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Auftakt in die Champions League

Heute stieg im Weserstadion das Auftaktspiel zur Champions League gegen Tottenham Hotspur. Dabei zeigte Bremen wie schon so häufig in letzter Zeit seine zwei Gesichter. Zu Beginn setzte Schaaf auf die Raute, wobei vorne Arnautovic und Almeida spielten und Marin die Position dahinter bekleidete. Dies sollte sich jedoch als Fehler herausstellen. Arnautovic ließ sich meist nach rechts fallen, während Marin immer wieder auf die linke Seite auswich, so dass Almeida im Sturm auf sich allein gestellt war und keine Möglichkeit hatte, die Bälle auf den Sturmpartner, bzw. den aufrückenden 10er aufzulegen. So kam auch über weite Strecken der ersten Halbzeit kein vernünftiges Angriffsspiel zustande.

Auch hinten war das alles andere als erbaulich. Tottenham konnte schalten und walten, wie es wollte, vor allem Gareth Bale im rechten Mittelfeld war nicht zu halten. Beim 1:0 der Londoner kann der lange Ball auf Bale im Mittelfeld nicht verhindert werden, Fritz lässt sich überrennen und Crouch entwischt Pasanen in der Mitte. Pasanen ist es dann, der den Ball über die Linie schiebt, als er versucht, vor dem einschussbereiten Crouch zu klären. Das Gegentor in der zwölften Minute bringt die Mannschaft noch mehr aus dem Takt. In der 18. Minute sieht Fritz wieder nicht gut aus, als van der Vaart vom linken Flügel aus flanken darf und Crouch in der Mitte sich mit Leichtigkeit im Kopfballduell gegen Pasanen durchsetzen kann.

In der 37. Minute reagiert Schaaf dann und nimmt Bargfrede runter und bringt dafür Aaron Hunt. Dafür rutschte Marin auf den linken Flügel und von Raute wurde auf ein 4-2-3-1 umgestellt. In der 43. konnte Almeida eine Halbfeld-Flanke von Wesley zum leicht überraschenden 1:2 einköpfen. Nach der Halbzeit erzielte Marin in der 47. Minute das 2:2. Danach hatte Bremen noch einige Chancen und war die bessere Mannschaft. Man konnte sehen, dass die Umstellung von Schaaf Wirkung zeigte, dass sich Marin auf dem Flügel wesentlich wohler fühlt als auf der Position hinter den Spitzen, wo er mit der Spielorganisation betraut ist. Ich hoffe, dass Schaaf seine Lehren daraus gezogen hat und die „Marin als 10er“-Experimente hiermit Geschichte sind.

Am Ende bleibt ein fader Nachgeschmack im Anschluss an das Spiel. Zum einen beweist die Mannschaft wieder die viel gerühmte Moral. Auf der anderen Seite verpennt sie die ersten knapp 40 Minuten und bringt sich damit um ein besseres Ergebnis und letztlich auch um eine bessere Ausgangslage in Gruppe A. Diese Janusköpfigkeit des Teams treibt einen an den Rand des Wahnsinns und manchmal kann ich auf die Aufholjagden verzichten und würde mir auch mal ein langweiliges 1:0 angucken. Aber das bleibt wohl Wunschdenken.

Im anderen Spiel der Gruppe trennten sich Twente Enschede und Inter Mailand ebenfalls 2:2.