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Zwischen zwei Derbys

Das erste von zwei direkt aufeinander folgenden Nordderbys endete am Sonntag mit einem wenig zufriedenstellenden 1:1 zwischen Werder Bremen und Hannover 96. Zwar gab es durchaus gute Ansätze im Spiel der Bremer, vor allem in den ersten 25 Minuten, doch letztlich war es nicht ausreichend, um Hannover zu schlagen. Nach dem angesprochenen guten Start in die Partie mussten die Grün-Weißen den Gegentreffer durch Ya Konan hinnehmen, als Silvestre gegen den Ivorer nicht in den Zweikampf kommt und sich leicht abschütteln lässt und Merte sich zu sehr darauf verlässt, dass Silvestre die Situation schon irgendwie lösen wird. Es war der klassische „Lucky Punch“, denn Hannover schoss hier zum ersten Mal aufs Tor und schon zappelte die Kugel im Netz. Das bis dahin durchaus ansehnliche Spiel nach vorne geriet ins Stocken und man merkte der Mannschaft nur allzu deutlich die neuerliche Verunsicherung an.

In der zweiten Halbzeit war es eine durchaus ausgeglichene Partie, doch erst nach dem Abpfiff kam nochmal richtig Stimmung auf, als Hannovers Schmiedebach Sekunden nach dem Abpfiff noch Marko Marin trat und sich die klassische Rudelbildung vollzog. Schmiedebach kassierte seine fünfte Gelbe und wurde von Coach Slomka dafür ordentlich angepöbelt. Den Bremern hilft der Punkt nicht so richtig weiter und an dieser Stelle traut man sich auch schon gar nicht mehr, das Positive zu betonen und darauf zu hoffen, dass man diese Dinge in den kommenden Spielen aufgreifen kann und weiter ausbaut. Zu oft folgte in dieser Saison eine herbe Enttäuschung, welche die zarte Hoffnung auf Besserung gleich wieder zunichte machte.

Am Samstag geht es also gegen den HSV im großen Nordderby. Nach der gestrigen 0:1-Pleite im Dorfderby gegen den FC St. Pauli ist wieder Trauerstimmung an der Arena in Stellingen. Ich hoffe, dass die HSVer sich den Schock bis Samstag erhalten und angeknockt gegen uns antreten, denn das kann uns nur entgegenkommen. D0ch in dieser Saison ist auch der HSV eine muntere Wundertüte. Gemessen am Potential des Kaders und den Ansprüchen in Verein und im Umfeld ist die Spielzeit alles andere als gut, auch wenn die Jungs von der Elbe bei weitem nicht so prekär dastehen wie Werder.

Was den Ausblick für das Wochenende auch nicht viel besser macht, ist die Tatsache, dass Pizarro am Samstag nicht wird auflaufen können, da es sich eine Zerrung im Spiel gegen Hannover zugezogen hat. Damit ist die Bremer Lebensversicherung mal wieder nicht zur Stelle, um den Karren im Zweifel aus dem Dreck ziehen zu können. Dafür ist Wesley wieder im Mannschaftstraining und wird mit nach Hamburg fahren. Also, machen wir es doch einfach wieder so wie Anno 2009.