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Abstiegsk(r)ampf

Nach dem 0:3 daheim gegen den VfL Wolfsburg war unter der Woche viel von „mehr Engagement“ die Rede, welches man beim Auswärtsspiel in Leverkusen zeigen wollte. Es gab ein Teambuilding, eine nächtliche Ausfahrt von Arnautovic und Elia, kurzum: sowohl auf als auch neben dem Platz passierte unter Woche einiges.

In Leverkusen verkaufte sich das Team besser als ich im Vorhinein befürchtet hatte. Man konnte Leverkusen das Leben einigermaßen schwer machen, auch wenn die spielerische Klasse der Werkself nicht über 90 Minuten in Schach gehalten werden konnte. So führte ein guter Spielzug der Leverkusener auch zum Elfmeter in der 35. Minute. Ich fand die Szene diskussionswürdig, aber anscheinend war es ein berechtigter Elfer. Was die Sache noch schmerzhafter machte: Sam war beim Abspiel knapp im Abseits. Auch wenn es schwer zu sehen war: es war somit nicht regelkonform. Bremen selbst hatte in Halbzeit zwei die größte Chance, doch Junuzovic scheiterte im eins gegen eins an Leverkusens Bernd Leno.

Die offizielle Version der „Spin Doctors“ aus dem Verein lautet: „Und es hat Klick gemacht„. Das ist natürlich das gute Recht des Vereins, das Positive am Spiel herauszustellen und sicherlich hat man sich in Leverkusen nicht die befürchtete Packung abgeholt, aber es bleibt die Frage, warum man nicht vorher mit mehr Engagement aufgetreten ist. Wo blieb das Engagement gegen Wolfsburg und in einigen Spielen vorher? Vor allem gefällt es mir nicht, dass jetzt so getan wird, als würde das Spiel eine Art Wende darstellen. Wir waren diese Saison schon häufiger an dem Punkt, wo alle dachten, dass sich etwas zum Besseren ändern würde. Nur um danach wieder bitter enttäuscht zu werden. Zudem haben gestern sowohl Augsburg als auch Hoffenheim gewonnen, so dass Bremen nun noch weiter unten reingerutscht ist. Der Abstand auf Platz 16 beträgt nur noch 2 Punkte.

Damit kommt es nächten Samstag gegen Hoffenheim zu einem echten Endspiel. Mit einem Sieg kann man sich vielleicht den entscheidenden Abstand zu Platz 16 sichern, bei einer Niederlage geht es weiter Richtung Abgrund. Und momentan habe ich verdammte Angst davor, endgültig abzurutschen. Man muss kein Untergangsprophet sein, um für die nächste Saison Montagsspiele auf Sport1 zu befürchten. Leider ist dieses Szenario nur allzu wahrscheinlich geworden. Warum dem so ist, dass wurde hier und an anderer Stelle in den letzten Wochen schon oft genug besprochen. Bis der Verbleib in Liga eins gesichert ist, bringt es auch nichts, jede Woche die gleichen Dinge durchzukauen. Eichin hat gestern noch einmal betont, dass man mit Schaaf die Saison zu Ende bringen und dann weiter sehen wird. Das nehme ich vorerst so hin. Nun gilt es, die nötigen Punkte zu holen, egal wie.

Kevin De Bruyne gibt sich schon einmal sehr kämpferisch vor dem Hoffenheim-Spiel:

KdB-Twitter

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Was mir ein bisschen Sorge macht: anders als die Bremer wissen die Sinsheimer wie sich ein Sieg anfühlt. Gestern gegen Nürnberg scheinen sie ein gutes Spiel gemacht zu haben und die Tore waren gut rausgespielt. Das heißt, die kommen mit einem ganz anderen Selbsbewusstsein an die Weser. Auch Augsburg hat gestern richtig gut gespielt. Ganz anders als die Grün-Weißen derzeit.

Abschließend noch ein dickes „Danke“ an die Auswärtsfahrer, die gestern im Stadion richtig gute Stimmung gemacht haben. Auch über den Abpfiff hinaus. Nächsten Samstag muss es so weitergehen und hoffentlich steht das Stadion während des Spiels hinter der Mannschaft.

Lebenslang Grün-Weiß!

 

Neues Video von shadiego

Bevor ich noch ein paar Worte zum gestrigen Spiel verliere, möchte ich erstmal auf das neueste Video von shadiego hinweisen. Wie immer der Oberhammer. Angucken, sonst gibbet Haue! 🙂

Danke Knut

Sehr geehrter Herr Knut. Sie verantworten, unter Anderem, dass mein Lieblingsverein Werder Bremen gestern gegen Schalke nicht gewonnen hat. Sie haben nach einem Freistoß von Torsten Frings auf Torwartbehinderung von Per Mertesacker gegen Neuer entschieden und den Kopfballtreffen von Pasanen darum nicht anerkannt. Da ich leider kein Sky habe, die Spiele also nicht Live sehen kann und gestern auch die Sportschau nicht gucken konnte, spare ich mir an dieser Stelle ein Urteil über ihre Gesamtleistung, Herr Knut. Nur so viel. Es ist immer schade, wenn ein Spiel durch eine Fehlentscheidung entschieden wird!

Noch 18

Realität

Ich muss gestehen, dass ich es bis zuletzt nicht wahrhaben wollte. Obwohl Bremen tief unten in der Tabelle stand, war es für mich nur eine Frage der Zeit, bis die Mannschaft sich fangen würde und wieder in ruhigere Tabellenregionen kommen würde. Nennt mich einen Schönredner oder Träumer! In der Winterpause hatte ich mit einem guten Start in die Rückrunde gerechnet, nachdem die Mannschaft Zeit hatte, sich zu erholen und im Trainingslager auf die kommenden Aufgaben eingeschworen wurde. Nun sind die ersten drei Spiele der Rückrunde absolviert und es bleibt nichts als Ernüchterung. Der Sieg gegen Hoffenheim machte Mut, doch im Rückblick waren die Hoffenheimer einfach zu schlecht. Anschließend gab es den wiederholten Offenbarungseid gegen Köln. Wenn Lukas Podolski gegen dein Team 2 Buden macht und aussieht wie ein Klassespieler, ist das schon ein Schlag in die Magengrube.

Am Samstag also ein 1:3 gegen die Münchener. Klar, die Bayern sind auf dem aufsteigenden Ast und haben ihren Super-Holländer wieder an Bord, mit dem die Bayern in der Hinrunde 10 – 100 Punkte mehr geholt hätten, wie KHR ja so schön sagte. Doch die Art und Weise, wie die Mannschaft nach dem 1:1 in sich zusammen fiel, muss einem schon zu denken geben. Bis dahin konnte man den Bayern noch Paroli bieten und das Spiel einigermaßen offen gestalten. Mertesacker macht den Goalgetter und bringt die Grün-Weißen in Führung. Doch schon beim Ausgleich wird die Flanke auf außen nicht verhindert und Silvestre kommt gegen Robben zu spät. Das 1:2 macht Merte selbst, nachdem sich in der Bremer Abwehr keiner in der Lage sieht, den Ball zu klären. Und beim 1:3 geht Frings in den entscheidenden Zweikampf und hofft darauf, dass Schiri Kinhöfer den Einsatz von Müller schon abpfeift, was er zurecht nicht tat. Am Ende kann man sich ein bißchen auf die Schulter klopfen, doch die Punkte und die Lorbeeren nehmen die anderen mit, die sogar die Zeit finden, sich auf dem Platz noch auf Glocke zu hauen.

Karten und Hände

Ich will hier auch gar nicht die Diskussion um den nicht gegebenen Handelfmeter von Luiz Gustavo anfangen. Meiner Meinung nach ist eine Fehlentscheidung von Kinhöfer und seinem Team gewesen, aber das hat das Spiel nicht entschieden. Da brauch man gar nicht von einer Verschwörung oder einer Bevorteilung der Bayern reden. Das Rot gegen Hamburgs Kacar oder der Elfer gegen Köln waren genauso lächerlich. Bei der roten Karte gegen Wiese bin ich von unserem Tim ziemlich enttäuscht. Ja, er ist frustriert. Ja, er ist oft die ärmste Sau auf dem Platz und wird immer wieder von seinen Vorderleuten im Stich gelassen, doch von einem vermeintlichen Führungsspieler erwarte ich gerade in so einer schwierigen Situation, dass er sich nicht zu so einem Quark hinreißen lässt. Vor allem nicht bei einem Stand von 1:3 und nur zwei oder drei Minuten zu spielen. Ein Glück ist Mielitz mehr als nur solide.

What now?

Nun also sind 20 Spieltage gespielt und Bremen steht mit 22 Punkten noch 3 Punkte vor einem Relegationsplatz. Die nächsten vier Spiele sind Mainz (A), Hannover (H), Hamburg (A) und Leverkusen (H). Nicht unbedingt Selbstläufer und daher stellt man sich gerade schon die Frage, woher die nötigen Impulse für das Team kommen sollen. Vielleicht können die verletzten Spieler ein bißchen Stabilität bringen, wenn sie wieder zurückkommen, doch da bin ich eher skeptisch. Namhafte Zugänge wird es wohl nicht mehr geben. Neben Avdic hat man letzte Woche das Talent Stevanovic aus der zweiten Mannschaft von Schalke 04 verpflichtet und ist wohl dabei, auch Samuel unter Vertrag zu nehmen. Doch bei diesen Spielern handelt es sich eher um langfristige Optionen. Keiner von Ihnen wird per sofort die Abwehr ordnen, das Offensivspiel beleben oder vorne die benötigten Tore machen.

Die sportliche Führung wirkte nach der Niederlage vom Samstag schwer angeschlagen und bei Schaaf frage ich mich, ob er nicht bald die Brocken hinwirft. Wieviele Krisensitzungen sollen noch kommen und wie oft tut er sich das an, dass das Team ihn immer wieder im Regen stehen lässt? Kann das Team überhaupt angemessen auf diese schwierige Situation reagieren, denn der Kader wurde ja nicht mit dem Abstiegskampf vor Augen zusammengestellt. Ziel war eigentlich der gepflegte Offensivkick der oberen Tabellenregionen und nicht der Kampf um jeden Grashalm, der im Keller der Tabelle bitter nötig ist.

Für die Probleme habe ich nicht DIE eine Lösung. Stattdessen führe ich für die Saison eine neue Zeitrechnung ein: Nur noch 18 Punkte bis zur magischen 40-Punkte-Grenze.  Das sind 1,29 Punkte pro Spiel. Das muss irgendwie zu schaffen sein. 18 FTW!