig gegen die Verpflichtung. Ja, in Leverkusen lief es nicht so gut, aber beim SCF hatte er damals doch einen ganz guten Job gemacht. Und auch wenn ich (wie auch der Rest der Grünweiß-Crew) in der letzten Saison das eine oder andere kritische Wort über ihn verloren habe, war ich vor der Saison relativ optimistisch gestimmt. Ich hatte das Gefühl, dass sich da etwas tun würde und wir diese Saison zwar nicht in Glanz und Gloria bestreiten würden, aber das es einen weiteren Schritt nach vorne geben würde. Und anfangs gab es diese Saison durchaus Hoffnung, doch während zunächst die Mannschaft mit Mentaltiät und einigen guten spielerischen Ansätzen zu überzeugen wusste, wichen die spielerischen Ansätze immer mehr und irgendwann blieb auch die Mentalität auf der Strecke. Tobias hat nach der Bayern-Klatsche die (auch für mich) wichtigsten Kritikpunkte an Dutt aufgeführt, wie bspw. die nicht enden wollende Gegentorflut (94 in 45 Pflichtspielen), das nicht wirklich vorhandene Offensivspiel sowie auch die zunehmende Festlegung auf einen Stamm von vielleicht 16 Spielern. Ich hätte auch gut damit leben können, wenn Dutt die Kurve gekriegt hätte und ich bei ihm das Gefühl gehabt hätte, es würde wieder aufwärts gehen.

Nun wurde gestern die Reißleine gezogen. Ich fand Thomas Eichin bei den Erläuterungen zum Trainerwechsel erstaunlich unsouverän, er sprach davon, wie sehr er Dutt als Trainer schätzte und dass er von seiner Arbeit überzeugt war, aber es nun Zeit für einen neuen Impuls von außen gewesen wäre, da einfach die Ergebnisse gefehlt hätten. Fand ich erstaunlich, da es sich irgendwie nicht so anhört, als sei es wirklich seine Entscheidung gewesen, Dutt zu feuern. Wer weiß, wie souverän Eichin sonst formuliert und es vor allem versteht, Dinge zu sagen, ohne sie auszusprechen. Vielleicht ist es aber auch auf den Umstand zurückzuführen, dass die Entlassung von Robin Dutt natürlich auch für Eichin eine Niederlage ist, denn er holte ihn an die Weser und sollte nun auch Skripnik scheitern, dürften sich die Blicke auf den Geschäftsführer Sport und seine Arbeit, vornehmlich die Spielerverpflichtungen unter seiner Ägide, richten. Ja, auch Eichin muss unter erschwerten Bedingungen arbeiten, aber gerade die Spieler, die für (relativ) viel Geld geholt wurden, bleiben hinter den Erwartungen zurück. Und da werden die Fragen in Eichins Richtung häufiger werden, wenn sich der Erfolg nicht einstellt.

Nun übernehmen Skripnik, Frings, Kohfeldt und Vander also das Regiment an der Seitenlinie. Es ist eine interne Lösung geworden und die Parallelen zu Schaafs Amtsübernahme 1999 sind kaum zu übersehen. Ich finde es gut, dass man Skripnik das Zepter übergeben hat und ich würde lügen, würde nicht auch die Nostalgie dabei eine Rolle spielen. Doch zunächst muss Skripnik beweisen, dass er in der Lage ist, eine Bundesliga-Mannschaft erfolgreich zu trainieren. Kurzfristig wünsche ich mir vom ukrainischen Beckham folgende Verbesserungen, wobei diese Punkte sicher nicht schon zum Chemnitz-Spiel morgen behoben sein werden.

  • Stabilisierung der Abwehr: Diese Saison haben wir uns in 9 Spielen schon 23 Gegentore eingefangen, das sind Werte eines Absteigers. Vorrangig muss es darum gehen, hinten wieder mehr Stabilität reinzubekommen und die teils erschreckenden Fehler zu minimieren. Auch die Tatsache, dass nahezu alle Mannschaften die rechte Bremer Abwehrseite als Schwachstelle identifiziert haben und diese gezielt angreifen, sollte zu denken geben. Dabei liegt es nicht nur an den jeweiligen Außenverteidigern Busch oder Fritz, sondern auch an der mangelnden Absicherung aus dem Mittelfeld heraus. I’m looking at you, Bartels!
  • Spieler aus dem Formtief holen: Viele Spieler durchlaufen gerade eine Formkrise. Gerade defensiv macht es sich bemerkbar, dass bspw. Prödl, Caldirola oder Garcia meilenweit von den Auftritten der Vorsaison entfernt sind. Aber auch ein Nils Petersen scheint derzeit reichlich neben der Spur zu sein.
  • Chancen für Neue: Dutt hat auf einen beschränkten Stamm von vielleicht 15, 16 Spielern zurückgegriffen. Dies muss per se nichts Schlechtes sein, gerade wenn ein Team sich eingespielt hat, macht es Sinn, nicht durch ständige Personalwechsel für Unruhe zu sorgen. Aber gerade im Mittelfeld haben in meinen Augen auch mal kreative Impulse gefehlt, wie ich sie bspw. einem Levent Aycicek oder einem Ludovic Obraniak zutraue. Und bei Obraniak scheint es ja zuletzt auch an Differenzen mit Dutt gelegen haben, dass er keine Chance mehr bekam. Es geht dabei darum, zu schauen, wer der Mannschaft weiterhelfen kann und von wem auch ein Schuss Kreativität ausgeht.
  • Offensive dynamischer gestalten: In den Zeiten zunehmenden Drucks wurde auch das Aufbau- und Offensivspiel der Bremer immer eindimensionaler. Gegen Freiburg stellte Dutt nach 30 Minuten auf lange Bälle um und gegen Köln wurde spätestens nach 70 Minuten der lange Hafer ausgepackt. Beide Male erklärte Dutt dies mit der spielerischen Überforderung der Mannschaft. Mir ist klar, dass man nicht über Nacht ein komplexes Offensivsystem installieren wird, aber es wäre gut, auch noch andere Mittel im Arsenal zu haben, als nur den langen Ball. Gerade aus einer stabilen Abwehr heraus sollten Strategien für die eigenen Angriffe etabliert werden.

Ich bin vorsichtig optimistisch, dass es nun wieder langsam aufwärts gehen könnte. Schauen wir mal.

Lebenslang Grün-Weiß!

Duell am Osterdeich

Eigentlich wollte ich ein paar Takte zu Willi Lemke loswerden, doch aufgrund der Äußerungen von Klaus-Dieter Fischer gestern abend und dem sich anschließenden medialen Schlagabtausch muss ich das wohl ein bisschen ausdehnen.

In der blauen Ecke: Willi Lemke

Willi Lemke ist ein Werder-Urgestein. Seit 1981 war er Manager der Grün-Weißen und konnte damals mit Otto Rehhagel eine erfolgreiche Ära prägen. Immer noch legendär sind die Verbal-Duelle zwischen Lemke und dem damaligen Bayern-Manager Uli Hoeneß, die einen gewissen Unterhaltungsfaktor hatten. Im Jahr 2003 wurde Lemke Mitglied des Aufsichtsrats und später dann sogar Vorsitzender des AR. Nicht erst seitdem Bremen im Keller der Tabelle angekommen ist und es bei den Fans unruhig wird, ist Lemke das Feindbild Nummer eins im Verein. Dabei lautet der Vorwurf letztlich immer, dass der Willi Werder zu Tode spart. Abgesehen von der Art und Weise, wie Ende August das Treffen zwischen Geschäftsführung und Aufsichtsrat über die Medien ausgetragen wurde, hat Lemke seine Aufsichtsfunktion ausgeübt und aufgrund der wirtschaftlich angespannten Situation weiter auf einem Konsolidierungskurs bestanden. Dadurch kam letztlich auch der Ruiz-Deal nicht zustande. Ich finde es immer noch erstaunlich, wie viele Stimmen seinen Kopf fordern, obwohl er nur seine Funktion ausübt und darauf verweist, dass man nicht mehr Geld ausgeben kann als man zur Verfügung hat.

Ich finde die Personalie Lemke nicht unproblematisch, doch mach ich es nicht daran fest, dass er Eichin an der Shopping-Tour gehindert hat. Zum einen habe ich mich schon vor ein paar Jahren, als Lemke und Allofs über den Sokratis-Deal stritten, gefragt, wo Lemke eigentlich war, als man munter Geld für „Kracher“ wie Carlos Alberto, Wesley, Arnautovic, Marin und Co. ausgegeben hat. Klar, damals standen wir finanziell noch nicht mit dem Rücken zur Wand und die sportliche Situation war eine andere, aber da hat an von Lemke nix gehört. Aber auch bspw. der Deal rund um das Weserstadion, dessen Betrieb sich für Werder erst ab 20+ Spielen lohnt, wurde damals zumindest nicht öffentlich in Frage gestellt. Darüber hinaus finde ich die ganze Geschichte damals mit Jürgen L. Born auch heute noch anrüchig. Das sieht für mich immer noch wie ein gezielter Abschuss eines missliebigen Konkurrenten aus. Aktuell bin ich erstaunt, wie wenig von Lemke in der Causa „Land Bremen vs. DFL“ zu hören ist, obwohl die Pläne, die Kosten für Polizeieinsätze rund um Bundesliga-Spiele an die DFL weiterzureichen, Werder schon insofern geschadet hat, als der DFB Bremen das EM-Qualispiel gg. Gibraltar entzogen hat. Das erstaunt insofern, als Lemke nun nicht gerade als konfliktscheu bekannt ist. Oder will er der regierenden SPD nicht auf die Füße treten? Das alles prägt mein Bild von Willi deutlich stärker als die Tatsache, dass er in unserer jetzigen finanziellen Situation weiter am Sparkurs festhält.

Für die „Lemke raus“-Fraktion noch der Hinweis, dass  man auf der Jahreshauptversammlung die Möglichkeit hat, sich zu äußern (sofern man Vollmitglied ist) und seine Meinung vorzutragen. Und wer der Überzeugung ist, dass Lemke seinen Posten räumen muss, der hat die Möglichkeit, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Davor müssen allerdings 25% der Mitglieder mobilisiert werden. Klar, deutlich schwieriger als Lemkes Kopf zu fordern, aber so könnte es gehen. 😉 Ich sehe Lemke durchaus kritisch, aber es muss auch bedacht werden, dass Lemke nicht alleine im Aufsichtsrat sitzt und daher auch andere die Entscheidung zum Sparen mitgetragen haben. Sollen die dann auch gehen? Ich hänge nicht an der Personalie Lemke, aus den oben genannten Gründen und weil ich glaube, dass er oft zu sehr auf seine eigene Agenda fixiert ist. Daher würde ich seinen Abschied spätestens nach Ablauf der aktuellen Amtszeit 2016 begrüßen.

In der roten Ecke: Klaus-Dieter Fischer

Der Gegenpart von Lemke ist KDF, bis Dezember noch Mitglied der Geschäftsführung von Werder. Gestern und heute machten Berichte die Runde, wonach KDF einen Strategiewechsel fordert und bei der Verpflichtung neuer Spieler stärker ins Risiko gehen möchte, angeblich auch über Schulden. KDF scheint mit den Aussagen einen Nerv getroffen zu haben. Endlich jemand, der Lemkes Knausrigkeit Einhalt gebietet. Das es sich dabei vor allem um eine Retourkutsche für die AR/GF-Sitzung Ende August handelt, wo Details und Zeitpunkt schon vorher an die Medien lanciert wurden, wird dabei ebenso ignoriert wie die Tatsache, dass der Zeitpunkt (Bremen ist frisch gebackener Tabellenletzter) taktisch gut gewählt ist. Zudem erzählt KDF auch nichts wirklich Neues.

Fangen wir vorne an: KDF erzählt, man sei bereit, deutlich mehr ins Risiko zu gehen. Dabei wird die aktuelle Tabellensituation auch ein Stück weit als Rechtfertigung genommen, denn „Aber wir müssen uns jetzt damit beschäftigen: Was bedeutet eigentlich der Abstieg? Nach meinen Einschätzungen bedeutet das Umsatzeinbußen im zweistelligen Millionen-Bereich. Und was bedeutet dagegen eine kurzfristige, nicht zu umfangreiche Verschuldung, um ins Team zu investieren – unser wichtigstes Gut?“ (Quelle: kreiszeitung.de). Als Ende August bekannt wurde, dass der AR am Konsolidierungskurs festhält, machte zeitgleich passenderweise das Gerücht die Runde, dass Werder wieder einen ähnlich hohen Verlust machen würde wie im vorherigen Geschäftsjahr (- 8 Mio. €). Dabei sind die neuerlichen Versuche, in Spieler zu investieren, keine wirklich sensationellen Nachrichten, denn im Sommer hat man ja auch versucht zu investieren. Und ich nehme an, dass man auch in vorherigen Transferphasen auf Seiten der Geschäftsführung bereit war, mehr Geld auszugeben als zur Verfügung stand, um die Qualität des Kaders zu steigern. Nun hat man für neuerliche Gespräche die Tabellensituation als Argument auf seiner Seite sowie den öffentlichen Druck, der sich daraus ggf. ergibt, denn Fischer steht jetzt als visionärer Retter dar, während Lemke weiter der unbelehrbare Geizhals bleibt.

Die zweite vermeintliche Neuigkeit lautet: KDF sei bereit, Schulden in Kauf zu nehmen, um oben genannte Investitionen zu tätigen. Was sämtliche Medien, die diese Meldung aufgriffen, dabei nie erwähnt haben: Bremens Eigenkapital ist bald erschöpft und dann wird Werder eh Schulden machen, alleine um den Betrieb aufrecht zu erhalten und ganz ohne zusätzliche Investitionen. Drei Möglichkeiten bleiben Werder:

  1. Die Einnahmen deutlich steigern. Das dürfte schwierig sein, denn die Einnahmen durch Sponsoren oder Merchandise dürften schon am Limit sein. Eine weitere Möglichkeit wären Spielerverkäufe, aber da sehe ich ad hoc nur Franco Di Santo, der uns eine substantielle Summe einbringen könnte.
  2. Die Ausgaben weiter senken. In den letzten Spielzeiten hat man den Spieleretat von zu Saison zu Saison weiter gesenkt. Aktuell ist da immer noch Luft nach unten, vor allem wenn man sich das Preis-Leistungs-Verhältnis des Kaders im Vergleich zu anderen Mannschaften anschaut (war auch Thema im aktuellen Grünweiß-Stammtisch). Andererseits läuft man Gefahr, die Qualität durch Spielerabgänge noch weiter zu senken und nicht adäquat durch Low-Budget-Transfers ersetzen zu können.
  3. Der Topf voll Gold unter dem Weserstadion. Okay, ein paar Investoren sind da wohl wahrscheinlicher. Dabei macht es jedoch wenig Sinn, Investoren ins Boot zu holen, die einzig die Defizite in der Bilanz auffüllen.

Das Schulden-Thema wird – aller Voraussicht nach – so oder so auf Werder zukommen, ob mit oder ohne zusätzliche Investitionen. Auch wenn ein Abstieg, wie von KDF ausgeführt, verheerende finanzielle Folgen haben kann, sollte man gut überlegen, ob und wie man zusätzliche Transfers finanziert, wenn sich an der derzeitigen Finanzsituation nicht grundlegend etwas ändert. Auch durch Schulden kann der Verein untergehen, nicht alleine durch den Sparkurs von Willi L.

Abschließend will ich noch auf die Erwähnung von drei Bremer Unternehmen eingehen, die bereit sind, Werder finanziell zu unterstützen. Dieses mögliche Engagement wird dabei an eine Bedingung geknüpft: Willi Lemke muss gehen. Ich habe dieses Szenario schon als Gerücht wahrgenommen, nun wird es von KDF benutzt, um direkt Druck auf Lemke auszuüben. Dabei missfällt mir vor allem die Vorstellung von Geldgebern, die ihr finanzielles Engagement an personelle Bedingungen knüpfen. Völlig unabhängig davon, wie man zu der Person Willi Lemke steht. Aber man kann nicht einerseits feixend auf den HSV und deren Sugardaddy Kühne zeigen und gleichzeitig mögliche Investoren bejubeln, die Geld nur geben, wenn Lemke Platz macht. Was ist, wenn denen anschließend andere Personalien im Verein nicht gefallen? Der Geschäftsführer Sport, also Thomas Eichin oder der Trainer? Dürfen die dann auch den Rauswurf fordern und man gibt dann nach, Hauptsache, die Kohle kommt weiterhin? Mir ist klar, dass Bremen über kurz oder lang sich Investoren und/oder strategische Partner suchen muss. Aber man darf auch nicht vergessen, dass diese Investments kein Spenden aus philanthropischen Motiven heraus sind, sondern die sind immer an Bedingungen geknüpft, seien es Anteile an der GmbH, Beteiligungen an Weiterverkäufen von Spielern, Rendite, was auch immer. Sowas muss auch immer sorgfältig geprüft werden.

An der Stelle bin ich auch von den berichtenden Medien enttäuscht, vor allem von denen, die direkt vor Ort sitzen, denn nirgendwo werden die Aussagen von Fischer mal analysiert, sondern nur rausposaunt, ohne konkrete Einordnung.

SV Hollywood?

Einige machen sich Sorgen, dass Bremen nun zum SV Hollywood verkommt oder im Chaos versinkt. Ich denke, dass solche Schlussfolgerungen etwas voreilig sind. Natürlich ist es für Bremer Verhältnisse ungewöhnlich, dass solche Dinge in der Öffentlichkeit ausgetragen werden, aber vielleicht ist es auch einfach an der Zeit, sich endgültig von dem Mythos der „Werder-Familie“ und des „Werder-typischen“ zu verabschieden. Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass schon in den letzten Jahren die Dinge an der Weser schon nicht mehr so idyllisch liefen, wie es vielleicht nach außen hin schien. Die große Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben, die irgendwann nicht mehr durch Transferüberschüsse geschlossen wurde und fragwürdige Entscheidungen im Zusammenhang mit der Stadionnutzung sprechen beispielsweise gegen die sonst so vorsichtige Vorgehensweise, die man hanseatischen Kaufleuten so gerne zuschreibt und für die man sich ja jahrelang hat loben lassen.

Im Hinblick auf die Jahreshauptversammlung am 24.11. bin ich gespannt, ob die von Fischer nun aufgeworfenen Themen zur Sprache kommen und sich darum eine Diskussion entspinnt. Für den Moment scheint es so, dass Fischer vor seinem Abgang noch eine letzte Breitseite gegen Lemke abfeuert und die Auseinandersetzung aus dem August weiterführt (nebenbei ist ja auch nicht so, als seien sich Lemke und Fischer erst seit kurzem nicht mehr grün). Es treffen zwei Auffassungen aufeinander, welcher Weg für den SV Werder in der jetzigen Situation der vermeintlich richtige ist. Auf der einen Seite Lemke (und offensichtlich die Mehrheit des AR), die den Konsolidierungskurs weiter fortführen und vor möglichen Neuverpflichtungen lieber erst einmal Spieler abgeben möchten. Auf der einen Seite die Geschäftsführung um Eichin und Fischer, die bereit ist, ein gewisses Risiko bei Transfers einzugehen. Ich denke, dass die Diskussion noch bis zur Winterpause anhält, wenn dann tatsächlich wieder Spieler verpflichtet werden können und könnte mir bei anhaltendem sportlichen Misserfolg durchaus vorstellen, dass der AR dann den Sparkurs verlässt, wie es Marco Bode wohl schon andeutet. Denn ein Abstieg wäre nicht nur deutlich teurer, sondern könnte Werder auch vorerst das Genick brechen.

Es bleibt spannend an der Weser sowohl auf als auch neben dem Rasen.

Lebenslang Grün-Weiß!

Suboptimal

Bevor ich mich zum heutigen Spiel äußere, will ich an dieser Stelle noch ein wenig ausholen. Ist ja auch schon ein Weilchen her, dass ich hier was geschrieben habe. Der 1:0-Sieg über Bayer Leverkusen war ein guter Schlusspunkt für eine durchwachsene Hinrunde. Die Rückkehr zu einer defensiven Grundeinstellung und Taktik bescherte Werder ein überraschendes Weihnachtsgeschenk. Mit diesem Rückenwind ging es in die Winterpause und das damit verbundene Trainingslager Anfang Januar. Die Aufgabenstellung dabei war klar: Stärkung der Defensive und Grundlagen. Das mit den Grundlagen stammt aus einem Artikel des Weser-Kuriers, in dem sich Sebastian Prödl und Nils Petersen zur Lage äußerten. Nun war es ja in vielen Spielen offensichtlich, dass der Mannschaft gewisse Grundlagen abgehen, aber ich fand und finde es immer noch bemerkenswert, dass sich die Spieler dahingehend geäußert haben. Zumal sich daraus auch die Frage ergibt, was in den letzten Jahren passiert ist, wenn nun so ein Nachholbedarf in grundlegenden Bereichen besteht. Immerhin wurde mal nix von Europa gefaselt, was ja auch ganz wohltuend ist. Die beiden Freundschaftsspiele in Jerez habe ich nicht verfolgt, die Ergebnisse habe ich beiläufig zur Kenntnis genommen. Seit Jahren gilt für mich bei Testspielen das Motto: „Bloß nix hochsterilisieren!“.

Neue Impulse

Das Thema Verstärkungen ließ lange auf sich warten und zum Ende der Transferperiode standen zwei neue Spieler fest: zum einen Fin Bartels vom FC St. Pauli, der im kommenden Sommer an die Weser wechselt. Sicherlich ein guter Transfer für die Breite des Kaders. Ich habe ein paar Spiele des FCSP diese Saison gesehen und obwohl er mir dabei gut gefiel, fand ich ihn keineswegs überragend. Aber wahrscheinlich habe ich einfach nur die falschen Spiele gesehen, denn viele sind von seinen Leistungen diese Saison sehr angetan und seine Zahlen sind durchaus gut. Der zweite Neuzugang wechselte sogar noch in dieser Transferperiode zum SVW. Ludovic Obraniak kommt vom FC Girondins de Bordeaux nach Bremen. Bordeaux, da war doch was? Richtig, der Club, bei dem Johan Micoud damals groß raus kam und nach seiner Zeit bei Werder seine Karriere beendete. Und offensichtlich konnte Le Chef dem Ludovic das Leben in Grün-Weiß einigermaßen schmackhaft machen. Obraniak ist polnischer Nationalspieler und im offensiven Mittelfeld zu Hause. Im Gegensatz zu Bartels sehe ich Obraniak eine Verstärkung in der Spitze und nicht in der Breite. Er könnte für Hunt der dringend benötigte Spielgefährte sein, der ihm hilft, dem Spiel nach vorne eine Struktur zu geben. Darüber hinaus ist es natürlich auch ein Signal an Hunt, dass man durchaus gewillt ist, namhafte Spieler zu holen und das Team zu verstärken.

Zurück in die Zukunft

Das Spiel gegen Braunschweig habe ich nicht gesehen, ich weilte auf Rügen im Urlaub. Nach dem Trainingslager war klar, dass dort kein Feuerwerk abgebrannt werden würde, aber es bleibt die Frage, ob ein 0:0 gegen den Tabellenletzten nicht viel zu wenig ist. Ja, Braunschweig ist keine Laufkundschaft, aber auf der anderen Seite muss man die Punkte mitnehmen, gerade im Abstiegskampf und gerade in einem Heimspiel.

Gestern dann das Auswärtsspiel in Augsburg. Auch mit einigen Stunden Abstand habe ich das Gesehene noch nicht wirklich verdaut. Es war auf allen Ebenen grausam anzuschauen. Es war klar, dass es ein schwieriges Spiel werden würde, denn schon im Hinspiel war Augsburg die bessere Mannschaft und Bremen konnte sich glücklich schätzen, die drei Punkte eingefahren zu haben. Und eigentlich erwischte man einen Traumstart in das Spiel als Callsen-Bracker in der dritten Spielminute eine Bremer Ecke in das eigene Tor lenkte. Das hätte der Mannschaft Selbstvertrauen geben können, doch das Gegenteil war der Fall: Abspielfehler, technische Unzulänglichkeiten und viele Fouls tief in der eigenen Hälfte bauten den Gegner ganz schnell wieder auf. Schon in Minute 11 konnte der FCA nach einem abgefäschten Freistoß den Ausgleich feiern (Fun Fact: nur wenige Minuten vorher hat Augsburg die gleiche Freistoß-Variante an den Pfosten geschossen. Lerneffekt bei Versuch Nummer zwei: null). Danach waren die Augsburger endgültig Herr im eigenen Stadion und mehr als erstauntes Zuschauen hatte Bremen nicht zu bieten. Das defensive Mittelfeld bekam keinen Zugriff auf den Augsburger Aufbau und wenn man in Ballbesitz war, wurde der Ball schnell wieder hergegeben. Garcia hatte vor allem mit André Hahn seine Probleme, wurde aber von den Außen im Mittelfeld auch kaum defensiv unterstützt, obwohl Dutt vor dem Spiel die Gefährlichkeit des Augsburger Flügelspiels hervorhob.

Darüber hinaus fiel Garcia in diesem Spiel wieder einmal durch sein stürmisches Vorgehen auf. Nachdem er nach ca. 15 Minuten die erste gelbe Karte kassiert hatte, ging er in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit im gegnerischen Strafraum mit gestrecktem Bein in den Zweikampf. Zwar zieht er zurück und trifft Ostrzolek nicht, aber er nimmt durch sein Einsteigen eine Verletzung in Kauf und sieht zurecht die zweite gelbe Karte. Auch wenn die Schauspieleinlage des Augsburgers unwürdig ist, darf Garcia da nicht so hingehen. Sein Verhalten nach Gelb-Rot lässt zudem befürchten, dass Schiri Dingert noch ein paar Sachen im Spielberichtsbogen notiert haben könnte. Ich bleibe bei meiner Einschätzung aus dem Schalke-Spiel: Garcia tanzt auf der Rasierklinge und mit solchen Aktionen schadet er der Mannschaft. Dingert hätte auch schon nach 23 Minuten die zweite gelbe Karte zeigen können. So sympathisch der Argentinier ist und die Herzen der Fans erobern konnte, aber sein Temperament schadet zu oft der eigenen Mannschaft. Natürlich muss sich Dutt hier die Frage gefallen lassen, warum er Garcia nicht auswechselt. Gerade nach der Aktion in Minute 23, einem harten Einsteigen gegen Hahn mit Armeinsatz, hätte dem Trainer klar sein müssen, dass Garcia ein Risiko darstellt. In Halbzeit zwei sorgt erst ein Aussetzer von Selassie für das 1:2 und am Ende sehen sowohl Wolf als auch Schmitz beim 1:3 mehr als unglücklich aus. Und beim 1:3 konnte man dann vielleicht ein kleines bisschen verstehen, warum Dutt Garcia so lange wie möglich hat spielen lassen.

58% Passquote (FCA: 84%), 29% Ballbesitz und 138 angekommene Pässe in 90 Minuten. Zum Vergleich: der FCA brachte 530 Pässe an den Mann.  So deutlich die Zahlen aussehen, so deutlich fühlte sich das Spiel auch an. Augsburg war in allen Belangen überlegen und Bremen nicht in der Lage, den Gegner wirklich in Bedrängnis zu bringen. In der Hinrunde konnte man glückliche sechs Punkte in den ersten beiden Partien einfahren und nun ist es nur noch einer. Dabei ist es nicht die Niederlage an sich, die so schmerzt, sondern die Art und Weise. Die Ratlosigkeit, mit der über weite Strecken agiert wurde. Auf der einen Seite eine Mannschaft mit einem Konzept, dass beherzigt und befolgt wird, auf der anderen Seite ein kopfloser und verunsicherter Haufen, der sich selbst durch Fehler, Fouls und Undiszipliniertheiten in Bedrängnis bringt. Und anders als bei Facebook direkt nach Spielschluss von Werder dargestellt, lag es nicht nur an der Unterzahl in der zweiten Halbzeit, dass man sich Augsburg geschlagen geben musste.

Fragestunde

Der Auftritt gestern hat mich einigermaßen ratlos zurück gelassen. Ich frage mich, woran in der Winterpause gearbeitet wurde. Der Fokus soll auf die Defensive gelegt werden, aber wenn man sich so präsentiert, wie es gestern der Fall ist und trotz einer defensiven Einstellung drei Gegentore kassiert, wird mir für die kommenden 15 Spiele Angst und Bange. Vor allem ist im Vergleich zu den ersten Spielen der Hinrunde keinerlei Entwicklung erkennbar. Eine Idee für das eigene Spiel nach vorne ist nicht erkennbar. Einfach nur Tore verhindern und darauf hoffen, irgendwie ein Tor selbst zu erzielen, wird auf Dauer nicht reichen. Das ist vielleicht eine geeignete Herangehensweise gegen eine Top-Mannschaft wie Bayer Leverkusen, aber nicht gegen Mannschaften wie Braunschweig und Augsburg. Gerade Augsburg zeigt, wie man mit einer klaren Spielidee zum Erfolg kommt. Ich frage mich ernsthaft, gegen wen man in der Rückrunde jetzt die nötigen Punkte holen will, die uns vor dem Abstieg bewahren sollen. Einzig an einen Sieg im 100. Nordderby mag ich glauben, in diesem Fest des Anti-Fußballs.

Eigentlich wollte ich Dutt die komplette Saison Zeit geben, aber langsam werde ich nervös. Ja, ich weiß: es war von vorne herein klar, dass es ein langer Prozess sein würde, der auch Rückschläge beinhaltet. Ich erwarte auch keinen Zauberfußball und bin auch für kleine Schritte dankbar, aber auch die zu erkennen, fällt mir aktuell schwer. Ist Dutt derjenige, der diese Mannschaft wieder in die Spur bringen kann? Oder ist die Mannschaft einfach zu schlecht für die Bundesliga? Warum sehen wir seit Jahren und nun unter einem anderen Trainer die ewig gleichen Fehler? Ich weiß es nicht, aber ich habe zunehmend das dumpfe Gefühl, dass Dutt vielleicht nicht der Richtige ist. Die Frage, die sich daraus naturgemäß ergibt, lautet: Wer soll es dann machen? Auch hier kann ich allenfalls mit Achselzucken dienen.

Das Spiel gestern hat noch einige eher kleine Fragen bei mir aufgeworfen: Warum kommt ein Yildirim nicht zum Zug? Im Sommer hat man seinen Vertrag noch mit großen Worten verlängert, aber in letzter Zeit spielt er keine Rolle. Stattdessen spielt Di Santo auf einer fremden Position und auch Elia kann sich schwache Auftritte erlauben, ohne dass er mal ausgewechselt wird. Ist Yildirim zu schlecht? Trainiert er nicht gut? Hat er aufgemuckt?

Bargfrede spielt gegen Braunschweig im defensiven Mittelfeld und macht ein gutes Spiel, gegen Augsburg kommt Makiadi von einer Verletzung zurück und ist sofort in der Startelf, obwohl seine Leistungen auch nicht so überragend waren, dass er automatisch gesetzt sein sollte. Auf vielen Positionen stellt sich die Mannschaft mangels Alternativen von alleine auf, aber im Mittelfeld sind für alle Positionen Alternativen verfügbar, die irgendwie nicht ausgenutzt werden. Ich fordere ja nicht, einen Spieler sofort nach einer schlechten Partie auf die Bank zu verbannen, aber macht es nicht Sinn, einem Spieler auch mal eine Pause zu geben? Ihn so auch zu motivieren, sich voll reinzuhängen? Konkurrenz kann auch dazu dienen, dass jeder an sein Limit geht und das Beste aus sich herausholt. Und was ist in dem Zusammenhang mit dem Thema „Junge Wilde“? Wo bleiben genannter Yildirim, Kobylanski und Co.? Es sind Fragen eines Außenstehenden, da ich nicht jedes Training verfolge und natürlich auch nicht Dutts Gedankengänge kenne, aber von der reinen Außenperspektive aus betrachtet wirken die Entscheidungen teilweise schwer nachvollziehbar.

Vor allem aber mache ich mir Sorgen um meinen Verein. Die Mannschaft entwickelt sich nicht und die von Dutt angekündigten harten Worte wirken schon wie die Rhetorik einer Ratlosen. Wie oft haben wir in den vergangenen Jahren nach peinlichen Auftritten gehört, jetzt werde mal Tacheles geredet und mit Konsequenzen gedroht. Ich hoffe, dass es nicht wieder die üblichen Worthülsen sind. Ich will nicht, dass unser Anspruch diese Saison darin besteht, dass drei Vereine am 34. Spieltag schlechter sind als Werder.  Das ist mir zu passiv und zu sehr Prinzip „Hoffnung“, aber viel mehr bleibt nach dem Spiel in Augsburg vorerst nicht.

Lebenslang Grün-Weiß!

Drei Punkte zum Fest

Irgendwie in die Winterpause retten: das war die Marschroute vor dem Leverkusen-Spiel. Hauptsache keine Klatsche kassieren, dann die Wunden lecken und darauf hoffen, dass in der Rückrunde der Erfolg wieder an die Weser zurückkehrt. Auch ich habe sehr pessimistisch auf das Spiel gegen Leverkusen geschaut, denn die Werkself verfügt ausgerechnet dort über Stärken, wo wir uns in Bremen defensiv sehr schwer tun: zum einen ein effektives und schnelles Umschaltspiel und darüber hinaus auch über ein starkes Spiel über die Außen. So habe ich mich im Grünweiß-Stammtisch auch völlig fatalistisch auf einen 0:4-Tipp festgelegt.

Vor dem Spiel gab es eineinhalb Überraschungen: Sebastian Prödl kehrte nach langer Verletzungspause wieder in die Startelf zurück. Ich hatte eher erwartet, dass der Prödler vielleicht noch einmal geschont wird, um dann in der Rückrunde anzugreifen. Die halbe Überraschung war die Aufstellung von Aaron Hunt, der in der Woche vor dem Spiel mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte. Schon nach wenigen Minuten wurde auch klar, dass man wieder zum defensiven Konzept der ersten Saisonspiele gefunden hatte. Makiadi und Bargfrede als Absicherung vor der Abwehr, zudem mit Elia und Di Santo sehr defensiv eingestellte Außenspieler und auch Hunt und Petersen standen tiefer als dies zuletzt der Fall gewesen ist. Die Mannschaft begegnete dem haushohen Favoriten als sehr kompakte Einheit, die zudem intensiv verteidigte.

Den Gästen schien das überhaupt nicht zu schmecken, so hatten die Leverkusener zwar in den meisten statistischen Kategorien die Nase deutlich vorne, aber erspielten sich kaum zwingende Torchancen. Angeführt von einem Sebastian Prödl, der gefühlt jeden hohen Ball aus dem Strafraum köpfte, machte die Mannschaft den Gästen das Leben schwer. Einziger Kritikpunkt war in meinen Augen die hohe Anzahl an begangenen Fouls tief in der eigenen Hälfte, die Leverkusen viele Standards bescherte. Und mit zunehmender Spieldauer kehrte langsam der Glaube daran zurück, dass die Mannschaft das Spiel einigermaßen unbeschadet überstehen würde. Fast so wie zu Beginn der Saison, als man in vielen Spielen dem Gegner die Initiative überließ, um ihm mit tiefer Verteidigung und kompaktem Auftreten die Lust zu nehmen.

Chancen für Bremen waren eher selten, aber in der 74. Minute führte ein Konter über Aaron Hunt zur ersten spielentscheidenden Szene, als Garcia nach einem Gewühle im Leverkusener Strafraum der Ball vor die Füße rollt und er zum 1:0 einschieben kann. Danach pure Freude bei Spielern, Fans und vor allem bei Robin Dutt. Die zweite spielentscheidende Szene kam (in meiner Erinnerung) nach dem Führungstreffer, als eine Bremer Ecke direkt in einen Konter der Gäste mündete. Als der Ball auf Höhe der Mittellinie angelangt war, hatte ich innerlich den Treffer für Leverkusen schon fest verbucht, aber als der Ball auf Höhe des Bremer 16ers angelangt, waren vier Spieler in Grün-Weiß nach hinten gesprintet und konnten die Situation letztlich entschärfen. Die letzten Minuten waren pures Nägelkauen und Dutt feierte selbst einen Einwurf wie den entscheidenden Treffer. Man merkte dem Coach an, wie sehr er unter Druck stand; Druck angesichts der Ergebnisse der letzten Wochen, Druck angesichts der Tatsache, dass es gegen seinen letzten Verein ging, wo er der öffentlichen Meinung nach kläglich versagt hatte. Wie sehr die Hinrunde an seinen Nerven gezehrt haben muss, wurde nach dem Spiel auf der PK offenkundig, wo er den Tränen sehr nahe war.

Der Sieg war auf mehreren Ebenen wichtig: er war wichtig für die Moral von Mannschaft und Fans, er war wichtig angesichts der Tatsache, dass Frankfurt und Freiburg gepunktet haben und uns immer dichter auf die Pelle rückten. Und natürlich tut es gut, einen „Großen“ geschlagen zu haben, denn Leverkusen spielt eine überragende Saison. Sie haben nur das Pech, in einer Liga mit den Bayern gefangen zu sein. Abschließend war es vielleicht auch wieder eine Rückbesinnung auf die Dinge, die uns zu Saisonbeginn so viel Optimismus gegeben haben: defensive Stabilität, der Fokus auf Defensivarbeit und 90 Minuten Kampf. Wehmutstropfen: warum ist man in den Spielen zuvor nicht so aufgetreten? Das war eine Frage, die ich mir während des Spiels immer wieder gestellt habe.

Mit 19 Punkten sind wir nur einen Punkt hinter dem von der Vereinsführung ausgegebenen Ziel von 20 Punkten. So findet die Hinrunde nach einigem Auf und Ab ein versöhnliches Ende und mit einem solchen Auftreten blicke ich auch weniger sorgenvoll in die Rückrunde als dies zuletzt der Fall war.

An dieser Stell wünsche ich den Lesern des PapierkugelBlogs schöne Rest-Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Lebenslang Grün-Weiß!

Historische Klatsche

Vor dem Spiel gegen die omni-präsenten Bayern habe ich mir nicht viel ausgerechnet. Nur in ganz wagemutigen Momenten habe ich davon geträumt, dass man das Spiel irgendwie offen gestalten kann und sei es nur, weil die Star-Truppe Chance um Chance vergibt. Ich habe das Spiel aufgenommen, war bei Freunden auf einer kleinen Feier und der eigentliche Plan war, mir das Spiel zu späterer Stunde anzugucken. Leider hatte ich hier die Rechnung ohne das tolle Google Now-Feature auf meinem Smartphone gemacht, welches mich irgendwann darüber in Kenntnis setzte, dass Werder im heimischen Stadion gerade mit 0:6 hinten liegt. So weit geht meine masochistische Ader dann auch nicht, dass ich mir den Gang zur Schlachtbank noch einmal anschaue. Die nicht existente Erwartungshaltung wurde unterboten und das 0:7 stellt die höchste Heimniederlage in der Bremer Bundesliga-Geschichte dar. Mangels eigener Spieleindrücke (es sei denn, man lässt einen 30-sekündigen Clip mit allen Toren der Bayern gelten) werde ich über das eigentliche Spiel eher keine Worte verlieren. Aber es gibt zwei Dinge, die mich anschließend ein wenig beschäftigt haben:

Zum einen war das die Art und Weise, wie versucht wurde, die Niederlage beiseite zu wischen (wie Lars auch feststellte). Man müsse das Spiel hinter sich lassen und nach vorne schauen. Das finde ich eine sehr bedenkliche Sichtweise, denn natürlich sind die Bayern aktuell nicht der Maßstab für den SV Werder, aber man kann doch nach einen solchen Pleite einfach so tun, als ob nichts geschehen sei. Zumal das 0:7 ja auch nur der Höhepunkt einer Entwicklung in den letzten Wochen ist, auf die ich später noch näher eingehen möchte. Man muss ja nicht über einzelne Spieler herfallen oder auf die Knie fallen und um Vergebung bitten, aber ich hätte mir schon gewünscht, dass die Verantwortlichen deutlich machen, dass man damit absolut nicht zufrieden ist und auch nicht zufrieden sein kann. Gerade auch als Fan komme ich mir irgendwie veralbert vor, wenn man dazu noch bedenkt, dass andere Mannschaften, die teils hinter uns stehen, sich gegen die bajuwarische Übermacht deutlich besser präsentiert haben. So sehr ich über weite Teile der Saison bisher mit dem öffentlichen Auftreten von Dutt und Eichin (bei aller Floskelhaftigkeit) zufrieden war, hat mir hier das Gespür für die Situation gefehlt.

Für den anderen Punkt muss ich noch kurz ausholen: eigentlich wollte ich – wie Burning Bush – bis zur Winterpause warten, um mich zu Dutt länger zu äußern, aber mittlerweile sehe ich da eine Entwicklung, die mir absolut nicht gefällt. Vor der Saison und auch beim Start in die Spielzeit war die Ausrichtung der Mannschaft klar und wurde auch gebetsmühlenartig wiederholt: hinten sicher stehen, die Mannschaft stabilisieren und davon ausgehend das Spiel nach vorne etablieren. Dabei möglichst wenig in den Abstiegskampf rein geraten. Das hat zu Beginn auch gut funktioniert, man stand sicherer als zuletzt und konnte (auch mit viel Glück) wichtige Punkte einfahren. Und langsam wurde auch geschaut, wie sich ein funktionierendes Offensiv-Spiel aufbauen lässt, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Und soweit habe ich den Kurs auch unterstützt, da ich bis auf wenige Ausnahmen ein gutes Gefühl hatte, was die Entwicklung und den von Dutt vorgegebenen Weg angeht. Nach dem 9. Spieltag stand man mit 12 Punkten auf dem 10. Platz und hatte 9:12 Tore auf dem Konto. Ich weiß, dass viele die Spiele unansehnlich fanden, aber ist das jetzt wirklich besser?

Irgendwann jedoch hat Dutt die anfängliche Zurückhaltung aufgegeben und mehr auf Offensive gesetzt. Die Ergebnisse seit dem genannten 9. Spieltag lauten: 0:3, 3:2, 1:3, 2:3, 4:4 und 0:7, das macht in 6 Spielen vier Punkte und 10:22 Tore. Wenn man sich die Ergebnisse anschaut, kassieren wir in dem Zeitraum mehr als drei Tore pro Spiel. Natürlich hatten wir in der Zeit viele Verletzte und Spieler leisten sich krasse individuelle Fehler, aber dennoch habe ich das Gefühl, dass man hier ohne Not vom eigentlichen Kurs abgewichen ist und zu schnell den Schalter auf „Offensive“ umgelegt hat. Dabei war das zu Beginn der Saison beileibe keine Betonabwehr, sondern immer noch ein fragiles Gebilde. Stimmt es, dass Dutt angeblich auf die Fans gehört hat? Sollte man mit einem gewürgten 1:0 nicht zufriedener sein, als mit einem 4:4 im Harakiri-Style? Was ich in den letzten Wochen gesehen habe, weckt zu viele Erinnerungen an die letzten Jahre und lässt jeglichen Fortschritt vermissen. Dabei haben wir die traditionell deutlich schlechtere Rückrunde noch vor uns und steuern zur Winterpause auf 40 Gegentore zu. Das sind Zahlen eines Absteigers, obwohl der Abstand zu den Relegationsplätzen aktuell fünf Punkte beträgt , aber trotzdem mache ich mir langsam Sorgen. Ich hoffe, dass Dutt in den verbleibenden Spielen in Berlin und gegen Leverkusen wieder zur anfänglichen Vorsicht zurückkehrt, denn mit solchen Auftritten wie zuletzt, könnten die Spiele wieder ein bitteres Ende nehmen. Und alleine auf die Winterpause und mögliche Transfers mag ich nicht hoffen.

Man merkt auch, dass bei den Fans die Nerven blank liegen. Es ist ja nix Neues, dass die Bewertung über Spiele zwischen einzelnen Fans mitunter weit auseinander geht, aber es ist schon bitter zu sehen, dass Leute sich darüber freuen, wenn ein Spieler verletzungsbedingt ausfällt. Oder man wünscht dem eigenen Verein Niederlagen, damit alle sehen, was man selbst sieht, dass es nämlich so nicht weitergeht. Auch Dutt bekommt nach 15 Spieltagen schon deutlichen Gegenwind. Auch da kommt aktuell vieles zusammen:

  • Zum einen erwarten viele, wenn das Denkmal Schaaf schon weichen muss, dass es dann bitte aber auch schnell vorangehen möge. Und sind daher enttäuscht, dass es ja der gleiche Mist wie die Jahre zuvor ist. Was man sicherlich differenzierter betrachten kann, siehe oben.
  • Dann gibt es die Gruppe, welche die Trennung von Thomas Schaaf nicht verwunden hat und den Frust darüber an Dutt auslässt und die Misere mit einer gewissen Genugtuung genießt („Tja, ich habe damals ja schon gesagt, dass TS niemals hätte gehen dürfen“).
  • Dann ist Dutt prinzipiell bei vielen nicht wohl gelitten. Kann nix und hat bei Leverkusen ja auch schon versagt. Oft wird die Zeit in Freiburg dabei unterschlagen, wo er ja durchaus gute Arbeit abgeliefert hat und deren damalige Situation durchaus mit der aktuellen in Bremen vergleichbar ist. Auch werden die Besonderheiten in Leverkusen gerne übersehen, die vor Dutts Ankunft unter Heynckes Zweiter wurden und wo sich Dutt schwer tat, seine Vision von Fußball (gerade auch gegen die Widerstände im Team) durchzusetzen. Dass Dutt ja auch selbst gesagt hat, aus seinen Fehlern dort gelernt zu haben? Egal! Und zu guter Letzt hat er dem armen, armen DFB übel mitgespielt, als er seinen Sportdirektor-Posten dort aufgab, um wieder nach Bremen zu gehen.
  • Da Eichin als Eishockey-Trainer auch häufiger den Trainer wechselte, gibt das den Spekulationen in den Medien auch noch einmal Nahrung. Das sich Fußball und Eishockey sich nur bedingt vergleichen lassen und man nicht von einem Sport auf den anderen schließen kann? Egal.

Schon nach 15 Spielen wirkt Dutt angeschlagener als Schaaf zu Ende seiner Amtszeit. Auf der PK heute sollen Eichin und Dutt angespannt und gereizt gewirkt haben (siehe auch Beitrag im Worum). Hoffen wir, dass die Mannschaft am Freitagabend sich besser als zuletzt präsentiert und vielleicht was Zählbares dabei rausspringt.

Lebenslang Grün-Weiß!