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Alles hat ein Ende

Mit dem gestrigen (sportlich bedeutungslosen) Spiel auf dem Betzenberg zu Kaiserslautern wurde die Bundesliga-Saison abgeschlossen. Und die Erleichterung, diese Spielzeit einigermaßen überstanden zu haben, ist den meisten Bremer Fans deutlich anzumerken. Im August noch spielte man die Qualifikation zur Champions League und nur wenige Monate später steckte man im Abstiegskampf (unser Quali-Gegner Sampdoria Genua ist übrigens aus der Serie A abgestiegen).

Es gibt nicht nur den einen Grund für das schlechte Abschneiden in der Liga. In der Defensive waren es die Ausfälle von Naldo und Boenisch sowie die Tatsache, dass auch ein Mertesacker lange seine Form suchte. Im Mittelfeld war der defensive Part oftmals nicht in der Lage, die gegnerischen Angriffe zu unterbinden und nach vorne machte sich der Abgang von Özil sehr viel deutlicher bemerkbar als gedacht bzw. gehofft. Ganz vorne war Pizarro zu oft verletzt, Almeida wurde verkauft und Wagner zeigte erst spät, dass er durchaus eine Verstärkung sein kann. Zudem schlugen die Neuverpflichtungen wenn überhaupt erst spät ein. Arnautovic kam nie richtig in Fahrt, Silvestre brauchte eine Halbserie, um sich einzuleben und Wesley ist stets bemüht, doch da ist auch noch massig Luft nach oben.

Auch abseits des Platzes verlor man viel von der Souveränität der vergangenen Jahre. Es sei nur an die Geschichte mit den halbierten Gehältern im Herbst erinnert, die allerorten für Hohn und Spott sorgte. Wie sehr die Saison an den Nerven der sportlichen Führung gezerrt haben muss, konnte man an dem Drama um Daniel Jensen beim letzten Heimspiel gegen Dortmund sehen. Jensen war nicht mal im Kader in seinem letzten Heimspiel für Werder, obwohl gerade einmal 15 Spieler im Kader standen. Der Spielverlauf hätte am Ende eine Einwechslung des Dänen hergegeben und damit verbunden einen würdigen Abschied. So aber wollte man nix riskieren im Spiel gegen Dortmund und nachdem Jensen sich über die Presse enttäuscht äußerte, wurde er mit sofortiger Wirkung freigestellt. Hier hätte man ruhig etwas mehr Fingerspitzengefühl beweisen können.

Nun also liegt die Saison hinter und eine lange Sommerpause vor uns. Die Baustellen im Team sind mehr als in den Jahren zuvor offenkundig geworden und angesichts fehlender Einnahmen aus dem europäischen Wettbewerb ist die Aufgabe, den Kader umzubauen und eine schlagkräftige Truppe aufzustellen. Der erste einigermaßen sichere Neuzugang scheint Ekici vom FC Bayern München zu werden, der letzte Saison in Nürnberg auf sich aufmerksam machen konnte. Man darf in den nächsten dreieinhalb Monaten gespannt sein, wer alles als Neuzugang und auch als Abgang bei den Grün-Weißen gehandelt werden wird. In diesem Sinne:

FORZA SVW!

Klatsche gegen HSV – es könnte echt passieren – 2. Liga

Was war das? Ich habe das Spiel zwischen Werder und dem HSV nicht live, sondern in der Sportschau gesehen. Aber das was ich gesehen habe, hat mich erschüttert. Werder spielte wir ein Absteiger. Insbesondere das Defensiv-Verhalten war unterirdisch. Und damit meine ich besonders Per Mertesacker. Der war an drei Gegentoren beteiligt. Im Interview sagte er: „Ich freue mich auf bessere Zeiten. Wir können Abstiegskampf“. Bessere Zeiten? Darauf können wir wohl lange warten, wenn die Mannschaft weiter so spielt. Und nach Abstiegskampf können, sieht es nun wirklich nicht aus. Schließlich ist nicht nur Mertesacker außer Form. Frings oder Marin gehen doch in jedem Spiel baden. Und der tolle Arnautovic stolziert lustlos über den Platz. Der Rest läuft brav mit. So könnte es echt passieren – 2. Liga!

Und dann ist da noch das Thema Allofs und Schaaf. Allofs sagte nach dem Spiel: „ Der Trainer steht nicht zur Disposition. Wir arbeiten auch in Zukunft mit ihm zusammen. Es gibt keinen Trainer, der aus dieser Mannschaft mehr rausholen kann.“ Naja, offensichtlich kann Thomas Schaaf aktuell nicht viel aus der Mannschaft rausholen. Ich bin nun wirklich kein Freund von schnellen Trainerentlassungen, nur weil es mal nicht so gut läuft. Aber bei Werder läuft nichts. Und da muss auch mal über einen neuen Trainer nachgedacht werden!

Es ist viel passiert…

Hugo goes

Zum Fest der Liebe wurde die Beziehung zwischen Hugo Almeida und Werder Bremen geschieden. Angedeutet hatte sich der Abgang von Hugoal schon etwas länger, doch dann ging alles relativ schnell. Während in der Woche vor Weihnachten noch jeglicher Kontakt zu Besiktas von Hugo als Lüge abgetan wurde und er darauf insistierte, frühestens nach Weihnachten über seine Zukunft zu entscheiden, war der Deal dann doch vor dem Ende der Feiertage eingetütet.

Damit geht eine viereinhalb Jahre andauernde Ära zu Ende. Obwohl Hugo viele versprechende Ansätze eines wirklichen Klassestürmers hatte, konnte er sein Potential in Bremen nie ganz abrufen. Bezeichnend war irgendwie das Spiel gegen Pauli, wo er mit seinen drei Toren den Sieg klar machte und auf dem Weg zum Helden des Spiels war. Bis er dann seinen Gegenspieler Zambrano einen mitgab und die rote Karte sah. Auffällig war auch, dass Allofs und Schaaf nicht müde wurden, mehr Konstanz und Einsatz von Almeida einzufordern. Viele sahen darin völlig überzogene Kritik am portugiesischen Publikumsliebling, den die sportliche Führung wohl offensichtlich auf dem Kieker hatte. Ich denke, es müssen intern einige Dinge passiert sein, was sich auch an einem Interview mit Klaus Allofs ablesen lässt, welches kurz vor Weihnachten in der Kreiszeitung erschien. Es passiert in Bremen relativ selten, dass ein Spieler auf diese Art und Weise öffentlich abgewatscht wird.

Ich denke, dass es keinen Sinn gemacht hätte, Almeida unter diesen Umständen weiter zu halten, auch wenn sein Verlust sportlich sehr schmerzhaft ist. Obwohl ich Hugoal immer gemocht habe, hat er auch nie ganz die Erwartungen erfüllen können, die man in Bremen hatte. Und dass er „nur“ zu Besiktas wechselt und nicht in eine andere Top-Liga wie England, Spanien oder Italien, spricht da in meinen Augen auch Bände. Ich wünsche ihm für die Zukunft alles gute.

Denni comes

Seit gestern ist der Transfer von Denni Avdic zum SVW offiziell. Der 22-jährige kommt vom schwedischen Erstligisten IF Elfsborg an die Weser. Dort wurde er mit 19 Toren und vier Vorlagen in der letzten Saison zum besten Torjäger. Ich kann zum Spieler nix sagen was über die üblichen Youtube-Videos hinausgeht. Doch auch ohne eine einzige Minute von ihm gesehen zu haben, wird er in den Foren schon jetzt von manchen als Pfeife abgestempelt. Frei nach dem Motto: „In Schweden macht auch meine 90-jährige Großmutter 19 Buden in der Liga. Und die kann kaum was sehen, hört schlecht, hat Rheuma und ’nen Herzschrittmacher!“.

Ich würde sagen, wie warten mal ab und freuen uns darüber, dass Allofs zeitnah reagiert hat. Avdic kann man morgen im Testspiel gegen Trabzonspor wahrscheinlich das erste Mal in Action sehen. Sport1 zeigt das Spiel ab 19:30 Uhr, wer interessiert ist.  In diesem Sinne: Välkomna Denni!

Das Lazarett

Schlechte Nachrichten gibt es von einigen Langzeitverletzten. Fangen wir mit unserem größten Sorgenkind an: bei Naldo wird es immer wahrscheinlicher, dass er diese Saison nicht wieder für die Grün-Weißen kicken wird. Das Knochen-Ödem, was ihn schon seit dem Sommer behindert, macht wohl einen operativen Eingriff unumgänglich. Ich hoffe, dass die Gerüchte um eine mögliche Sportinvalidität sich nicht bewahrheiten und er bald wieder gesund wird.

Wesley fällt auch länger aus als gedacht, da sich der Heilungsprozess seiner Sehnenverletzung im Oberschenkel in die Länge zieht. Auch Sebastian Boenisch wird noch ein bißchen auf sich warten lassen. Beide sind nicht mit nach Belek ins Trainingslager gefahren.

Speechless

Kaum war das zarte Pflänzchen Hoffnung nach dem Spiel gegen Frankfurt ein wenig ergrünt, da stampft die Realität mit schweren Stiefeln alles platt. 0:4 gegen Schalke, die ebenfalls nicht auf der Sonnenseite der Tabelle wohnen. Doch Bremen erweist sich – wie schon beim Spiel gegen Stuttgart – als gern gesehener Aufbaugegner. Der Frust ist groß und guter Rat ist teuer. Der Chor derer, welche die Absetzung von Schaaf fordern und Allfos noch gleich dazu, wird stündlich größer. Dabei darf man bei aller berechtigten Kritik an den beiden auch nicht übersehen, dass weder die Einkaufspolitik noch die taktischen Vorgaben von der Bank etwas damit zu tun haben, dass sich eine Mannschaft innerhalb von zwei Wochen so abschlachten lässt. Da müssen sich auch die Spieler mal deutlich an die eigene Nase fassen. Im worum hieß es, der Ruf nach Konsequenzen für die Spieler (Suspendierungen und Co.) wäre populistisches Gefasel. Stimmt, ist es wohl auch, aber ist der Ruf nach des Trainers Kopf weniger populistisch? Ist es so populistisch, von Profis zu erwarten, wenigstens den grundlegenden Dinge ihres Berufes nachzugehen? Ist eine Trainerentlassung nicht ein nettes Alibi für die Spieler? „Ich würde ja gerne besser spielen, aber ich mag den Mann an der Seitenlinie mit seiner brummigen Art nicht“.

„Der Discokönig“

Sicher, es ist naiv, das Lied von den hochbezahlten Profis zu singen, die keine Leistung bringen. Aber worin liegt die Kunst des „Trainer raus“-Kanons? Nehmen wir uns einmal drei Spieler von gestern raus. Fangen wir mit Aaron Hunt an. Ich habe lange zu Hunt gehalten und immer gehofft, er würde irgendwann den Schritt weiter nach vorne machen. Letzte Saison machte in dieser Hinsicht wieder ein bißchen Hoffnung und er zeigte einige ansprechende Spiele. Doch diese Spielzeit steht er vermehrt im Fokus und es scheint, er würde unter dem Druck zusammenfallen wie ein mißglücktes Soufflé. Gestern „glänzte“ er mit dem Zweikampfverhalten, für das sich eine Slalomstange schämen würde. Bezeichnend die Szene beim 0:2, wo er seelenruhig zuschaut, wie Raùl zum Abpraller sprintet und diesen reinschiebt. Hunt stand in dem Moment ja nur ein paar Meter dichter am Tor, was soll man da schon machen?

Der Strassenfußballer“

Marko Marin ist auch ein Spieler, der weit hinter seinen Erwartungen zurückbleibt. Ja, Schaaf hat am Anfang ein paar Spiele lang versucht, aus dem guten Dribbelkönig einen 10er zu machen. Vielleicht hat er zu lange probiert, Marko in eine Rolle zu drängen, die er offensichtlich nicht mag, aber mittlerweile spielt Marin entweder klassisch auf außen oder als zweiter Stürmer, der um einen zentralen Mittelstürmer wirbelt (was er letzte Saison häufig mit Pizarro praktizieren durfte). Zusammen mit Hunt sollte Marin wohl den Weggang von Özil einigermaßen kompensieren, doch leider macht Marko eher drei Schritte zurück als einen nach vorne. Er trifft oft genau die falsche Entscheidung: er passt, wenn er schießen könnte und umgekehrt. Zudem fällt es ihm schwer, Gegner im Dribbling zu bezwingen bzw. Gegner auf sich zu ziehen, um dann den Ball abzulegen. Mittlerweile wird ihm auch in der Nationalmannschaft der Rang von einigen Spielern abgelaufen, die in letzter Zeit auf sich aufmerksam gemacht haben.

„Der Anker“

Zu guter Letzt kommen wir zu Per Mertesacker. Laut kicker immernoch DER Innenverteidiger der Liga und der Nationalmannschaft. Von einem Spieler mit seiner Erfahrung und seinem Standing würde ich mir wünschen, dass er der ruhende Pol der Mannschaft ist. Doch leider schafft auch Merte es nicht, zum einen die Abwehr einigermaßen zu ordnen und zum anderen fällt er selber durch eklatante Fehler auf. So legt er gestern Raùl das 0:3 mustergültig auf und schon in der ersten Hälfte stand er fünf Meter neben Huntelaar, als diesem eine Flanke genau serviert wurde. Ich würde meinen, dass man einem Merte nicht extra erklären muss, wie torgefährlich der olle Holländer ist.

Vorerst scheint es, als würde Schaaf weiter im Amt bleiben, so hat es zumindest heute Allofs verkündet. Ich weiß nicht, wie es weitergehen wird und ein Patentrezept für die jetzige Situation habe ich auch nicht parat. Vielleicht schmeißt Schaaf auch im Winter von selbst die Brocken hin, weil er sich das nicht mehr geben will. Ich würde es verstehen. Den eine Unterstützung von seiten der Mannschaft sieht einfach anders aus. Wichtig ist, dass man auch mal im Umfeld sich mit Ansagen mal zurückhält. Vor dem Spiel auf Schalke machte Allofs Aussage die Runde, man solle mal eine Serie starten und am besten 15 Punkte aus den verbleibenden 5 Spielen holen. Dabei sollte man doch gelernt haben, dass solche Aussagen immer wieder als Bumerang zurückkommen. Wie oft hatte man in den vergangenen Jahren verkündet, man wolle Platz X erreichen oder Meister werden? Und noch jedesmal quittierte die Mannschaft diese Sprüche mit konsequenter Nichtleistung. Jetzt heißt es, Klappe halten und Leistung bringen. Nicht mehr und nicht weniger.

Lost for words

Das gestrige Spiel beim VfB Stuttgart war der bisherige Tiefpunkt in dieser Saison. Nach der bedingungslosen Kapitulation fällt es mir schwer, das Gesehene aufzuarbeiten. Zu niederschmetternd war einfach die Art und Weise, wie sich die Mannschaft auf dem Platz in ihr Schicksal gefügt hat. Nun ist allerorten Endzeitstimmung und die Rufe nach Konsequenzen werden immer lauter. Die ersten möchten gerne Schaafs Kopf und den von Allofs gleich dazu. Ich persönlich bin eher bei Tobias, der eine gute Replik auf die (ebenfalls gute) Argumentation von Johann geschrieben hat. Der Beitrag von Felix passt hier auch ganz gut. Doch letztlich werde ich hier auf ein diffuses Bauchgefühl zurückgeworfen, dass mich noch nicht den letzten Schritt gehen lässt. Schaaf hat bei mir sehr viel Kredit aufgrund seiner Leistungen in der Vergangenheit. Doch mittlerweile fällt es mir zusehends schwer, ihn zu verteidigen.

Das kickende Personal

Was gestern vor allem ins Auge stach, war die offensichtliche Lustlosigkeit in allen Bereichen. Da wird der Zweikampf verweigert, der lange Weg nicht gegangen, kurz ließ man es an allem vermissen, was man für ein erfolgreiches Spiel braucht. Während man nach den Spielen gegen Bayern, Nürnberg und Enschede auch mit der eigenen Chancenverwertung hapern konnte, konnte sich die Mannschaft vor dem gegnerischen Tor nicht ein einziges Mal gut in Szene setzen. Das Frings nach 19 getroffenen Elfern in Folge gestern an Stuttgarts Ullreich scheiterte, passte da nur ins Bild.

Dabei ist es ein ausgesprochenes Armutszeugnis für die Spieler, was sie da gestern abgeliefert haben. Trotz vieler Ausfälle, war das bestimmt keine 0:6-Trümmertruppe, die Schaaf da aufs Feld geschickt hat. Wer das Spiel gesehen hat, braucht nicht allzu viel Phantasie, um zu dem Schluß zu kommen, dass das Team nicht unbedingt für den Trainer gespielt hat. Einzig Wiese braucht sich keine Vorwürfe zu machen, war er doch noch der Beste in einem desolaten Team. Zu gerne würde ich wissen, was hinter verschlossenen Türen vorgeht: Hat Schaaf das Team verloren? Ist es den Spielern mittlerweile egal, was passiert, Hauptsache, ein neuer Trainer erlöst sie?

Die Führungsetage

Natürlich hat die sportliche Leitung eine ebenso große Verantwortung wie die Spieler auf dem Feld. Warum ist Schaaf nicht der Lage die Mannschaft zu einer defensiveren Spielweise zu bringen? Warum wird einfach weiter gespielt wie bisher? Warum werden immer wieder die gleichen Fehler gemacht? Warum hat gestern bspw. ein Sandro Wagner gespielt, der bisher in allen Spielen den Beweis schuldig blieb, was in außer Einsatz für die Bundesliga qualifizieren könnte. Dass Arnautovic nach seinem verbalen Scharmützel mit Allofs nicht starten durfte, konnte ich ja noch nachvollziehen, aber hat Almeida der Frau von Schaaf an der Po gefasst oder warum musste er als treffsicherster Spieler der bisherigen Saison auf die Bank? Warum wird immer weiter rotiert und munter die Positionen gewechselt, obwohl die Mannschaft eigentlich dringend Sicherheit und ein irgendwie geartetes Korsett braucht? Alles Fragen, auf die ich im Moment keine plausible Antwort habe.

Auch Allofs kann an dieser Stelle nicht ausgespart werden. Dabei will ich erstmal festhalten, dass ich nichts von diesen albernen Milchmädchenrechnungen halte, die gerade jetzt Hochkonjunktur haben. Da werden Erlöse aus Spielertransfers und zusätzliche Europapokaleinnahmen durch die vielfachen CL-Teilnahmen addiert und den Ausgaben für neue Spieler gegenüber gestellt. Bleibt, nach Adam Riese, ein Überschuß von XX Fantastilliarden Euro. Und das hat sich Allofs wahrscheinlich selbst aufs Konto gepackt. Die Finanzierung des Stadionumbaus, die hier seit Jahren praktizierte Politik, ein Gehaltsgefüge einzuhalten und einen Kader zu unterhalten, der bei Nichterreichen der europäsichen Wettbewerbe sofort für ein fettes Minus sorgt, ist auf einmal egal. Alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, hätte man ja mal kaufen können. Diego, Huntelaar, Ruiz, Barrios, die Liste ist lang. Bei allen hat Allofs gepennt. Ist ja egal, dass man für alle Wunschspieler der Fans einen 100-Mann-Kader bräuchte.

Wo der Klausi gepennt hat, ist vor allem in der Defensive. Die Linksverteidiger-Position liegt seit ewigen Zeiten brach und in letzter Zeit reiht sich Verlegenheitslösung an Verlegenheitslösung. Oder hat jemand geglaubt, dass Silvestre sich hier auf einmal als der Heiland entpuppt? Warum sind wir vorne so abhängig von Pizarro? Ja, er ist ein Spitzenspieler, aber ohne ihn ist immer ein Bruch zu erkennen, wenn es vor das gegnerische Tor geht. Zudem habe ich im Moment manchmal das Gefühl, dass wir zuviele Spieler haben, die auf mehreren Positionen einsetzbar sind. Im Basketball nennt man sowas „Tweener“, also Spieler, die auf mindestens zwei Positionen irgendwie zu Hause sind. Marin, Hunt, Arnautovic, Wesley, Jensen, Borowski, Silvestre rotieren mal mehr, mal weniger von A nach B. Beißt sich da die Flexibiltäts-Katze vielleicht in den eigenen Schwanz?

Und nun?

Das ist bei weitem keine vollständige Aufzählung, einfach nur mal das Rauslassen von Gedanken. Ich hoffe, dass Schaaf nochmal die Kurve bekommt, vielleicht haben die Kollegen vom worum-Blog ja recht und es bedarf nur ein paar kleiner Änderungen, um erstmal wieder zu einem mehr an Sicherheit zu finden. Aber momentan fällt es mir schwer, daran zu glauben, dass dies geschehen wird, dafür war das Votum der kickenden Belegschaft gestern zu eindeutig. Im Moment harre ich der Dinge, die da kommen mögen.