Tag Archives: Marko Arnautovic

Sündenbock

Vor knapp 25 Minuten ging das Spiel zwischen Hannover 96 und dem SV Werder zu Ende. Bremen verliert das Spiel mit 2:3 und klar ist für die meisten: Bargfrede ist schuld. Den Elfer zum 0:1 verschuldet, vor dem 0:2 den Ball mit einem Fehlpass verloren und beim 1:3 dann noch das Abseits aufgehoben. Es ist immer gut, wenn man es sich so einfach machen kann, denn dadurch wird die Komplexität reduziert und am Ende kann man immer sagen: Bargfrede war schuld. Man kann sich auch fragen, warum Wolf vor dem 0:2 an der Mittellinie rumturnt. Ignjovski war auf der linken Seite nach vorne gegangen, da hätte Wolf eigentlich tiefer stehen müssen, um die Seite mit abzudecken. Dadurch erst bekommt Schlaudraff diesen ganzen Raum bevor er Abdellaoue bedient. Und vor dem 1:3 geht Ignjovski erst super ins Tackling, verliert aber dennoch den Ball. Wenn er hier den Ball klärt, ist es völlig egal, ob Bargfrede das Abseits aufhebt oder nicht. Aber geben wir Bargfrede ruhig die Schuld, ist auch einfacher so.

Vor dem Spiel war klar, was Werder zu erwarten hat: eine Mannschaft, die hinten gut steht und vor allem beim Umschalten von Abwehr auf Angriff seine Stärken hat. Mit dem Elfmeter nach nicht einmal zwei Minuten und dem 0:1 spielte man Hannover natürlich perfekt in die Karten. Diese konnten es ruhig angehen lassen und man hatte nicht unbedingt das Gefühl, dass Werder mit seinen Angriffen die 96-Hintermannschaft in Bedrängnis bringen konnte. Auffällig war, dass die Angriffe fast ausschließlich durch die Mitte oder links kamen, die rechte Seite war kein Faktor in Halbzeit eins. Wie oben beschrieben, führte ein Ballverlust auf Höhe der Mittellinie zum 0:2 und hier konnte man schön sehen, wie gut Hannover diese Konter ausspielt. Arnautovic machte aus dem Nichts heraus noch den 1:2 Anschlusstreffer. In Halbzeit zwei machte Bremen gleich von Beginn an Druck und Pizarro hatte eine dicke Chance, bei der er nur den Pfosten traf. Auch Sokratis machte in der Phase eine große Gelegenheit nicht rein. In der 60. sorgte Abdellaoue für das 1:3 und außer dem 2:3 durch Pizarro gelangen den Bremern keine Treffer mehr.

Arnatuovic sah in der 78. darüber hinaus die rote Karte, weil er bei einem Klärungsversuch von Pinto den Fuß drüber hielt. Offensichtlich ist das wohl innerhalb des Regelwerks und somit korrekt. Meinem Empfinden nach war das zu hart.

Ich hoffe, dass die Mannschaft aus dem Spiel lernt und vor allem auch sich selbst nicht mit solchen Fehlern in die Bedrängnis bringt. Am Ende war die Niederlage verdient und die Grube zu groß, die man sich selbst gegraben hatte. Vor allem hoffe ich, dass man endlich mal aufhört, von dem ersten Platz zu faseln. Mir ist klar, dass sich die Spieler selbst motivieren wollen und ein engagiertes Ziel ist ja auch wichtig. Doch bin nur ich das oder haben andere auch das Gefühl, dass Bremen sich immer nach solchen Kampfansagen sehr schwer tut? Vielleicht nehme ich das auch nur so wahr. Ich finde hanseatische Zurückhaltung immer noch am Charmantesten, von daher einfach mal weniger Sprüche klopfen und dafür mehr auf dem Platz zeigen.

Jetzt hat das Team knapp zwei Wochen Zeit bevor es gegen den BVB geht. Ich hoffe, dass Naldo bis dahin vielleicht eine Option für die Startelf ist. Vielleicht zusammen mit Sokratis in der IV und dann Ignjovski auf der rechten Außenbahn. Vielleicht ein Weg zu etwas mehr defensiver Stabilität. Und natürlich Bargfrede nicht aufstellen, aber das versteht sich ja von selbst. 🙂

Ernüchterung

Im Laufe der Sommerpause stieg die Vorfreude immer mehr an. Die Fußball-WM der Ladies war da nur ein sehr dünner Ersatz. In den letzten Tagen kündeten auch immer mehr Sonderhefte den baldigen Beginn der Sommerpause an. Einen ersten Eindruck vom Team sollte den Fans das Pokalspiel gegen den 1.FC Heidenheim liefern. Wobei sicherlich alle, die es mit den Grün-Weißen halten, einen anderen Ausgang des Spiels bevorzugt hätten.

Das es eine schwierige Nummer werden würde, war für mich vor dem Spiel klar. In der Regel tut sich der haushohe Favorit bei solchen Pokalspielen immer schwer und das Spiel gestern sollte dafür einen weiteren Beweis liefern. Dennoch war nach dem 1:0 von Markus Rosenberg die Welt zumindest ergebnistechnisch in Ordnung. Mit der Leistung auf dem Platz konnte man hingegen weniger zufrieden sein. Die Offensive blieb in weiten Teilen Stückwerk und den Bremern gelang es nicht, die Heidenheimer Abwehr wirklich auseinander zu ziehen. Am meisten Gefahr ging von Marin und seinen Dribblings aus, die im Laufe des Spiels jedoch zunehmend ihre Wirkung verloren. Hunt und Borowski auf den Halbpositionen der Raute blieben blass und Rosenberg und Thy hingen meist in der Luft und bis auf Rosenbergs Treffer ging von den beiden Stürmern selten Gefahr aus. Der Abwehr war die mangelnde Eingespieltheit vor allem zwischen Wolf und Sokratis anzumerken und auch Lukas Schmitz machte auch nicht den sichersten Eindruck.

In den Berichten zum Spiel markiert der vergebene Elfer von Marko Marin den Wendepunkt des Spiels. Nach einem Handspiel der Heidenheimer im Strafraum trat Marin an, um den Elfer halbhoch und unplatziert zu schießen. Leichte Beute für Heidenheims Keeper Lehmann. Nur wenige Minuten später kann Heidenheims Sauter einen Freistoß direkt verwandeln und noch einmal zwei Minuten später erzielt Schnatterer das 2:1, nachdem erst der Heidenheimer Außen nicht gestellt werden kann und Wolf nach dem Anspiel auf Schnatterer zum Grätschen/Blocken des Balls runter geht und damit dem Heidenheimer erst den Weg zum Tor ebnet.

Spätestens das 1:2 brach den Bremern das Genick und danach war eine halbe Stunde die blanke Verzweifelung zu sehen. Ekici, Arnautovic und Wagner kamen ins Spiel und fortan wurde mit einem Drei-Mann-Sturm gespielt, doch war die Mannschaft nicht in der Lage, sich wirklich gefährliche Situationen herauszuspielen. So saß ich vor dem Fernseher und habe eigentlich nur noch auf ein Glückstor bzw. ein Eigentor der Heidenheimer spekuliert. Doch nach dem Schlußpfiff blieb es den Blau-Weißen vorbehalten zu jubeln.

Heute schwanke ich zwischen Zweckoptimismus und Pessimismus. Natürlich ist das nicht das erste Mal, dass ein Erstligist im Pokal gegen unterklassigen Gegner ausscheidet. Und nicht jedes Mal hat solch ein Ausscheiden den direkten Abstieg des betroffenen Erstliga-Clubs zur Folge, was ja offensichtlich bei uns der Fall zu sein scheint, wenn man manch hysterischen Stimmen Glauben schenken kann. Dennoch ist das Spiel ein empfindlicher Schlag für meine Vorfreude und ich hoffe, dass sich das Team am nächsten Samstag gegen Lautern in besserer Verfassung und vor allem Einstellung präsentiert als gestern nachmittag. Wir wollen ja nicht, dass es wieder zu Busblockaden mit integriertem Dosenwerfen kommt, oder!?

Klatsche gegen HSV – es könnte echt passieren – 2. Liga

Was war das? Ich habe das Spiel zwischen Werder und dem HSV nicht live, sondern in der Sportschau gesehen. Aber das was ich gesehen habe, hat mich erschüttert. Werder spielte wir ein Absteiger. Insbesondere das Defensiv-Verhalten war unterirdisch. Und damit meine ich besonders Per Mertesacker. Der war an drei Gegentoren beteiligt. Im Interview sagte er: „Ich freue mich auf bessere Zeiten. Wir können Abstiegskampf“. Bessere Zeiten? Darauf können wir wohl lange warten, wenn die Mannschaft weiter so spielt. Und nach Abstiegskampf können, sieht es nun wirklich nicht aus. Schließlich ist nicht nur Mertesacker außer Form. Frings oder Marin gehen doch in jedem Spiel baden. Und der tolle Arnautovic stolziert lustlos über den Platz. Der Rest läuft brav mit. So könnte es echt passieren – 2. Liga!

Und dann ist da noch das Thema Allofs und Schaaf. Allofs sagte nach dem Spiel: „ Der Trainer steht nicht zur Disposition. Wir arbeiten auch in Zukunft mit ihm zusammen. Es gibt keinen Trainer, der aus dieser Mannschaft mehr rausholen kann.“ Naja, offensichtlich kann Thomas Schaaf aktuell nicht viel aus der Mannschaft rausholen. Ich bin nun wirklich kein Freund von schnellen Trainerentlassungen, nur weil es mal nicht so gut läuft. Aber bei Werder läuft nichts. Und da muss auch mal über einen neuen Trainer nachgedacht werden!

Faraway, so close

Ein Punkt ist sicherlich besser als kein Punkt, doch nach dem gestrigen Spiel in Wolfsburg bleibt doch ein fader Beigeschmack. In einem Spiel, das auf sehr schwachem Niveau stattfand, hatten Frings (vom 11er-Punkt), Arnautovic (frei vor Benaglio) und Hunt (kurz vor Ende) die großen Chancen, das Spiel zugunsten der Bremer zu entscheiden.

Diego, Diego, Diego…

Das Spiel war nicht das Aufeinandertreffen der „Enttäuschten“, sondern auch das erste Spiel von Diego gegen seinen Ex-Club. Das merkte man Sky-Kommentator Michael Born auch an: jedesmal, wenn der kleine Brasilianer am Ball war, konnte man förmlich hören, wie Born ins Mikro sabberte. Dabei spielte Diego die ersten knapp 30 Minuten sehr auffällig und war offensichtlich darauf aus, es gegen seine Ex-Kollegen allen zu beweisen. Und Born wartete nur auf den alles entscheidenden Satz: „Ausgerechnet Diego!“. Doch nach ca. 30 Minuten passte sich Diego dem allgemeinen Niveau des Spiels an und verschwand zunehmend in der Versenkung.

Während Bremen offensichtlich in der ersten Halbzeit darauf aus war, nicht allzu viel zuzulassen und tief gestaffelt auf Konter zu warten, lief bei Wolfsburg fast alles über Diego. Als er abtauchte, ging auch beim VW Betriebssportverein nicht mehr viel nach vorne. Wunderstürmer Dzeko sah im gesamten Spiel keinen Stich und wurde von Mertesacker über weite Strecken abgemeldet. Nach vorne zeigten sich im Bremer Spiel die alten Probleme. Zwar gab es einige viel versprechende Kontersituationen, doch dann fehlte es am letzten Pass oder an der passenden Anspielstation. Dabei muss ich sagen, dass mir vor allem Hunt gestern gefallen hat. Er hatte gute Aktionen und harmonierte gut mit Arnautovic, der vorne alleine seine Kreise zog.

Elfer-Drama

In der zweiten Halbzeit versuchten die Bremer das Heft etwas mehr in die Hand zu nehmen, doch wirkliche Chancen sprangen dabei nicht heraus. Ein Problem war die Tatsache, dass Arnautovic sich immer wieder auf die Flügel fallen ließ, dann aber die Abnehmer für seine Hereingaben fehlten. In der 74. war Wolfsburgs Josué so freundlich, Bargfrede im Strafraum der Golfsburger zu legen und der (für meine Begriffe schwache) Schiri Aytekin gab Strafstoß. Frings nimmt sich den Ball, läuft an und vergibt. Nach dem Spiel meinte Frings, er wollte ihn die Mitte schießen, habe aber den Ball nicht richtig getroffen, so dass Benaglio ihn mit Glück halten konnte. Nur drei Minuten später segelt ein hoher Ball in den Bremer Strafraum, Prödl nimmt den Arm im Zweikampf gegen Mandzukic ein bißchen zu hoch und Mandzukic bricht zusammen, als hätte ihn einer der Klitschkos getroffen. Aytekin zeigt wieder auf den Punkt und Dzeko tritt an, um den Ball über das Tor zu befördern. Wahrscheinlich auch ein Novum, dass zwei so kurz hintereinander gegebene Elfer verschossen wurden.

In der Schlussphase hatten Arnautovic und Hunt die oben angesprochenen Chancen, den Dreier doch noch einzufahren. Letztlich blieb es bei der Punkteteilung. Bremen ist nun zwei Spiele in Folge ungeschlagen und das ist doch schonmal etwas. Nun noch die Partie gegen Dortmund überstehen und sich in die Winterpause zu retten, wo dann hoffentlich die Verletzten wieder ins Team zurückkehren und man die Möglichkeit hat, weiter an den vielen Schwachstellen zu arbeiten. Vor allem das Spiel nach vorne hat sehr viel Sand im Getriebe. Hunt muss konstanter werden, Arnautovic die dicken Gelegenheiten auch mal nutzen und Marin sich wieder häufiger im 1:1 durchsetzen. Hoffen wir mal, dass Pizarros Knochen in der Rückrunde länger halten und dann ist da javielleicht auch noch Hugo „Ich schwimm nach Madrid“ Almeida, unser bisher bester Torjäger.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Das bittere Aus im Pokal gegen die Bayern war schmerzhaft, aber es gibt viel Positives mitzunehmen aus der Partie. Gerade die Tatsache, dass die Mannschaft sich zahlreiche Gelegenheiten erspielt hat, ist so ein Positivum. Natürlich hätten Arnautovic und Prödl auch mal eine der Chancen machen können (bzw. der Weiner mal nicht dieses Phantomfoul von Prödl an Badstuber pfeifen sollen), aber immerhin hatten wir diese Chancen und gerade die Dinger von Arno waren teils sehr gut herausgespielt. Auch defensiv war das sicherer als so manches Mal in dieser Saison. Beim 1:1 macht Wesley auf außen die Winkerkrabbe und verpennt es, aufzurücken und das 1:2 ist so ein Sonntagsschuß, wie er nicht alle Tage vorkommt. Und Schaaf hatte nach der Partie recht, als er feststellte, dass man sich selber geschlagen habe. Wir haben nicht gegen einen deutlich besseren Gegner einen aufs Dach bekommen, sondern es versäumt, die Klasse-Chancen, die wir hatten, zu nutzen. Ob die Niederlage damit nun unverdient ist, sei einmal dahingestellt, denn für eine verdiente Niederlage gibt es genauso wenig Punkte wie für eine unverdiente bzw. in diesem Fall scheidet man im Pokal aus.

Was auch gefällt, ist die Tatsache, dass sich allmählich eine Formation und das dazugehörige Personal herauskristallisieren. Am Dienstag spielte Werder mit einem 4-2-3-1 mit Pizarro als Sturmspitze, Arno links und Marin rechts im Mittelfeld, während Wesley die zentrale Position besetzte. Hunt kann eine der Positionen übernehmen, wenn Bedarf ist und Wesley kann eine der beiden 6er-Positionen einnehmen. Solange alle fit und gesund sind, ist Almeida der Verlierer in diesem System. Trotz seiner bisher fünf Saisontreffer, scheint Schaaf lieber auf Pizarro zu setzen, wenn dieser fit ist. Man darf gespannt sein, wie sich das langfristig auf die Vertragsverhandlungen mit dem Portugiesen auswirkt.

Mit einem Dreier im Spiel morgen gegen die Clubberer können die Bremer noch weiter nach vorne marschieren. Platz drei ist derzeit nur zwei Punkte entfernt und das ist angesichts der bisher mauen Saison beachtlich. Das zeigt, dasss diese Saison viele Teams ihren eigenen Ansprüchen hinterherlaufen (Bayern, Schalke, Wolfsburg). Letzte Saison gab es zu Hause einen 3:2-Sieg gegen Nürnberg, bei dem das „Highlight“ die Rote Karte gegen Torsten Frings war, die es für rein gar nichts gab. Ich erwarte einen unangenehmen Gegner, der diszipliniert spielen wird und immer wieder Nadelstiche per Konter setzt. Da heißt es, Geduld zu wahren und die Nürnberger nicht zu viele Räume für Konter zu geben.

Forza SVW!

Jetzt geht’s los

Pünktlich zur Länderspielpause erscheint hier der erste Artikel.

Heute nacht um 24:00 Uhr endet die Transferphase, bis dahin müssen die Vereine ihre Transfers getätigt haben. Während mancher Verein noch panisch alles gekauft hat, was nicht bei drei auf dem Baum ist, blieb es in Bremen vergleichsweise ruhig. Die wichtigen Personalien wurden schon vorher auf den Weg gebracht, einzig die Ausleihe von Markus Rosenberg zu Racing Santander kam heute zustande. Schauen wir uns doch einmal an, was sich diesen Sommer bei den Grün-Weißen so alles getan hat:

Zugänge:

Marko Arnautovic: Der „Null-Bock-Ösi“ oder auch wahlweise „Problem-Ösi“ kam von Twente Enschede. Marko gilt als eines der ganz großen Talente in Europa, doch konnte dies zuletzt bei Inter Mailand kaum unter Beweis stellen. Arnautovic war der erste Neuzugang der Saison. Zuerst machte die Boulevardpresse und die restliche Sportjournaille ein Riesending aus der Tatsache, dass Arnautovic bei einer Trainingseinheit Strafrunden drehen musste, mittlerweile hat er aber spätestens beim 4:2 gegen Köln gezeigt, dass er auch sportlich für Schlagzeilen sorgen kann. Ich denke, an ihm werden wir noch unsere Freude haben.

Felix Kroos: Der kleine Bruder von Toni Kroos kam von Hansa Rostock nach Bremen und soll hier langsam aber sicher für die Zukunft aufgebaut werden. Machte in der Vorbereitung einen guten Eindruck und zeigte vielversprechende Ansätze. Wird aber wohl zunächst vor allem in der U23 zum Einsatz kommen.

Wesley: Das Dauerthema der Transferperiode. Gefühlte Ewigkeiten zogen sich die Verhandlungen zwischen Werder und dem FC Santos in die Länge. Irgendwann waren jedoch alle Parteien zufrieden und der Transfer wurde vollzogen. Wesley ist ein flexibel einsetzbarer Mittelfeldspieler, der sowohl DM als auch ZM kann. Ich denke, er könnte in Zukunft die Doppel-6 zusammen mit Bargfrede bilden und perspektivisch den Fringser beerben.

Mickael Silvestre: Sicherlich der bekannteste Neuzugang. Silvestre war einst eine feste Größe bei Manchester United und spielte die letzten beiden Saisons für den FC Arsenal. Er kann sowohl IV als auch LV und ich hoffe, dass seine Erfahrung vor allem auf Boenisch abfärbt und er nach dem Ausfall von Naldo für mehr Stabilität in der Abwehr sorgen kann. Eine gute Einschätzung zu dem Transfer gibt es drüben bei Tobias. Silvestre ist kein Heilsbringer, aber ich denke, er kann der Mannschaft weiterhelfen und ein wichtiger Teil der Mannschaft werden.

Abgänge:

Mesut Özil: „Schab Vertrag“ ist leider gegangen. Özil war zwar nie so charismatisch wie bspw. ein Diego und blieb immer distanziert, dennoch war er ein richtig guter Fußballer, der uns hier in Bremen viel Freude bereitet hat. Am Ende war ich dann doch etwas erleichtert, als der Transfer endlich verkündet wurde, da sich das Ganze dann doch schon einige Zeit hinzog. Der Deal, der erzielt wurde, ist für alle Seiten gut und ich denke, dass Bremen schon einen Weg finden wird, ihn zu ersetzen. Persönlich finde ich es sehr amüsant, dass Özil noch vor gar nicht allzu langer Zeit den FC Barcelona als seinen Traumverein bezeichnete. Wenig später geht er zum Erzrivalen der Katalanen und unterschreibt bei Real Madrid.

Peter Niemeyer:„Party-Peter“ konnte sich zwar nie in die Stammformation spielen, hatte aber aus meiner Sicht seinen Anteil daran, dass man zu Beginn der Rückrunde eine Serie mit 5 Niederlagen in Folge durchbrechen konnte. Nun ist er bei der Hertha aus Berlin gelandet und die Berliner haben eine Kaufoption für den blonden Schlaks.

Markus Rosenberg: Schon seit einiger Zeit stand Rosenberg im Schaufenster und es wurde auf einen Abnehmer gehofft. In dieser Saison war er gar nur Stürmer Nummer fünf hinter Pizarro, Almeida, Arnautovic und Wagner. Am letzten Tag der Transferphase hat sich Racing Santander seiner „erbarmt“ und ihn für ein Jahr ausgeliehen. Die Spanier haben eine Kaufoption auf den Schweden, zugleich hat Werder den Vertrag mit Rosenberg noch um ein Jahr verlängert. Beim Rückspiel der CL-Playoffs gegen Genua hat uns Markus mit seinem Tor zum 1:3 noch ein schönes Abschiedsgeschenk gemacht.

Carlos Alberto: Puh, endlich sind wir den los. Damals mit viel Getöse verpflichtet und mit ebenso viel Getöse gescheitert. Nun hat Vasco da Gama aus Brasilien uns den hoch veranlagten Alberto wieder abgenommen.

Marko Futacs wurde an den FC Ingolstadt ausgeliehen, während Timo Perthel für ein Jahr zu Sturm Graz geht. Aymen Abdennour ist nach der letzten Saison wieder zu seinem Verein ES Sahel Sousse gegangen.

Alles in allem eine gute Transferperiode, wie ich finde. Wenn man bedenkt, wie rar gute Linksverteidiger gesät sind und welche Preise für halbwegs talentierte Spieler fällig werden, muss man es einfach akzeptieren, dass der Verein „mal wieder“ keine große Lösung für die Position gefunden hat.