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Danke und Ciao

Ende letzter Woche wurde Naldos Wechsel zum VfL Wolfsburg verkündet. Es wurde noch einmal spannend, da der initiale Med-Check nicht nach Plan verlief und zusätzliche Untersuchungen nötig waren. Obwohl mit ihm ein wichtiger Spieler und Sympathieträger geht, hält sich die Enttäuschung stark in Grenzen. Vor zwei Jahren fiel Naldo sehr lange durch ein Knochenödem aus. Nachdem man ihn zu Beginn der letzten Saison langsam wieder an das Team herangeführt hatte, bedankte sich Naldo damit, dass er auf einmal dringend nach Brasilien wollte, um a) dichter an seiner Familie zu sein und b) sich für die WM 2014 zu empfehlen. Nachdem sich der Wechsel zerschlug, konnte er sich auf einmal gut vorstellen, doch noch ein paar Jahre in Bremen zu bleiben.

Am Ende kam Wolfsburg mit mehr Geld und einem Vierjahresvertrag um die Ecke. Bremen wollte wohl erstmal noch abwarten, wie sich die sportliche Situation an der Weser entwickelt und sicherlich auch schauen, wie sich Naldos Gesundheit entwickelt. Naldo hat sich für die größere Sicherheit entschieden. Man darf sich heutzutage über sowas auch gar nicht mehr aufregen, will man sich nicht als tumber Idiot preisgeben. So ist halt das Business und als normaler Arbeitnehmer macht man das ja auch so. Die Tatsache, dass Bremen ja auch Spieler von anderen Vereinen wegkauft, verdoppelt die Heuchelei. Wobei der Vergleich mit den normalen Arbeitnehmern ja an Schieflage nicht zu überbieten ist. Ich kenne viele Leute, denen die Perspektive und das Klima an ihrem Arbeitsplatz deutlich wichtiger ist als den monatlichen Gehaltseingang um ein paar Prozent zu steigern. Ja, ich weiß, die Profis haben ja nur eine kurze Karriere, aber Naldo dürfte in Bremen zwischen zwei und drei Millionen per Anno verdient haben. Der verdient also im einem Jahr mehr als der durchschnittliche Arbeitnehmer in seinem gesamten Leben.

Nein, es geht nicht um die „Scheiß-Millionäre“, aber können wir bitte aufhören so zu tun, als hätte Naldo hier wie ein asketischer Bettelmönch leben müssen? Die angebliche Logik des Arbeitnehmermarktes (jeder nimmt so viel er kriegen kann) habe ich in der Vergangenheit oft genug verwendet, um Wechsel von Spielern innerlich und äußerlich zu rechtfertigen. Doch irgendwie nagt diesmal der Zweifel an mir, ob das immer alles so richtig ist. Ob man nicht doch auch mal Kritik an einem Spieler äußern kann, der erst sagt, dass es ihm das Herz bricht, aus Bremen fortzugehen, aber dann fortfährt, dass das Angebot einfach unschlagbar war und genug, um den Herzschmerz zu lindern. Aber was soll man ihn kritisieren, wenn alle nur dem Geld nachjagen?

Ich danke Naldo für seine Zeit in Bremen. Mehr aber auch nicht. Wenn ein Spieler den Verein verlässt, ist er für mich nicht mehr relevant. Ich bin Fan von Werder Bremen, nicht von Spieler XY. So lange jemand das Trikot von Werder trägt, stehe ich hinter ihm, doch wenn er geht (aus welchen Gründen auch immer), dann nicht mehr. Nicht falsch verstehen, ich wünsche niemandem etwas Schlechtes, aber was soll ich Naldo jetzt alles Gute wünschen? Es hat auch ganz praktische Vorteile, denn ich kann mir Spiele von Real Madrid anschauen, ohne bei jedem Ballkontakt von Özil den alten Zeiten nachzutrauern. Ich kann mich herrlich an Diegos Spielchen mit Quälix erfreuen, ohne ihn ständig wieder in Bremen sehen zu wollen. Halt ganz geschäftsmäßig.

In der Puppenkiste

Ich will nach dem gestrigen 1:1 erst mal mit dem – aus meiner Sicht – Positiven anfangen. Das mache ich an zwei Personen fest. Zum einen ist da Aleksandar Ignjovski, der gestern den zuletzt etwas formschwachen Bargfrede von Anfang an vertrat und seine Sache sehr gut machte. Es war jetzt keine Offenbarung, aber ein mehr als solides Spiel, in dem Ignjovski andeuten konnte, dass er durchaus eine Option für die 6er-Position ist. Auch im Spielaufbau gefiel mir der Junge sehr. Die zweite Person kann niemand anderes als Naldo sein. Was der da gestern – in seinem zweiten Spiel von Beginn an – abräumte, war schon phänomenal. Von gefühlt 100 gewonnen Kopfballduellen über die Grätsche im letzten Moment bis hin zum akrobatischen Klärungsversuch war alles dabei. Und bis auf ein paar wenige Wackler alles sehr souverän. Auch nach vorne bringt Naldo mehr frischen Wind aus der Innenverteidigung heraus. Wie ist eigentlich der Stand der Klontechnik…?

Doch leider gab es auch viele Dinge, die gestern nicht so recht klappten und dafür sorgen, dass das 1:1 gegen weitgehend harmlose und schwache Augsburger sich eher wie zwei verlorene Punkte anfühlt. Der entscheidende Punkt ist die mangelnde Chancenverwertung: Pizarro hätte noch eins machen müssen, Rosenberg hatte auch noch zwei Dinger auf dem Kopf bzw. Fuß und der gute Sandro drischt das Ding lieber in den Augsburger Himmel statt Hunt zu bedienen. Einen davon hätte man versenken müssen, dann hätte man in einem weniger brillianten Spiel immerhin einen Sieg eingefahren. Vor allem nach dem 1:1 durch Pizarro waren die Augsburger deutlich angezählt und sehnten nur noch den Abpfiff herbei.

Im Mittelfeld zeigte vor allem Marin eine erschreckend schwache Leistung. Ich kann mich an nicht eine einzige gute Aktion von ihm erinnern, man hätte auch glauben können, er steht gar nicht auf dem Feld, so unsichtbar war der kleine Marko zuweilen. Gestern legte er sich ein paar Mal den Ball am Gegner vorbei und brach das anschließende Laufduell dann beim ersten kleinen Körperkontakt wild gestikulierend ab. Dumm nur, dass Schiri Kircher nix pfiff und das in meinen Augen völlig zu Recht. Gerade mit solchen Aktionen versaut man sich den Ruf und die Bereitschaft des Schiris, bei wirklichen Fouls zu pfeifen,  sinkt in zunehmendem Maße. Natürlich fällt einem das umso mehr auf, wenn die Leistung dann auch noch so schlecht ist. Vielleicht braucht der Marko mal eine kleine Denkpause auf der Bank, denn Ekici war gestern nach seiner Einwechslung deutlich effektiver und schaufelte zudem die Ecken nicht einfach nur in die Arme von Augsburgs Keeper Jentzsch.

Hätte man eine der dicken Gelegenheiten noch genutzt, müssten wir auch nicht über Wolfs Fauxpas vor dem Augsburger Treffer sprechen, als er über den Ball säbelt und dem Drama den Weg bereitet. Ja, das Anspiel von Naldo war nicht optimal, aber irgendwas etwas Besseres hätte Wolf schon draus machen können. Ich bin sowieso nicht der größte Fan unseres Blondschopfs in der IV, da er zu oft zu solchen kapitalen Böcken neigt. Seine kompromisslose Art ist an sich mal was anderes und nicht völlig verkehrt, aber auch gestern verursachte er mindestens zwei unnötige Freistöße in Strafraumnähe. Ich plädiere generell dafür, Naldo und Sokratis in die IV zu stecken. Ich glaube, dass die beiden sich hervorragend ergänzen und Sokratis vor allem taktisch intelligenter ist als Prödl und Wolf. Und ich habe auch das Gefühl, dass Sokratis auf RV nach vorne seinen anfänglichen Schwung verloren hat. Und ein Ignjovski oder Wesley kann man auch mal auf rechts stellen. Es wäre einen Versuch wert in meinen Augen.

P.S.: Szene des Spiels war vor dem Anpfiff bei der Seitenwahl als Augsburgs Kapitän Möhrle dem Clemens eine Jim Knopf-Puppe in die Hand drückte. Wenn schon Puppenkiste, dann richtig.

 

Let the sun shine

13 Punkte nach nur 6 Spieltagen, ein Spitzenplatz in der Liga und so mancher reibt sich verwundert die Augen. Derzeit kann man sich als Bremen-Fan nun wirklich nicht beklagen, vor allem bei einem Blick auf die Position der Stellinger. Dabei bin ich gespannt, wie sich das Ganze weiter entwickeln wird, denn bisher meinte es der Spielplan wirklich gut mit uns. Was natürlich insofern postitiv ist, als die Mannschaft sich einspielen kann und auch die nötigen Erfolgserlebnisse sammelt, um sich das nötige Selbstvertrauen für die dicken Brocken zu holen. Doch woran liegt es, dass es diese Saison viel geschmeidiger läuft als noch in der letzten Spielzeit?

Transfers

In den letzten Jahren nahm in Bremen schon ordentlich Geld in die Hand, um es in Spieler wie Carlos Alberto, Marin, Arnautovic oder Wesley zu investieren. Diese Transferperiode saß das Geld nicht so locker. Das Team spielt nicht international und bis zum eigentlichen Beginn der Saison hatte man auch keine nennenswerten Summen durch Spielerverkäufe einnehmen können. Also, back to the roots für Allofs. Ekici vom FC Bayern war noch der teuerste Spieler. Dazu Spieler wie Schmitz, Wolf, Sokratis oder Ignjovski für einen relativ schmalen Taler. Nicht alle Transfers waren bei den Fans unumstritten und ich gestehe, dass ich bei Wolf immer noch mehr als skeptisch bin, aber alles in allem haben wir damit den Kader sowohl qualitativ als auch in der Breite verstärkt. Mit Schmitz und Ignjovski auf der LV-Position haben wir fast schon zwei solide Alternativen für die Dauerbaustelle der Defensive.

Spieler

Letzte Saison war der Abstiegskampf sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass viele weit unter ihrem Niveau spielten. Gerade im Mittelfeld, wo bspw. Bargfrede, Marin oder Hunt keine konstant guten Leistungen zeigten, machte sich dies bemerkbar, da zum einen das Offensivspiel meist gar nicht erst in Schwung kam und zum anderen die Abwehr meist auf sich alleine gestellt war. Ein weiteres Beispiel für die ansteigende Form ist Arnautovic, der endlich das bringt, was sich viele von ihm schon in der letzten Saison erwartet hatten. Selbst in der österreichischen Nationalmannschaft wurde er wieder begnadigt und war gegen die deutschen der einzig positiv auffällige Ösi. Das führt auch dazu, dass Schaaf bei den Kadernominierungen immer wieder die Qual der Wahl hat und es sich bisher auch mehrfach erlauben konnte, Wesley auf der Bank zu lassen.

Verletzungen

Diese Saison haben wir auch deutlich weniger Probleme mit Verletzungen bzw. der Kader ist in der Lage, diese aufzufangen. Letzte Saison war Pizarros Oberschenkel quasi die Problemzone des Vereins. Abhängig von seinen Toren, musste er oft schon gebracht werden, obwohl er noch nicht ganz auskuriert war, was eine neuerliche Verletzung nach sich zog. Er selbst hatte am vergangenen Wochenende im „Aktuellen Sportstudio“ selbst davon gesprochen, dass er selbst auch ein bisschen zu voreilig war im Bezug auf die Rückkehr.

Auch Naldo profitiert enorm von der besseren Personaldecke, so dass selbst nach dem Verkauf von Merte keine Eile bestand, den Publikumsliebling vorzeitig aufs Feld zu stellen. Stattdessen wird Naldo Schritt für Schritt wieder ans Team herangeführt und eventuell gibt er morgen gegen die Hertha aus Berlin dann sein Startelf-Debüt. In der Situation der letzten Saison wäre der Trainerstab eventuell versucht gewesen, Naldo wieder schneller auf den Platz zu bekommen.

System

Die letzte Saison war auch davon geprägt, dass Schaaf lange an der taktischen Grundausrichtung der Mannschaft rumdokterte. Eigentlich wollte man mit einem 4-2-3-1 in die Saison starten, doch als das partout nicht funktionieren wollte, war guter Rat teuer. Vielleicht doch die Raute? Oder was anderes? Leider konnte Schaaf der zunehmend verunsicherten Mannschaft keine stabilisierende Struktur verpassen. Diese Spielzeit greift Schaaf von Anfang an auf die Raute zurück und trotzt dem allgemeinen Trend zum Einheits 4-2-3-1. Dabei ist es aber keineswegs völlig starr, sondern die Spieler rochieren immer wieder miteinander und in den letzten Spielen waren mit Fritz und Bargfrede zwei eher defensive Spieler in der Raute, die bei gegnerischem Ballbesitz dann die Positionen vor der Abwehr einnehmen und von denen sich einer bei eigenem Ballbesitz auf eine der Halbpositionen schiebt. Marin spielt eine Art 10, wobei er sich dann häufig auf den Flügel fallen lässt und weniger den klassischen 10er gibt. Sowohl defensiv als auch offensiv ist wesentlich mehr Struktur im Spiel, was wiederum den Spielern mehr Sicherheit gibt.

Keiner der genannten Gründe steht für sich alleine, sondern sie greifen ineinander. Dennoch bilden sie die Grundlage für den bisherigen Höhenflug, den nach dem Pokalaus in Heidenheim wohl die wenigsten so erwartet haben.

Alles hat ein Ende

Mit dem gestrigen (sportlich bedeutungslosen) Spiel auf dem Betzenberg zu Kaiserslautern wurde die Bundesliga-Saison abgeschlossen. Und die Erleichterung, diese Spielzeit einigermaßen überstanden zu haben, ist den meisten Bremer Fans deutlich anzumerken. Im August noch spielte man die Qualifikation zur Champions League und nur wenige Monate später steckte man im Abstiegskampf (unser Quali-Gegner Sampdoria Genua ist übrigens aus der Serie A abgestiegen).

Es gibt nicht nur den einen Grund für das schlechte Abschneiden in der Liga. In der Defensive waren es die Ausfälle von Naldo und Boenisch sowie die Tatsache, dass auch ein Mertesacker lange seine Form suchte. Im Mittelfeld war der defensive Part oftmals nicht in der Lage, die gegnerischen Angriffe zu unterbinden und nach vorne machte sich der Abgang von Özil sehr viel deutlicher bemerkbar als gedacht bzw. gehofft. Ganz vorne war Pizarro zu oft verletzt, Almeida wurde verkauft und Wagner zeigte erst spät, dass er durchaus eine Verstärkung sein kann. Zudem schlugen die Neuverpflichtungen wenn überhaupt erst spät ein. Arnautovic kam nie richtig in Fahrt, Silvestre brauchte eine Halbserie, um sich einzuleben und Wesley ist stets bemüht, doch da ist auch noch massig Luft nach oben.

Auch abseits des Platzes verlor man viel von der Souveränität der vergangenen Jahre. Es sei nur an die Geschichte mit den halbierten Gehältern im Herbst erinnert, die allerorten für Hohn und Spott sorgte. Wie sehr die Saison an den Nerven der sportlichen Führung gezerrt haben muss, konnte man an dem Drama um Daniel Jensen beim letzten Heimspiel gegen Dortmund sehen. Jensen war nicht mal im Kader in seinem letzten Heimspiel für Werder, obwohl gerade einmal 15 Spieler im Kader standen. Der Spielverlauf hätte am Ende eine Einwechslung des Dänen hergegeben und damit verbunden einen würdigen Abschied. So aber wollte man nix riskieren im Spiel gegen Dortmund und nachdem Jensen sich über die Presse enttäuscht äußerte, wurde er mit sofortiger Wirkung freigestellt. Hier hätte man ruhig etwas mehr Fingerspitzengefühl beweisen können.

Nun also liegt die Saison hinter und eine lange Sommerpause vor uns. Die Baustellen im Team sind mehr als in den Jahren zuvor offenkundig geworden und angesichts fehlender Einnahmen aus dem europäischen Wettbewerb ist die Aufgabe, den Kader umzubauen und eine schlagkräftige Truppe aufzustellen. Der erste einigermaßen sichere Neuzugang scheint Ekici vom FC Bayern München zu werden, der letzte Saison in Nürnberg auf sich aufmerksam machen konnte. Man darf in den nächsten dreieinhalb Monaten gespannt sein, wer alles als Neuzugang und auch als Abgang bei den Grün-Weißen gehandelt werden wird. In diesem Sinne:

FORZA SVW!

Es ist viel passiert…

Hugo goes

Zum Fest der Liebe wurde die Beziehung zwischen Hugo Almeida und Werder Bremen geschieden. Angedeutet hatte sich der Abgang von Hugoal schon etwas länger, doch dann ging alles relativ schnell. Während in der Woche vor Weihnachten noch jeglicher Kontakt zu Besiktas von Hugo als Lüge abgetan wurde und er darauf insistierte, frühestens nach Weihnachten über seine Zukunft zu entscheiden, war der Deal dann doch vor dem Ende der Feiertage eingetütet.

Damit geht eine viereinhalb Jahre andauernde Ära zu Ende. Obwohl Hugo viele versprechende Ansätze eines wirklichen Klassestürmers hatte, konnte er sein Potential in Bremen nie ganz abrufen. Bezeichnend war irgendwie das Spiel gegen Pauli, wo er mit seinen drei Toren den Sieg klar machte und auf dem Weg zum Helden des Spiels war. Bis er dann seinen Gegenspieler Zambrano einen mitgab und die rote Karte sah. Auffällig war auch, dass Allofs und Schaaf nicht müde wurden, mehr Konstanz und Einsatz von Almeida einzufordern. Viele sahen darin völlig überzogene Kritik am portugiesischen Publikumsliebling, den die sportliche Führung wohl offensichtlich auf dem Kieker hatte. Ich denke, es müssen intern einige Dinge passiert sein, was sich auch an einem Interview mit Klaus Allofs ablesen lässt, welches kurz vor Weihnachten in der Kreiszeitung erschien. Es passiert in Bremen relativ selten, dass ein Spieler auf diese Art und Weise öffentlich abgewatscht wird.

Ich denke, dass es keinen Sinn gemacht hätte, Almeida unter diesen Umständen weiter zu halten, auch wenn sein Verlust sportlich sehr schmerzhaft ist. Obwohl ich Hugoal immer gemocht habe, hat er auch nie ganz die Erwartungen erfüllen können, die man in Bremen hatte. Und dass er „nur“ zu Besiktas wechselt und nicht in eine andere Top-Liga wie England, Spanien oder Italien, spricht da in meinen Augen auch Bände. Ich wünsche ihm für die Zukunft alles gute.

Denni comes

Seit gestern ist der Transfer von Denni Avdic zum SVW offiziell. Der 22-jährige kommt vom schwedischen Erstligisten IF Elfsborg an die Weser. Dort wurde er mit 19 Toren und vier Vorlagen in der letzten Saison zum besten Torjäger. Ich kann zum Spieler nix sagen was über die üblichen Youtube-Videos hinausgeht. Doch auch ohne eine einzige Minute von ihm gesehen zu haben, wird er in den Foren schon jetzt von manchen als Pfeife abgestempelt. Frei nach dem Motto: „In Schweden macht auch meine 90-jährige Großmutter 19 Buden in der Liga. Und die kann kaum was sehen, hört schlecht, hat Rheuma und ’nen Herzschrittmacher!“.

Ich würde sagen, wie warten mal ab und freuen uns darüber, dass Allofs zeitnah reagiert hat. Avdic kann man morgen im Testspiel gegen Trabzonspor wahrscheinlich das erste Mal in Action sehen. Sport1 zeigt das Spiel ab 19:30 Uhr, wer interessiert ist.  In diesem Sinne: Välkomna Denni!

Das Lazarett

Schlechte Nachrichten gibt es von einigen Langzeitverletzten. Fangen wir mit unserem größten Sorgenkind an: bei Naldo wird es immer wahrscheinlicher, dass er diese Saison nicht wieder für die Grün-Weißen kicken wird. Das Knochen-Ödem, was ihn schon seit dem Sommer behindert, macht wohl einen operativen Eingriff unumgänglich. Ich hoffe, dass die Gerüchte um eine mögliche Sportinvalidität sich nicht bewahrheiten und er bald wieder gesund wird.

Wesley fällt auch länger aus als gedacht, da sich der Heilungsprozess seiner Sehnenverletzung im Oberschenkel in die Länge zieht. Auch Sebastian Boenisch wird noch ein bißchen auf sich warten lassen. Beide sind nicht mit nach Belek ins Trainingslager gefahren.

Einstellungssache

Also, ich habe das Spiel gestern nicht gesehen. Das nur mal vorneweg. Nach dem, was ich von dem Spiel gesehen habe, scheint es ein richtig, richtig mieser Auftritt gewesen zu sein. Wenn Tobias die Frage stellt, ob „…Werder ohne Özil, ohne Pizarro, ohne Naldo und ohne Mertesacker möglicherweise nur Bundesligadurchschnitt ist.„, frage ich mich, welche Mannschaft denn den Ausfall dreier Stützen dauerhaft wegstecken kann, ohne dass sich das qualitativ bemerkbar macht? Ich glaube, dass kann keine BuLi-Mannschaft. Selbst die Bayern warten auf Robben wie auf den Messias.

Tobias hat in obigem Artikel schon die taktischen Aspekte beleuchtet und Johan hat sich damit auch auseinandergesetzt, so dass ich nur folgendes anfügen möchte: Das Schaaf Marin wieder hinter die Spitzen stellt und ihn damit mehr oder weniger zum Spielmacher ernennt, ist bitter. Ich dachte, spätestens das Tottenham-Spiel hätte dies gezeigt und da muss sich Schaaf fragen lassen, warum er mit solchen taktischen Maßnahmen noch mehr Verunsicherung in die Mannschaft bringt.

Auf der anderen Seite kann man an die Mannschaft auch die Frage nach der Konzentration und Einstellung adressieren. Während man gegen die Bayern schnell im Spiel war und gut gespielt hat (auch wenn die Bayern noch nicht in Topform sind), hat gegen Tottenham jeglicher Biss und vor allem auch die Konzentration gefehlt. Wenn ich dann sehe, dass Silvestre im gestrigen Spiel 31 Fehlpässe raushaut, so kann das doch nicht allein an der Taktik liegen, oder bin ich da zu naiv? Genauso die individuellen Fehler vor den Gegentoren. Das kann ja nicht an Schaaf liegen, denn ich denke, er wird dem Team ja nicht ans Herz legen, die Sache locker anzugehen.

Nun ist der Fehlstart komplett mit gerade einmal 4 Punkten aus 4 Spielen. Am Dienstag geht es gegen Hannover und sowohl Trainer als auch Mannschaft können zeigen, ob sie aus den Fehlern gelernt haben. Schaaf muss der Mannschaft endlich die passende Taktik geben, und nicht die Spieler in Rollen zwingen, die sie nicht ausfüllen können. Die Mannschaft sollte mal wieder zeigen, dass sie ein Spiel auch über 90 Minuten voll konzentriert spielen kann. Und zwar auch, wenn der Gegner nicht Bayern München heißt.