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In den Startlöchern

Am kommenden Sonntag geht die neue Saison los und für den SV Werder steht das erste Pflichtspiel im DFB-Pokal an. Bevor Bremen versucht, die sagenumwobene zweite Pokalrunde zu erreichen, hier eine kleine Vorschau auf die neue Saison.

Der Kader

Es gab im Sommer einige Abgänge: Füllkrug, Wurtz, Röcker, Schmitz, die Steffis, Miele, Iggy, Hunt und ganz aktuell: Akpala. Sportlich ist in meinen Augen nur der Abgang von Hunt einer, der leichte Bauchschmerzen verursacht, ansonsten sind es Abgänge, die allenfalls menschlich ein bisschen schade sind (Miele, Iggy), aber die auf den Verlauf der nächsten Saison keinen Einfluss nehmen werden. Mit Akpala verschwindet eines der letzten Mahnmale vom Propheten des bestellten Feldes. Bei Lücke und Wurtz hat man wohl nicht damit gerechnet, dass sie in naher Zukunft der Mannschaft weiterhelfen können. Insgesamt hinterlassen die Abgänge nicht unbedingt riesige Baustellen im Kader.

Natürlich haben auch einige neue Spieler den Weg nach Bremen gefunden: Raif Husic, der erst einmal in der U23 zum Einsatz kommt, Izet Hajrovic, Alejandro Gàlvez sowie Fin Bartels. Izet Hajrovic kam ablösefrei von Galatasaray Istanbul, die eher sporadisch bis gar nicht die Gehälter überwiesen. Bei der WM konnte er schon in Ansätzen zeigen, was von Ihm zu erwarten ist: Schnelligkeit, Technik und einen guten Torabschluss. Schöner Überraschungsdeal von Eichin. Gàlvez kam ablösfrei aus Spanien und kann sowohl in der Innenverteidigung als auch auf der 6 spielen, wo er in der Vorbereitung überwiegend zum Einsatz kam. Abschließend noch Fin Bartels, der vom FC St. Pauli an die Weser gewechselt ist. Auf den ersten Blick ein Mann für die Breite, der in der Vorbereitung häufiger zum Einsatz kam und vielleicht auch gegen den FV Illertissen ran darf.

Insgesamt sehe ich den Kader ganz gut aufgestellt. Klar, im Sturm ist es noch ein bisschen dünne, aber vielleicht tut sich da noch etwas, bevor das Transferfenster Ende des Monats wieder schließt. Im Mittelfeld sind wir mit einer Fülle an Optionen ausgestattet und ich rechne damit, dass wir hier häufiger mal personelle Wechsel sehen, in Abhängigkeit vom Gegner und der jeweiligen Form. Eine detaillierte Betrachtung aller Spieler lieferte kürzlich Tobias von MeineSaison.

Vorbereitung

Ein Testspiel ist ein Testspiel ist ein Testspiel. Es war eine durchwachsene Vorbereitung mit klaren Siegen gegen unterklassige Teams, zähen Partien wie bspw. gegen Bilbao, dem Höhepunkt gegen Chelsea und zwei Niederlagen im Endspurt. So wie nach dem 3:0 gegen Chelsea bei mir keine Euphorie ausbrach, sehe ich auch die beiden Niederlagen gegen Hannover und Leicester relativ entspannt. Wichtig ist das Pokalspiel am Sonntag sowie der Auftakt der Bundesliga und wenn wir da erfolgreich sind, interessieren die Niederlagen niemanden mehr (ebenso wie man sich bei einem Fehlstart nix für das 3:0 hätte kaufen können).

Wichtiger ist ja eh die Etablierung von Abläufen und das Festigen der Sicherheit, welche die Mannschaft zum Ende der letzten Saison zeigte. Und man hat ja auch ein wenig mit dem WM-Trend 3-5-2 rumexperimentiert und vielleicht sehen wir das ja in der kommenden Saison auch mal live auf dem Platz.

Was ist zu erwarten?

Robin Dutt und Thomas Eichin machen einen entspannten Eindruck. Während Eichin am Kader der kommenden Saison schraubt, arbeitet Dutt an der Weiterentwicklung der Mannschaft. Dabei sprechen beide nach außen mit einer Stimme und formulieren gleichlautende Ziele: die Mannschaft den nächsten Schritt machen lassen und irgendwo zwischen Platz acht und zwölf landen. Die Grundlage dafür wurde in der letzten Saison gelegt, auch wenn die Früchte erst später in der Saison geerntet werden konnten. Doch diese Saison kann man auf den gemachten Erfahrungen aufbauen und muss nur wenige neue Puzzleteile integrieren. Es sollte gelingen, spielerisch einen weiteren Schritt nach vorne zu machen und von einem vornehmlich reaktiven Stil hin zu mehr eigener Aktivität zu kommen. Aber man sollte keine Wunderdinge erwarten und ich finde es richtig, dass die sportliche Führung den einstelligen Tabellenplatz nicht zum allein glückselig machenden Saisonziel auserkoren hat.

Dabei ist der Schritt auf Platz neun im Zweifel gar nicht so groß, denn wenn man sich die letzten fünf Saisons anschaut, hatten die Teams auf Platz neun zwischen 42 und 47 Punkten. Bremen hatte in der abgelaufenen Saison 39, ein so großer Sprung ist dies also gar nicht. Sollte man sich spielerisch weiterentwickeln, vielleicht ein paar richtig gute Spiele abliefern und am Ende „nur“ Zehnter werden, sollte das jedoch kein Anlass zu Beschwerden sein.

Ich gehe positiv in die kommende Saison und erwarte den nächsten Schritt von der Mannschaft. Man hat die Mannschaft punktuell verstärkt und kann auf der Grundlagenarbeit der letzten Saison aufbauen. In meinen Augen ist damit zu rechnen, dass wir dieses Jahr eine Hand voll Spiele dabei haben werden, wo der SVW auch spielerisch überzeugen kann und man rundum zufrieden aus dem Stadion kommt. Einen weiteren Vorbericht findet man bei Andreas im Werder Exil.

Lebenlang Grün-Weiß!

Absetzbewegung

Nach dem 2:0 in Nürnberg weist die inoffizielle „Wochen der Wahrheit“-Statistik nach drei von fünf Spielen schon 3:0 Tore und sieben Punkte auf. Für mich persönlich wäre ich mit sieben bis neun Punkten nach diesem Pulk an Spielen gegen direkte Konkurrenten mehr als zufrieden gewesen. Mittlerweile haben wir wieder angenehme acht Punkte Abstand auf den Relegationsplatz und Werder ist wieder in deutlich ruhigeren Gewässern unterwegs.

Das Spiel

Wieder war es eine stabile Defensive, die den Grundstein für den Sieg legte, wie auch Tobias in seinem Blogbeitrag sehr ausführlich darlegt. So entstanden aus der deutlichen Feldüberlegenheit der Nürnberger (Ballbesitz 66% für Nürnberg; Passquote 76% Nürnberg, 63% Bremen) insgesamt nur vier Schüsse aufs Tor. Während ich das Spiel schaute, habe ich den 1. FCN deutlich gefährlicher wahrgenommen und war beim Blick auf die Statistik einigermaßen überrascht. Aber wir sind jetzt wieder in der Lage, dem Gegner das Spiel zu überlassen, ihn dorthin abzudrängen, wo wir ihn am liebsten haben wollen und die dann entstehenden Angriffe unbeschadet zu überstehen. So spielte Nürnberg viel über außen und agierte mit hohen Bällen, die ein gefundenes Fressen für uns waren. Und als Nürnberg in Halbzeit zwei deutlich stärker durch die Mitte kam, stellte Dutt von Raute auf zwei Sechser in einem 4-2-3-1 um und gab der Mannschaft damit – wie schon gegen den HSV – die nötige Stabilität.Wenn sich bei mir dann noch wieder mehr Vertrauen in unsere Abwehr einstellt, kann ich so ein Spiel auch deutlich entspannter genießen. 😉

Das eigene Angriffsspiel war relativ überschaubar und beide Tore fielen nach Ballgewinnen im Mittelfeld und mit ein bisschen Glück: Di Santo fällt der Abpraller von Hunts Distanzschuss vor die Füße und Pinola fälscht Bargfredes Schuss entscheidend ab. Aber manchmal muss man sein Glück auch entsprechend erzwingen. Was mir an Di Santo besonders gefällt ist die Tatsache, dass er auch in der Lage ist, sich selbst Chancen zu kreieren. Bei seinem Lattenschuss kann er die Verteidiger abschütteln und abziehen. Eine Eigenschaft, die Petersen (bei all seinen Qualitäten im Angriffspressing und seinem Einsatz) leider etwas abgeht und die aktuell sehr wichtig ist.

Vor einigen Spieltagen war die Stimmung bei mir ziemlich am Boden. Das hat sich durch die Serie doch deutlich entspannt. Ich bin weit davon entfernt, völlig euphorisch zu sein, aber mit drei bis vier Punkten in den nächsten beiden Spielen gegen Stuttgart und Freiburg könnte fast schon eine Vorentscheidung zugunsten des Klassenerhalts fallen. Dafür ist es natürlich notwendig, die kommenden Partien genauso anzugehen wie die letzten drei Spiele: mit Kampf, Defensive, Leidenschaft und dem einen oder anderen Lucky Punch.

Fair-Play?

Aaron Hunt sorgte nicht nur mit seinem sehenswerten Schuss vor dem 1:0 für Gesprächsstoff, sondern auch dadurch, dass er in der 75. Minute einen Elfmeterpfiff von Manuel Gräfe korrigierte, der ein Foul an Hunt im Nürnberger Strafraum gesehen hatte. So bemerkenswert die Geste ist, so sehr geht auch mir als Bremer der Hype darum ein bisschen zu weit, vor allem wenn dann gleich ein Fair-Play-Preis im Raum steht. Hunt selbst stellte die Situation so dar:

„Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, dass es eher eingefädelt war von mir. Ich wollte die Berührung haben, habe dann aber gemerkt, dass Pinola zurückgezogen hat. Ich habe dann ein bisschen mit mir gekämpft, so wollte ich hier nicht gewinnen, auch wenn Abstiegskampf ist.“ (Quelle)

So schön die Geste ist, so sehr schließe ich mich da Burning an, dass es hier ja eigentlich um eine Schwalbe geht, die Hunt versucht hat und was er ja auch in seinen Aussagen bestätigt. Das gehört mittlerweile zum Repertoire eines Fußballers, aber die Tatsache, dass Hunt seinen versuchten Beschiss wieder korrigiert, muss man echt nicht für den Friedensnobelpreis vorschlagen.

Punkt für Punkt

Ab dem nächsten Spieltag beginnen wohl die Wochen der Wahrheit. Fünf aufeinanderfolgende Spiele gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. Stand heute sind alle Gegner mindestens punktgleich (Frankfurt) oder liegen hinter uns. Nach diesen fünf Spieltagen sollte klarer sein, in welche Richtung es für den Rest der Hinrunde geht. Wir haben die Chance, wichtige Punkte zu sammeln und uns abzusetzen oder werden im schlimmsten Fall noch weiter in den Keller gezogen. Doch vorher stand noch die Partie gegen Gladbach an. Eine Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel, doch mit einem bisher erfolglosen Auftakt in die Rückrunde.

Flop

Burning Bush hat das Spiel unter dem Titel „Schizophrenie in Grün-Weiß“ gut zusammengefasst. Die erste Halbzeit war ein Abziehbild all der Dinge, die einen als Fan in dieser Saison in den Wahnsinn treiben. Da wäre die unfassbare „Gabe“ der Mannschaft, sich immer und immer wieder selbst in den Fuß zu schießen. Immer wieder werden wir Zeuge von individuellen Fehlern, wie sie einem Bundesligisten nicht unterlaufen dürfen. Diesmal leistet Lukimya in der sechsten Minute Entwicklungshilfe für die bisher punktlosen Gladbacher und serviert Raffael einen Ball aus dem Lehrbuch der Katastrophen-Fehlpässe. Das Geschenk nehmen die Gäste dankbar an und schon nach etwas mehr als 300 Sekunden ist der vorher ausgeheckte Plan für das Spiel schon ad absurdum geführt. Im Fußball gibt es die Kategorie der „Unforced errors“ nicht, aber hier dürfte Bremen einen der Spitzenplätze belegen und für die DFB-Trainerausbildung ganze DVDs mit Anti-Lehrmaterial füllen.

Danach tut sich Bremen im Spielaufbau sehr schwer, ebenfalls ein Dauerbrenner dieser Saison. Man ist zwar bemüht, doch in der Regel werden lange Bälle aus der eigenen Hälfte oder Flanken aus dem Halbfeld bemüht. Trotz einer Doppelspitze mit Di Santo und Petersen versanden diese Versuche allzu oft und die wenigen Torchancen der ersten Halbzeit werden vom Zufall unterstützt. Nur einmal brandet in den ersten 45 Minuten Applaus durch das Weserstadion, als Lukimya nach gerade einmal 27 Minuten vom Platz geholt wird. Ich habe vollstes Verständnis für die Maßnahme und Lukimya in der Vergangenheit schon oft kritisiert, aber er tat mir in dem Moment leid. Felix Kroos durfte sich nun neben Prödl in der Innenverteidigung austoben. Das wir am Ende nur mit einem 0:1 in die Kabine gehen, ist vor allem der Gladbacher Unfähigkeit geschuldet, die Konterchancen sauber auszuspielen. Über ein 0:3 hätte man sich zu diesem Zeitpunkt wahrlich nicht beschweren können.

Top

Was dann nach der Halbzeit passiert, sorgt einerseits für Genugtuung und Optimismus, lässt mich andererseits auch fragen „Warum nicht gleich so?“. Die Mannschaft kommt mit viel mehr Dampf aus der Kabine, ergreift die Initiative im Spiel und kann sichtlich überraschte Borussen in der eigenen Hälfte festsetzen. Immer wieder kommt man nun auch spielerisch zum Zuge und erspielt sich endlich mal gute Gelegenheiten. Ob es eine gepfefferte Ansprache von Dutt war oder eine Palette Energy Drinks für alle: es wirkte. Bis zur 56. Minute konnte man vier gute Torgelegenheiten herausspielen. Die Mannschaft hat also doch so etwas wie Spielkultur auf Lager, man muss es nur aus der Truppe herauskitzeln. Gladbach blieb auch weiterhin nach Kontern gefährlich, doch entweder wurden diese wieder nicht konsequent zu Ende gespielt oder Wolf konnte die Gelegenheiten entschärfen.

Am Ende wurde Ludovic Obraniak seiner Rolle als Erlöser gerecht und mit einem sehenswerten Freistoß in der 88. Minute sicherte er uns einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf. Fast hätte man sich diesen Punkt nehmen lassen, denn Gladbach kommt vom Anstoßpunkt weg direkt zu einer richtig guten Gelegenheit, die Wolf vereiteln kann. Es wäre die Essenz dieser Saison in nicht einmal 60 Sekunden gewesen.

Ich hoffe, die Mannschaft kann den Kampf und Willen aus Halbzeit zwei in die nächsten Spiele mitnehmen und wenigstens vorerst darauf verzichten, sich selbst ein Bein zu stellen. Man kann einige positive Dinge aus der Partie mitnehmen, es ist an der Mannschaft, diese Eindrücke zu bestätigen. Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass dies wohl das vorerst letzte Spiel von Lukimya gewesen sein dürfte und Felix Kroos sich durch seine gute Leistung(bis auf ein, zwei Schnitzer) als Innenverteidiger Nummer drei etabliert haben dürfte.

Lebenslang Grün-Weiß!

 

Suboptimal

Bevor ich mich zum heutigen Spiel äußere, will ich an dieser Stelle noch ein wenig ausholen. Ist ja auch schon ein Weilchen her, dass ich hier was geschrieben habe. Der 1:0-Sieg über Bayer Leverkusen war ein guter Schlusspunkt für eine durchwachsene Hinrunde. Die Rückkehr zu einer defensiven Grundeinstellung und Taktik bescherte Werder ein überraschendes Weihnachtsgeschenk. Mit diesem Rückenwind ging es in die Winterpause und das damit verbundene Trainingslager Anfang Januar. Die Aufgabenstellung dabei war klar: Stärkung der Defensive und Grundlagen. Das mit den Grundlagen stammt aus einem Artikel des Weser-Kuriers, in dem sich Sebastian Prödl und Nils Petersen zur Lage äußerten. Nun war es ja in vielen Spielen offensichtlich, dass der Mannschaft gewisse Grundlagen abgehen, aber ich fand und finde es immer noch bemerkenswert, dass sich die Spieler dahingehend geäußert haben. Zumal sich daraus auch die Frage ergibt, was in den letzten Jahren passiert ist, wenn nun so ein Nachholbedarf in grundlegenden Bereichen besteht. Immerhin wurde mal nix von Europa gefaselt, was ja auch ganz wohltuend ist. Die beiden Freundschaftsspiele in Jerez habe ich nicht verfolgt, die Ergebnisse habe ich beiläufig zur Kenntnis genommen. Seit Jahren gilt für mich bei Testspielen das Motto: „Bloß nix hochsterilisieren!“.

Neue Impulse

Das Thema Verstärkungen ließ lange auf sich warten und zum Ende der Transferperiode standen zwei neue Spieler fest: zum einen Fin Bartels vom FC St. Pauli, der im kommenden Sommer an die Weser wechselt. Sicherlich ein guter Transfer für die Breite des Kaders. Ich habe ein paar Spiele des FCSP diese Saison gesehen und obwohl er mir dabei gut gefiel, fand ich ihn keineswegs überragend. Aber wahrscheinlich habe ich einfach nur die falschen Spiele gesehen, denn viele sind von seinen Leistungen diese Saison sehr angetan und seine Zahlen sind durchaus gut. Der zweite Neuzugang wechselte sogar noch in dieser Transferperiode zum SVW. Ludovic Obraniak kommt vom FC Girondins de Bordeaux nach Bremen. Bordeaux, da war doch was? Richtig, der Club, bei dem Johan Micoud damals groß raus kam und nach seiner Zeit bei Werder seine Karriere beendete. Und offensichtlich konnte Le Chef dem Ludovic das Leben in Grün-Weiß einigermaßen schmackhaft machen. Obraniak ist polnischer Nationalspieler und im offensiven Mittelfeld zu Hause. Im Gegensatz zu Bartels sehe ich Obraniak eine Verstärkung in der Spitze und nicht in der Breite. Er könnte für Hunt der dringend benötigte Spielgefährte sein, der ihm hilft, dem Spiel nach vorne eine Struktur zu geben. Darüber hinaus ist es natürlich auch ein Signal an Hunt, dass man durchaus gewillt ist, namhafte Spieler zu holen und das Team zu verstärken.

Zurück in die Zukunft

Das Spiel gegen Braunschweig habe ich nicht gesehen, ich weilte auf Rügen im Urlaub. Nach dem Trainingslager war klar, dass dort kein Feuerwerk abgebrannt werden würde, aber es bleibt die Frage, ob ein 0:0 gegen den Tabellenletzten nicht viel zu wenig ist. Ja, Braunschweig ist keine Laufkundschaft, aber auf der anderen Seite muss man die Punkte mitnehmen, gerade im Abstiegskampf und gerade in einem Heimspiel.

Gestern dann das Auswärtsspiel in Augsburg. Auch mit einigen Stunden Abstand habe ich das Gesehene noch nicht wirklich verdaut. Es war auf allen Ebenen grausam anzuschauen. Es war klar, dass es ein schwieriges Spiel werden würde, denn schon im Hinspiel war Augsburg die bessere Mannschaft und Bremen konnte sich glücklich schätzen, die drei Punkte eingefahren zu haben. Und eigentlich erwischte man einen Traumstart in das Spiel als Callsen-Bracker in der dritten Spielminute eine Bremer Ecke in das eigene Tor lenkte. Das hätte der Mannschaft Selbstvertrauen geben können, doch das Gegenteil war der Fall: Abspielfehler, technische Unzulänglichkeiten und viele Fouls tief in der eigenen Hälfte bauten den Gegner ganz schnell wieder auf. Schon in Minute 11 konnte der FCA nach einem abgefäschten Freistoß den Ausgleich feiern (Fun Fact: nur wenige Minuten vorher hat Augsburg die gleiche Freistoß-Variante an den Pfosten geschossen. Lerneffekt bei Versuch Nummer zwei: null). Danach waren die Augsburger endgültig Herr im eigenen Stadion und mehr als erstauntes Zuschauen hatte Bremen nicht zu bieten. Das defensive Mittelfeld bekam keinen Zugriff auf den Augsburger Aufbau und wenn man in Ballbesitz war, wurde der Ball schnell wieder hergegeben. Garcia hatte vor allem mit André Hahn seine Probleme, wurde aber von den Außen im Mittelfeld auch kaum defensiv unterstützt, obwohl Dutt vor dem Spiel die Gefährlichkeit des Augsburger Flügelspiels hervorhob.

Darüber hinaus fiel Garcia in diesem Spiel wieder einmal durch sein stürmisches Vorgehen auf. Nachdem er nach ca. 15 Minuten die erste gelbe Karte kassiert hatte, ging er in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit im gegnerischen Strafraum mit gestrecktem Bein in den Zweikampf. Zwar zieht er zurück und trifft Ostrzolek nicht, aber er nimmt durch sein Einsteigen eine Verletzung in Kauf und sieht zurecht die zweite gelbe Karte. Auch wenn die Schauspieleinlage des Augsburgers unwürdig ist, darf Garcia da nicht so hingehen. Sein Verhalten nach Gelb-Rot lässt zudem befürchten, dass Schiri Dingert noch ein paar Sachen im Spielberichtsbogen notiert haben könnte. Ich bleibe bei meiner Einschätzung aus dem Schalke-Spiel: Garcia tanzt auf der Rasierklinge und mit solchen Aktionen schadet er der Mannschaft. Dingert hätte auch schon nach 23 Minuten die zweite gelbe Karte zeigen können. So sympathisch der Argentinier ist und die Herzen der Fans erobern konnte, aber sein Temperament schadet zu oft der eigenen Mannschaft. Natürlich muss sich Dutt hier die Frage gefallen lassen, warum er Garcia nicht auswechselt. Gerade nach der Aktion in Minute 23, einem harten Einsteigen gegen Hahn mit Armeinsatz, hätte dem Trainer klar sein müssen, dass Garcia ein Risiko darstellt. In Halbzeit zwei sorgt erst ein Aussetzer von Selassie für das 1:2 und am Ende sehen sowohl Wolf als auch Schmitz beim 1:3 mehr als unglücklich aus. Und beim 1:3 konnte man dann vielleicht ein kleines bisschen verstehen, warum Dutt Garcia so lange wie möglich hat spielen lassen.

58% Passquote (FCA: 84%), 29% Ballbesitz und 138 angekommene Pässe in 90 Minuten. Zum Vergleich: der FCA brachte 530 Pässe an den Mann.  So deutlich die Zahlen aussehen, so deutlich fühlte sich das Spiel auch an. Augsburg war in allen Belangen überlegen und Bremen nicht in der Lage, den Gegner wirklich in Bedrängnis zu bringen. In der Hinrunde konnte man glückliche sechs Punkte in den ersten beiden Partien einfahren und nun ist es nur noch einer. Dabei ist es nicht die Niederlage an sich, die so schmerzt, sondern die Art und Weise. Die Ratlosigkeit, mit der über weite Strecken agiert wurde. Auf der einen Seite eine Mannschaft mit einem Konzept, dass beherzigt und befolgt wird, auf der anderen Seite ein kopfloser und verunsicherter Haufen, der sich selbst durch Fehler, Fouls und Undiszipliniertheiten in Bedrängnis bringt. Und anders als bei Facebook direkt nach Spielschluss von Werder dargestellt, lag es nicht nur an der Unterzahl in der zweiten Halbzeit, dass man sich Augsburg geschlagen geben musste.

Fragestunde

Der Auftritt gestern hat mich einigermaßen ratlos zurück gelassen. Ich frage mich, woran in der Winterpause gearbeitet wurde. Der Fokus soll auf die Defensive gelegt werden, aber wenn man sich so präsentiert, wie es gestern der Fall ist und trotz einer defensiven Einstellung drei Gegentore kassiert, wird mir für die kommenden 15 Spiele Angst und Bange. Vor allem ist im Vergleich zu den ersten Spielen der Hinrunde keinerlei Entwicklung erkennbar. Eine Idee für das eigene Spiel nach vorne ist nicht erkennbar. Einfach nur Tore verhindern und darauf hoffen, irgendwie ein Tor selbst zu erzielen, wird auf Dauer nicht reichen. Das ist vielleicht eine geeignete Herangehensweise gegen eine Top-Mannschaft wie Bayer Leverkusen, aber nicht gegen Mannschaften wie Braunschweig und Augsburg. Gerade Augsburg zeigt, wie man mit einer klaren Spielidee zum Erfolg kommt. Ich frage mich ernsthaft, gegen wen man in der Rückrunde jetzt die nötigen Punkte holen will, die uns vor dem Abstieg bewahren sollen. Einzig an einen Sieg im 100. Nordderby mag ich glauben, in diesem Fest des Anti-Fußballs.

Eigentlich wollte ich Dutt die komplette Saison Zeit geben, aber langsam werde ich nervös. Ja, ich weiß: es war von vorne herein klar, dass es ein langer Prozess sein würde, der auch Rückschläge beinhaltet. Ich erwarte auch keinen Zauberfußball und bin auch für kleine Schritte dankbar, aber auch die zu erkennen, fällt mir aktuell schwer. Ist Dutt derjenige, der diese Mannschaft wieder in die Spur bringen kann? Oder ist die Mannschaft einfach zu schlecht für die Bundesliga? Warum sehen wir seit Jahren und nun unter einem anderen Trainer die ewig gleichen Fehler? Ich weiß es nicht, aber ich habe zunehmend das dumpfe Gefühl, dass Dutt vielleicht nicht der Richtige ist. Die Frage, die sich daraus naturgemäß ergibt, lautet: Wer soll es dann machen? Auch hier kann ich allenfalls mit Achselzucken dienen.

Das Spiel gestern hat noch einige eher kleine Fragen bei mir aufgeworfen: Warum kommt ein Yildirim nicht zum Zug? Im Sommer hat man seinen Vertrag noch mit großen Worten verlängert, aber in letzter Zeit spielt er keine Rolle. Stattdessen spielt Di Santo auf einer fremden Position und auch Elia kann sich schwache Auftritte erlauben, ohne dass er mal ausgewechselt wird. Ist Yildirim zu schlecht? Trainiert er nicht gut? Hat er aufgemuckt?

Bargfrede spielt gegen Braunschweig im defensiven Mittelfeld und macht ein gutes Spiel, gegen Augsburg kommt Makiadi von einer Verletzung zurück und ist sofort in der Startelf, obwohl seine Leistungen auch nicht so überragend waren, dass er automatisch gesetzt sein sollte. Auf vielen Positionen stellt sich die Mannschaft mangels Alternativen von alleine auf, aber im Mittelfeld sind für alle Positionen Alternativen verfügbar, die irgendwie nicht ausgenutzt werden. Ich fordere ja nicht, einen Spieler sofort nach einer schlechten Partie auf die Bank zu verbannen, aber macht es nicht Sinn, einem Spieler auch mal eine Pause zu geben? Ihn so auch zu motivieren, sich voll reinzuhängen? Konkurrenz kann auch dazu dienen, dass jeder an sein Limit geht und das Beste aus sich herausholt. Und was ist in dem Zusammenhang mit dem Thema „Junge Wilde“? Wo bleiben genannter Yildirim, Kobylanski und Co.? Es sind Fragen eines Außenstehenden, da ich nicht jedes Training verfolge und natürlich auch nicht Dutts Gedankengänge kenne, aber von der reinen Außenperspektive aus betrachtet wirken die Entscheidungen teilweise schwer nachvollziehbar.

Vor allem aber mache ich mir Sorgen um meinen Verein. Die Mannschaft entwickelt sich nicht und die von Dutt angekündigten harten Worte wirken schon wie die Rhetorik einer Ratlosen. Wie oft haben wir in den vergangenen Jahren nach peinlichen Auftritten gehört, jetzt werde mal Tacheles geredet und mit Konsequenzen gedroht. Ich hoffe, dass es nicht wieder die üblichen Worthülsen sind. Ich will nicht, dass unser Anspruch diese Saison darin besteht, dass drei Vereine am 34. Spieltag schlechter sind als Werder.  Das ist mir zu passiv und zu sehr Prinzip „Hoffnung“, aber viel mehr bleibt nach dem Spiel in Augsburg vorerst nicht.

Lebenslang Grün-Weiß!

Drei Punkte zum Fest

Irgendwie in die Winterpause retten: das war die Marschroute vor dem Leverkusen-Spiel. Hauptsache keine Klatsche kassieren, dann die Wunden lecken und darauf hoffen, dass in der Rückrunde der Erfolg wieder an die Weser zurückkehrt. Auch ich habe sehr pessimistisch auf das Spiel gegen Leverkusen geschaut, denn die Werkself verfügt ausgerechnet dort über Stärken, wo wir uns in Bremen defensiv sehr schwer tun: zum einen ein effektives und schnelles Umschaltspiel und darüber hinaus auch über ein starkes Spiel über die Außen. So habe ich mich im Grünweiß-Stammtisch auch völlig fatalistisch auf einen 0:4-Tipp festgelegt.

Vor dem Spiel gab es eineinhalb Überraschungen: Sebastian Prödl kehrte nach langer Verletzungspause wieder in die Startelf zurück. Ich hatte eher erwartet, dass der Prödler vielleicht noch einmal geschont wird, um dann in der Rückrunde anzugreifen. Die halbe Überraschung war die Aufstellung von Aaron Hunt, der in der Woche vor dem Spiel mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte. Schon nach wenigen Minuten wurde auch klar, dass man wieder zum defensiven Konzept der ersten Saisonspiele gefunden hatte. Makiadi und Bargfrede als Absicherung vor der Abwehr, zudem mit Elia und Di Santo sehr defensiv eingestellte Außenspieler und auch Hunt und Petersen standen tiefer als dies zuletzt der Fall gewesen ist. Die Mannschaft begegnete dem haushohen Favoriten als sehr kompakte Einheit, die zudem intensiv verteidigte.

Den Gästen schien das überhaupt nicht zu schmecken, so hatten die Leverkusener zwar in den meisten statistischen Kategorien die Nase deutlich vorne, aber erspielten sich kaum zwingende Torchancen. Angeführt von einem Sebastian Prödl, der gefühlt jeden hohen Ball aus dem Strafraum köpfte, machte die Mannschaft den Gästen das Leben schwer. Einziger Kritikpunkt war in meinen Augen die hohe Anzahl an begangenen Fouls tief in der eigenen Hälfte, die Leverkusen viele Standards bescherte. Und mit zunehmender Spieldauer kehrte langsam der Glaube daran zurück, dass die Mannschaft das Spiel einigermaßen unbeschadet überstehen würde. Fast so wie zu Beginn der Saison, als man in vielen Spielen dem Gegner die Initiative überließ, um ihm mit tiefer Verteidigung und kompaktem Auftreten die Lust zu nehmen.

Chancen für Bremen waren eher selten, aber in der 74. Minute führte ein Konter über Aaron Hunt zur ersten spielentscheidenden Szene, als Garcia nach einem Gewühle im Leverkusener Strafraum der Ball vor die Füße rollt und er zum 1:0 einschieben kann. Danach pure Freude bei Spielern, Fans und vor allem bei Robin Dutt. Die zweite spielentscheidende Szene kam (in meiner Erinnerung) nach dem Führungstreffer, als eine Bremer Ecke direkt in einen Konter der Gäste mündete. Als der Ball auf Höhe der Mittellinie angelangt war, hatte ich innerlich den Treffer für Leverkusen schon fest verbucht, aber als der Ball auf Höhe des Bremer 16ers angelangt, waren vier Spieler in Grün-Weiß nach hinten gesprintet und konnten die Situation letztlich entschärfen. Die letzten Minuten waren pures Nägelkauen und Dutt feierte selbst einen Einwurf wie den entscheidenden Treffer. Man merkte dem Coach an, wie sehr er unter Druck stand; Druck angesichts der Ergebnisse der letzten Wochen, Druck angesichts der Tatsache, dass es gegen seinen letzten Verein ging, wo er der öffentlichen Meinung nach kläglich versagt hatte. Wie sehr die Hinrunde an seinen Nerven gezehrt haben muss, wurde nach dem Spiel auf der PK offenkundig, wo er den Tränen sehr nahe war.

Der Sieg war auf mehreren Ebenen wichtig: er war wichtig für die Moral von Mannschaft und Fans, er war wichtig angesichts der Tatsache, dass Frankfurt und Freiburg gepunktet haben und uns immer dichter auf die Pelle rückten. Und natürlich tut es gut, einen „Großen“ geschlagen zu haben, denn Leverkusen spielt eine überragende Saison. Sie haben nur das Pech, in einer Liga mit den Bayern gefangen zu sein. Abschließend war es vielleicht auch wieder eine Rückbesinnung auf die Dinge, die uns zu Saisonbeginn so viel Optimismus gegeben haben: defensive Stabilität, der Fokus auf Defensivarbeit und 90 Minuten Kampf. Wehmutstropfen: warum ist man in den Spielen zuvor nicht so aufgetreten? Das war eine Frage, die ich mir während des Spiels immer wieder gestellt habe.

Mit 19 Punkten sind wir nur einen Punkt hinter dem von der Vereinsführung ausgegebenen Ziel von 20 Punkten. So findet die Hinrunde nach einigem Auf und Ab ein versöhnliches Ende und mit einem solchen Auftreten blicke ich auch weniger sorgenvoll in die Rückrunde als dies zuletzt der Fall war.

An dieser Stell wünsche ich den Lesern des PapierkugelBlogs schöne Rest-Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Lebenslang Grün-Weiß!

Abwärts

Jaja, ich weiß: vor der Saison war klar, dass wir keine Bäume ausreißen würden und nicht wenige haben Werder zum Kreis der Abstiegskandidaten gezählt. Deshalb dürfte es eigentlich keine Überraschung sein, dass wir uns zunehmend in der Tabelle nach unten bewegen. Das wäre per se noch kein Grund zur Panik, aber wenn man sich (wie auch hier angesprochen) die Entwicklung der letzten Wochen anguckt, zeigt die Formkurve steil nach unten. Am letzten Spieltag kommt es zum entscheidenden Duell mit Hoffenheim, wer mit der schlechtesten Abwehr der Liga in die Winterpause darf. Da möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass ich mir das vor der Saison doch ein klein wenig anders gedacht hatte.

In Berlin gab es ein 2:3 gegen einen allenfalls durchschnittlichen Gegner. Man ging durch Petersen sogar (und das eher aus dem Nichts) mit 1:0 in Führung, nur um innerhalb von Sekunden einen völlig unnötigen Elfmeter zu verursachen. Wenig später sogar das 1:2 , bei dem die Defensive eher staunend zuguckt, was die Berliner da so anstellen. Es ist schon bedrückend, dass jeder Ball am und im Strafraum sofort für Gefahr sorgt (wie auch Dutt und Eichin nach dem Spiel zu Protokoll gaben) und der Defensive seit einiger Zeit jegliche Stabilität fehlt. Einzig die Moral ist noch intakt und es ist erstaunlich, dass die Mannschaft immer wieder aufsteht und versucht, weiterzumachen. Und so kann man auch in Berlin wieder einmal einen Rückstand egalisieren, bevor Ronny kurz nach Wiederanpfiff das 2:3 erzielt.

Es gab einiges, was ich nicht verstanden habe, wie die Tatsache, dass nur einmal gewechselt wurde (Yildirim für Elia hätte sich bspw. angeboten), dass Di Santo als Außenspieler aufgeboten wurde oder der Umstand, dass Lukimya offensichtlich die Anweisung hat, immer wieder weit rauszurücken, obwohl es immer wieder Räume für den Gegner öffnet. Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich auch kaum noch Lust, mich damit groß zu beschäftigen. Ich hoffe, dass man sich irgendwie in die Winterpause rettet und von Leverkusen nicht vorgeführt wird. Dann geht es darum, die lecke Defensive wieder zu flicken. Ob das nun die Rückkehr von Sebastian Prödl ist oder eventuell ein oder zwei neue Spieler in der Winterpause: mir ist es gleich. Vielleicht rührt die zunehmende Angst vor dem Abstieg auch daher, dass in Bremen die Rückrunde in den letzten Jahren für immer neue Negativrekorde gesorgt hat. Zumal der Punkt der „Entwicklung“ in den Plänen von Dutt und Eichin ja immer ein zentraler Aspekt war. Und gerade diese Entwicklung ist zuletzt nicht mehr dagewesen.

So langsam befällt mich eine Mischung aus Angst und gleichzeitig auch Fatalismus. Und wenn ich ehrlich bin, gefällt mir das ganz und gar nicht. Früher habe ich immer mit einem milden Lächeln auf die Fans von Mannschaften geguckt, die im Abstiegskampf stecken, auf die fehlende Geduld und den – im Laufe der Saison – zunehmend schrilleren Ton. Jetzt sitze ich hier und im Bremer Umfeld überwiegt die gleiche Mischung aus Panik, Resignation und Ratlosigkeit. Da wird Dutts Kopf gefordert, Eichin als Blender hingestellt und Lemke möge doch endlich die Schatulle mit dem Geld öffnen, damit wir uns Spieler kaufen können, die uns sofort weiterhelfen. Ist noch ein Investor frei? Hauptsache irgendein Prinz kommt auf seinem Schimmel angeritten und hilft uns. Die Maximierung des Prinzips Hoffnung: das jemand unsere größten Wünsche erfüllt. Passend zur Vorweihnachtszeit.

Lebenslang Grün-Weiß!