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Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Das bittere Aus im Pokal gegen die Bayern war schmerzhaft, aber es gibt viel Positives mitzunehmen aus der Partie. Gerade die Tatsache, dass die Mannschaft sich zahlreiche Gelegenheiten erspielt hat, ist so ein Positivum. Natürlich hätten Arnautovic und Prödl auch mal eine der Chancen machen können (bzw. der Weiner mal nicht dieses Phantomfoul von Prödl an Badstuber pfeifen sollen), aber immerhin hatten wir diese Chancen und gerade die Dinger von Arno waren teils sehr gut herausgespielt. Auch defensiv war das sicherer als so manches Mal in dieser Saison. Beim 1:1 macht Wesley auf außen die Winkerkrabbe und verpennt es, aufzurücken und das 1:2 ist so ein Sonntagsschuß, wie er nicht alle Tage vorkommt. Und Schaaf hatte nach der Partie recht, als er feststellte, dass man sich selber geschlagen habe. Wir haben nicht gegen einen deutlich besseren Gegner einen aufs Dach bekommen, sondern es versäumt, die Klasse-Chancen, die wir hatten, zu nutzen. Ob die Niederlage damit nun unverdient ist, sei einmal dahingestellt, denn für eine verdiente Niederlage gibt es genauso wenig Punkte wie für eine unverdiente bzw. in diesem Fall scheidet man im Pokal aus.

Was auch gefällt, ist die Tatsache, dass sich allmählich eine Formation und das dazugehörige Personal herauskristallisieren. Am Dienstag spielte Werder mit einem 4-2-3-1 mit Pizarro als Sturmspitze, Arno links und Marin rechts im Mittelfeld, während Wesley die zentrale Position besetzte. Hunt kann eine der Positionen übernehmen, wenn Bedarf ist und Wesley kann eine der beiden 6er-Positionen einnehmen. Solange alle fit und gesund sind, ist Almeida der Verlierer in diesem System. Trotz seiner bisher fünf Saisontreffer, scheint Schaaf lieber auf Pizarro zu setzen, wenn dieser fit ist. Man darf gespannt sein, wie sich das langfristig auf die Vertragsverhandlungen mit dem Portugiesen auswirkt.

Mit einem Dreier im Spiel morgen gegen die Clubberer können die Bremer noch weiter nach vorne marschieren. Platz drei ist derzeit nur zwei Punkte entfernt und das ist angesichts der bisher mauen Saison beachtlich. Das zeigt, dasss diese Saison viele Teams ihren eigenen Ansprüchen hinterherlaufen (Bayern, Schalke, Wolfsburg). Letzte Saison gab es zu Hause einen 3:2-Sieg gegen Nürnberg, bei dem das „Highlight“ die Rote Karte gegen Torsten Frings war, die es für rein gar nichts gab. Ich erwarte einen unangenehmen Gegner, der diszipliniert spielen wird und immer wieder Nadelstiche per Konter setzt. Da heißt es, Geduld zu wahren und die Nürnberger nicht zu viele Räume für Konter zu geben.

Forza SVW!

Heute abend gilt es!

Die nächsten beiden Spiele in der CL-Gruppenphase gegen Twente werden entscheidend für den weiteren Fortgang der Saison auf europäischer Bühne sein. Dabei sehe ich es ähnlich wie Lars im Werderblog: ich will gar keine Rechenspiele anfangen, sondern 6 Punkte aus den beiden Partien. Das wird schon schwierig genug, denn a) ist Werder offenkundig nicht in allerbester Verfassung und b) konnte der ruhmreiche SVW bisher keine der 6 Partien in Holland gewinnen, die man im Laufe der Jahre schon bestreiten musste. Wird Zeit, dass die Serie reißt.

Ich bin gespannt auf die Aufstellung von Werder. Zwei Stürmer oder doch lieber einer? Ich würde ja lieber zwei Stürmer sehen, doch glaube ich, dass Schaaf eher ein 4-2-3-1 spielen lässt. Bleibt dann die Frage, wer ganz vorne ran darf. Übrigens kann ich schonmal den Live-Blog bei Tobias drüben empfehlen, wenn ich es schaffe, hänge ich da nachher auch ab. 🙂

Daher: Forza SVW!!

Özil-Mania

Nennt mich einen ollen Neidhammel oder eine beleidigte Leberwurst, aber langsam geht mir der Özil-Hype mächtig auf die Nüsse. Neulich bin ich mal wieder rüber zu bild.de, um mich über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Nazi-Alien-Ufos zu informieren. Da stolperte ich dann über eine Eloge über einen Zauberpass von Özil im letzten Spiel von Real Madrid gegen Malaga. In Erwartung eines genialen Hackentricks, eines No-Look-Passes oder einer passgenauen Flanke über mindestens 60 Meter, schaute ich mir das dazugehörige Video an. Den Assist kann man in der Kurzversion auch hier anschauen. Sehen kann man hier, wie sich Özil in den gegnerischen Strafraum wieselt, und dann den Ball querlegt auf C. Ronaldo, der aus ca. 10m locker einnetzt. Ein guter Ableger auf den besser postierten Mann, der aber keinesfalls das Prädikat „Zauber-Vorlage“ verdient. Selbst C. Ronaldo ist ganz wuschig ob der Pass-Künste seines neuen Mannschaftskollegen.

Davor war mir das schon im Länderspiel Deutschland – Türkei aufgefallen. Die Namen Özil, Khedira und Real Madrid wurden von Réthy immer wieder ins Mikrofon gehaucht und man konnte förmlich merken, wie ihn ein wohliger Schauer durchfuhr. Jeder Aktion war Weltklasse, jeder gewonnene Zweikampf von Khedira ein brillianter Einsatz des Neu-Madrilenen und jedem Pass von Mesut haftete der Ruch des „weißen Ballets“ an. Alles wird nur noch überhöht, seitdem beide für den vermeintlich größten, besten und schönsten Club dieses unseren Planeten kicken. Dabei machte Özil in meinen Augen ein gutes und ordentliches Spiel, war aber weit davon entfernt, völlig überragend zu sein. Zudem habe ich nichts gesehen, was man nicht auch bei Werder hätte beobachten können, wo er statt C. Ronaldo und Higuain eben Hunt oder Pizarro in Szene setzte. Doch damals war das hysterische Geschreie nicht zu hören.

Die Euphorie kennt scheinbar keine Grenzen, jede gelungene Aktion wird zum Ausdruck der Weltklasse hochgejazzt. Der Wechsel zweier Nationalspieler zu den Königlichen und die Tatsache, dass diese hier sogar einen gewichtigen Part spielen dürfen (anders als Christoph „Lazarett“ Metzelder) führt zu einer nie gekannten Unterwürfigkeit der Sportjournalisten, die nun jeden Pups zu einer Sinfonie hochsterilisieren. Endlich sind deutsche Spieler wieder Leistungsträger bei einem Verein von Weltformat, diese Botschaft schwingt immer wieder mit. Wie lange mussten wir denn auch warten? Lang sind sie her, die Zeiten von Brehme, Klinsi und Loddar, die dereinst die Geschicke von Inter lenkten. Und nun „Hail to the kings“, werte Leser! Ich bin dann auch wieder ruhig mit meinem dauernden Gemecker!

Sieg im Nordderby

Gestern abend kam es zum Nordderby zwischen Werder Bremen und dem HSV. Beide Mannschaften waren vor dem Spiel nicht unbedingt mit breiter Brust ausgestattet. Bremen hatte die beiden vorherigen Spiele gegen Mainz und Hannover verloren und der HSV 3 sieglose Spiele hinter sich. Das Spiel war vom Verlauf her eher kurios. Der HSV hatte zu Beginn mehr vom Spiel, war aber nicht wirklich gefährlich, bis van Nistelrooy in der 21. den Ball am Gehäuse vorbeispitzelte. In der 25. Minute dann fälscht Demel eine Hereingabe von Marin unhaltbar zum 1:0 ab. Dem Tor vorausgegangen war ein schöner Konter über Prödl, Hunt und Pizarro, der den entscheidenden Ball auf Marin spielte. Nur dreieinhalb Minuten später schlägt Hunt einen Freistoß aus dem Halbfeld in den Hamburger Strafraum und Almeida ist zur Stelle und markiert das 2:0. Die Tore kamen aus dem Nichts. Bremen stand zwar hinten sicherer als zuletzt, doch wirlich stark waren sie bis dato nicht gewesen.

Schaaf ließ das Team mit einer Art Raute spielen. Frings vor der Abwehr und nominell Wesley und Marin auf den Halbpositionen sowie Hunt hinter den Spitzen. Im Spiel selbst rochierten alle bis auf Frings munter durcheinander, ohne jedoch wirklich Zug nach vorne entwickeln zu können. Nachdem die Mannschaft das 2:0 mit in die Kabine nahm, spielte sie in der zweiten Halbzeit viel zu verhalten. Hamburg kam besser ins Spiel, ohne jedoch allzu viele Torchancen zu bekommen. In der 59. macht van Nistelrooy das 2:1 mit der Hacke, nachdem ihm Pitroipa das Ding serviert. Nochmals dreieinhalb Minuten später macht Pitroipa das 2:2 mit einem satten Distanzschuß. Auch die Tore hatten sich nicht wirklich angedeutet. Daraufhin entwickelte sich noch ein munterer Schlagabtausch und in der 85. machte Almeida nach feinem Zuspiel von Wesley das 3:2. Am Ende ging der Puls wieder bedrohlich hoch, als Prödl sich ein-, zweimal übelst verschätzte und Merte eine Großchance von van Nistelrooy verhindern konnte.

Am Ende hat die Mannschaft wichtige drei Punkte einfahren können, ohne dabei wirklich geglänzt zu haben. Während es spielerisch immer noch an vielen Ecken haperte, zeigte das Team durchaus eine ansprechende Einstellung. Vor allem Frings, der sich unter der Woche mehrfach lauthals beschwert hatte, ließ seinen Worten auch Taten folgen und machte in meinen Augen eine sehr gute Partie. Lob gebührt auch Wesley, der im Mittelfeld viel unterwegs war und zeigte, dass er sich mehr und mehr zurecht findet. In der 42. Minute musste Fritz vom Platz und für ihn kam Bargfrede, die vakante Position des Rechtsverteidigers übernahm Wesley, der auch dort einen guten Job machte. Im Laufe des Spiels traute er sich dann auch mehr nach vorne und bereitete das 3:2 vor. Als letztes möchte ich Mertesacker hervorheben, der sich voll reinhängte und obwohl er manchmal noch etwas zörgerlich im Luftduell war, machte er eine starke Partie. Vor allem seine Rettungstat kurz vor Ende der Partie, als er sich in einen Schuß von van Nistelrooy warf, war sehr sehr wichtig.

Das Spiel gester war ein richtiger Schritt in die richtige Richtung, mehr aber nicht. Die Einstellung stimmte und das Team hat sich sichtlich bemüht. Knackpunkt war weiterhin das spielerische Element, so ging es nur selten schnell und konsequent nach vorne. Doch mit mehr Sicherheit wird auch das bald wieder kommen. Am Mittwoch muss das Team in Mailand gegen den CL-Titelverteidiger ran. Ein Spiel, in dem man sich auch viel Selbstvertrauen holen kann, wenn man es schafft, halbwegs erfolgreich abzuschneiden.

Auftakt in die Champions League

Heute stieg im Weserstadion das Auftaktspiel zur Champions League gegen Tottenham Hotspur. Dabei zeigte Bremen wie schon so häufig in letzter Zeit seine zwei Gesichter. Zu Beginn setzte Schaaf auf die Raute, wobei vorne Arnautovic und Almeida spielten und Marin die Position dahinter bekleidete. Dies sollte sich jedoch als Fehler herausstellen. Arnautovic ließ sich meist nach rechts fallen, während Marin immer wieder auf die linke Seite auswich, so dass Almeida im Sturm auf sich allein gestellt war und keine Möglichkeit hatte, die Bälle auf den Sturmpartner, bzw. den aufrückenden 10er aufzulegen. So kam auch über weite Strecken der ersten Halbzeit kein vernünftiges Angriffsspiel zustande.

Auch hinten war das alles andere als erbaulich. Tottenham konnte schalten und walten, wie es wollte, vor allem Gareth Bale im rechten Mittelfeld war nicht zu halten. Beim 1:0 der Londoner kann der lange Ball auf Bale im Mittelfeld nicht verhindert werden, Fritz lässt sich überrennen und Crouch entwischt Pasanen in der Mitte. Pasanen ist es dann, der den Ball über die Linie schiebt, als er versucht, vor dem einschussbereiten Crouch zu klären. Das Gegentor in der zwölften Minute bringt die Mannschaft noch mehr aus dem Takt. In der 18. Minute sieht Fritz wieder nicht gut aus, als van der Vaart vom linken Flügel aus flanken darf und Crouch in der Mitte sich mit Leichtigkeit im Kopfballduell gegen Pasanen durchsetzen kann.

In der 37. Minute reagiert Schaaf dann und nimmt Bargfrede runter und bringt dafür Aaron Hunt. Dafür rutschte Marin auf den linken Flügel und von Raute wurde auf ein 4-2-3-1 umgestellt. In der 43. konnte Almeida eine Halbfeld-Flanke von Wesley zum leicht überraschenden 1:2 einköpfen. Nach der Halbzeit erzielte Marin in der 47. Minute das 2:2. Danach hatte Bremen noch einige Chancen und war die bessere Mannschaft. Man konnte sehen, dass die Umstellung von Schaaf Wirkung zeigte, dass sich Marin auf dem Flügel wesentlich wohler fühlt als auf der Position hinter den Spitzen, wo er mit der Spielorganisation betraut ist. Ich hoffe, dass Schaaf seine Lehren daraus gezogen hat und die „Marin als 10er“-Experimente hiermit Geschichte sind.

Am Ende bleibt ein fader Nachgeschmack im Anschluss an das Spiel. Zum einen beweist die Mannschaft wieder die viel gerühmte Moral. Auf der anderen Seite verpennt sie die ersten knapp 40 Minuten und bringt sich damit um ein besseres Ergebnis und letztlich auch um eine bessere Ausgangslage in Gruppe A. Diese Janusköpfigkeit des Teams treibt einen an den Rand des Wahnsinns und manchmal kann ich auf die Aufholjagden verzichten und würde mir auch mal ein langweiliges 1:0 angucken. Aber das bleibt wohl Wunschdenken.

Im anderen Spiel der Gruppe trennten sich Twente Enschede und Inter Mailand ebenfalls 2:2.

shadiego – Road to Champions League

shadiego ist vielleicht dem einen oder anderen ein Begriff. Wer ihn noch nicht kennt, dem sei nur soviel gesagt: der Mann macht absolut geile Videos rund um Werder Bremen. Man sollte sich mal die Zeit nehmen, sich die Videos in seinem Youtube-Kanal reinzupfeifen. Der Mann hat es drauf. Heute ist ein weiteres Video erschienen, welches sich den Playoff-Spielen gegen Sampdoria Genua annimmt. Daher genug Gerede und viel Spaß mit dem neuesten Streich von shadiego (Video lässt sich derzeit nur in der Artikelansicht sehen *sigh*):