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Beim Auswärtsspiel in Mainz sorgte nicht nur die Mannschaft auf dem Platz für einen weitgehend desolaten Auftritt in Grün-Weiß, sondern auch einige Fans machten eher auf die falsche Art auf sich aufmerksam. Es geht hier um den Einsatz von Pyrotechnik in Stadien. Dabei soll es nicht darum gehen, ob man mit entsprechenden Bengalos und Co. für mehr Atmosphäre im Stadion sorgen kann oder nicht. Darüber kann man sich durchaus streiten, denn für mich braucht man solche Effekte nicht für zusätzliche Stimmung. Aber da kann man durchaus unterschiedlicher Meinung sein.

Derzeit ist es jedoch ein Fakt, dass der Einsatz solcher Feuerwerkstechnik in deutschen Stadien verboten ist. Daran kann man derzeit nicht rütteln. Es gibt eine Initiative zur Legalisierung der Pyrotechnik, die sich für einen kontrollierten Einsatz von Pyrotechnik in den Stadien einsetzt. Ich glaube, dass die Teile der Fans, die nun in Mainz oder anderswo trotz Verbotes auf Pyrotechnik solchen Vorstößen einen Bärendienst erweisen. Für die Ordnungskräfte und die Verbandsoberen bestätigt sich doch damit nur das Bild des unkontrollierbaren Fan-Mobs, der sich offensichtlich nicht an die Regeln halten kann/will. Dabei versuchen viele Faninitiativen dem negativen Bild der Fans entgegenzuwirken und sich gegen die Schikane von Polizei und Stadionordnern zu wehren und zudem mehr Freiräume für aktive Fans zu erwirken. Aber mit solchen Aktionen einzelner ist das vergebliche Liebesmüh.

Darüber hinaus nehmen die Fans auch willentlich eine Strafe für den eigenen Verein in Kauf. Das geht bei Geldstrafen los und kann im Zweifel dazu führen, dass die Werder-Fans evtl. bei Auswärtsspielen nicht ins Stadion dürfen. Vielleicht bin ich da auch zu doof zu verstehen, wie man durch solche Aktionen seinen eigenen Verein unterstützt und nicht nur sich selbst als unglaublich toller Haufen feiert. Der Verein sah sich nach den Ereignissen am letzten Samstag genötigt, einen offenen Brief zu veröffentlichen. Es bleibt der Zweifel, ob dieser etwas bewirkt.

Übrigens ist es immer wieder peinlich, wie sich gerade Fernsehkommentatoren in dieser Sache verhalten. Während bei Spielen in der Türkei oder Griechenland beim Anblick eines “brennenden” Stadions von der tollen südländischen Atmosphäre und dem dazugehörigen Temperament geschwärmt wird, sind sich die gleichen Kommentatoren auch kein Deut zu blöde, bei gleichem Verhalten deutscher Fans von den “Idioten” zu sprechen. Heuchelei in seiner reinsten Form.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass Pyrotechnik keineswegs harmlos ist, wie man vor ziemlich genau einem Jahr in Bochum sehen konnte. Dabei wurden acht Gästefans aus Nürnberg verletzt und der Vorfall führte zu einem Teilausschluss der Fans bei zwei folgenden Auswärtsspielen. In den falschen Händen kann das also durchaus gefährlich sein und ist kein Spielzeug. So ganz wohl ist mir bei dem Ruf nach Eigenverantwortung der Fans im Umgang mit Pyrotechnik – wie bei “Pyrotechnik legalisieren” gefordert – nicht. Wer garantiert denn, dass nicht doch Knallkörper mit ins Stadion nimmt, oder Bengalos in Menschenmengen geworfen werden. Aber dank solcher Vorfälle bleibt das wohl auch auf längere Sicht eine allenfalls hypothetische Diskussion.