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Alles neu macht der Mai

Zwischen der Sicherung des Klassenerhalts im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt und dem letzten Spiel der Saison beim 1. FC Nürnberg stand noch der 15. Mai, der Tag an dem die Trennung von Thomas Schaaf offiziell gemacht wurde. Ich weiß noch, dass ich echte Gänsehaut hatte, als ich die Nachricht auf der Werder-Homepage las und ein kleines Tränchen verdrücken musste. Obwohl ich zuletzt von seinen Fähigkeiten als Trainer nicht mehr überzeugt war, ist es ein komisches Gefühl, wenn jemand den Verein nach mehr als 40 Jahren verlässt und dabei sowohl als Spieler wie auch als Trainer große Erfolge an der Weser feiern konnte. Schaaf war eine Identifikationsfigur, wie sie im Buche steht und eine Konstante in einer Zeit, wo einige Vereine durchschnittlich einen Trainer pro Saison verschlissen. Für die Arbeit, die Schaaf gerade auch als Trainer geleistet hat, bin ich ihm total dankbar und ich bin schon gespannt, wie das erste Spiel mit Robin Dutt an der Seitenlinie wird, wo Schaaf mich doch mehr als die Hälfte meines Fan-Daseins als Trainer begleitet hat.

Obwohl der Verlust von Schaaf menschlich schmerzt, bin ich davon überzeugt, dass es der richtige Schritt war. Die Umstände mögen weit weniger einvernehmlich gewesen sein, als die offiziellen Verlautbarungen uns weis machen wollen und vielleicht hätte man das ganze schlauer angehen können, aber ich glaube, dass man in der Sache an sich richtig liegt. Und es ist auch keine Heuchelei, wie teilweise in den Social Media-Kanälen zu lesen war, wenn man einerseits Schaaf für seine Verdienste um den Verein dankbar ist, aber andererseits auch die Frage gestellt hat, ob Schaaf noch der Richtige ist. Und bei mir ging es dabei nie darum, Schaaf nur deshalb auszutauschen, um etwas Neues zu machen, wie es Arnd Zeigler gerne formuliert, sondern um das, was wir in den letzten drei Jahren auf dem grünen Rasen gesehen haben. Und da kann man zu dem Schluss kommen, dass der Trainer auch seinen Teil dazu beigetragen hat und es nicht alleine an Verletzungen, einem schwachen Kader oder untrainierbaren Kickern gelegen hat.

Nach knapp anderthalb Wochen wurde der ehemalige DFB-Sportdirektor Robin Dutt als neuer Trainer präsentiert. Die Phase der wilden Gerüchte, angeblichen Absagen und unsäglichen Trainerkandidaten (Effe) war zum Glück von relativ kurzer Dauer. Ich hatte im Grünweiß-Stammtisch schon zum Ausdruck gebracht, dass ich der Verpflichtung von Dutt positiv gegenüber stehe. Er hat in Freiburg gute Arbeit geleistet und dort schon gelernt, was es heißt, einen langjährigen Trainer zu beerben, da er dort die Nachfolge von Volker Finke antrat. Dutt hatte in Leverkusen seine Schwierigkeiten und wahrscheinlich zu viel in zu kurzer Zeit erreichen wollen, was von Teilen des Kaders nicht goutiert wurde. Aber man darf nicht vergessen, dass man in Bremen kaum Spieler mit so einem Standing hat, wie ein Ballack, Rolfes oder Kießling es bei Leverkusen hatten. Ich denke, seine Verpflichtung ist ein Schritt in die richtige Richtung, vor allem auch mit Blick auf die Einbindung von Talenten.

Nach der Verlängerung der Verträge von Kroos und Yildirim sowie der festen Verpflichtung von Nils Petersen wurde gestern die Verpflichtung von Cedrick Makiadi vom SC Freiburg bekannt gegeben. Ich habe persönlich jetzt keinen bleibenden Eindruck von ihm, aber er war Stammspieler in einer Freiburger Mannschaft, die in der letzten Saison für Furore sorgen konnte. Daher würde ich mir ein bisschen mehr Aufgeschlossenheit ihm gegenüber wünschen. Überall liest man, was man denn mit dem wolle und wie viele Millionen Euro man jetzt wieder in den Sand gesetzt habe. Vielleicht sollten wir ihm und allen anderen Spielern, die noch kommen werden, eine Chance geben, sich zu beweisen. Was ebenso für Robin Dutt gilt. Ich für meinen Teil bin gespannt, wie der Kader in der neuen Saison aussieht und vorsichtig optimistisch, dass es in der neuen Saison wieder aufwärts gehen kann.

Lebenslang Grün-Weiß!