Papierkugel Blog

Jump to content.

Papierkugel Abo

Facebook Fanbox

Tweets

Rollercoaster

In der Aufarbeitung des Spiels von gestern stelle ich das Positive mal vorne an: Zunächst einmal hat das Spiel für den Abstiegskampf keine Auswirkungen und der Abstand auf die Relegationsplätze beträgt weiterhin sechs Punkte. Dann sollte man Mainz dankbar sein, uns nur drei Dinger eingeschenkt zu haben, es hätte auch 0:6 ausgehen können und wir hätten uns darüber nicht beschweren können. Nils Petersen – zuletzt auch von mir Rumpelfuß tituliert – kann auch technisch anspruchsvoll. Keiner der Spieler hat sich verletzt. Und abschließend sei noch der von allen Seiten gelobte Support durch die Auswärtsfans erwähnt. Wenn die Spieler sich im Spiel nur halb so sehr ins Zeug gelegt hätten, wie die Auswärtsfahrer, wäre es vielleicht ein spannendes Spiel geworden.

Diese Saison ist wahrlich eine Achterbahnfahrt für die Grün-Weißen. Gegen Hannover konnt man einen wichtigen Sieg einfahren und hat dabei richtig guten Fußball gezeigt. Gegen Schalke dominiert man den Tabellen-Dritten über weite Strecken des Spiels und ärgert sich am Ende sogar darüber, “nur” einen Punkt geholt zu haben. Im letzten Grün-Weiß Stammtisch hatten Andreas und ich versucht, die neue spielerische Leichtigkeit einzuordnen. Woher kommt auf einmal die Fähigkeit, auch spielerisch zu überzeugen und gegen ein Top-Team der Liga den bisher Auftritt der Saison hinzulegen? Ist es der geringere Druck im Abstiegskampf oder hat es im Team einfach “Klick” gemacht? Bis gestern nachmittag war ich gespannt, ob und wie die Mannschaft sich in Mainz präsentieren würde.

Von Anfang an war nichts von dem zu sehen, was die Fans nach den vorherigen beiden Spielen so begeistert hatte, wie auch die Kollegen bei Hambourg est vert-blanc feststellen. Es fehlte jegliche Aggressivität in den Zweikämpfen, man ließ dem Gegner zu viel Raum und das Spiel nach vorne war nicht existent. Natürlich war es nicht unbedingt hilfreich, dass Petersen schon in der fünften Minute den Ball im eigenen Tor unterbringt oder man beim zweiten Tor Pech hat, dass ein Querschläger im Strafraum einem Mainzer vor die Füße fällt. Aber trotzdem darf man sich so nicht präsentieren. Mit dem 0:3 zur Halbzeit war man noch gut bedient, wenn man bedenkt, wie einfach Mainz teilweise durch die Bremer Reihen spazierte. Kein Spieler machte positiv auf sich aufmerksam, allenfalls Raphael Wolf erreichte am gestrigen nachmittag Normalform, war aber bei den Gegentoren machtlos. Mainz auf der anderen Seite war perfekt eingestellt: sie suchten und fanden die Lücken im Bremer Team, waren in den Zweikämpfen aggressiver und machten insgesamt einen deutlich wacheren Eindruck als Werder.

Es lagen nur 168 Stunden zwischen Himmel und Hölle, zwischen dem tollen Spiel gegen Schalke und der Leistungsverweigerung gegen Mainz. Das die Mannschaft nicht nach Mainz fahren und mit den 05ern kurzen Prozess machen würde, war mir im Vorwege des Spiels klar. Dennoch bin ich angesichts dieser zwei Gesichter einigermaßen sprachlos. Waren die Spiele gegen Hannover und Schalke doch nur ein Ausreißer nach oben oder das Spiel gestern ein Ausreißer nach unten? Ich bin da einigermaßen ratlos. Was ich jedoch nicht teile, ist die Vermutung, dass die Mannschaft sich nach den beiden vorherigen Spielen zu sicher war und dachte, sie könnte es irgendwie locker angehen. Dazu gab es eigentlich keine Veranlassung, denn zum einen war/ist das Thema Abstiegskampf immer noch akut (auch wenn der Abstieg relativ unwahrscheinlich ist) und zum anderen kann ich mir auch kaum vorstellen, dass man sich nach zwei guten Spielen schon zurücklehnt.

Glücklicherweise haben die anderen Mannschaften im Abstiegskampf für die Grün-Weißen gespielt und so bleibt der Abstand auf den Relegationsplatz weiterhin bei sechs Punkten. Weiterhin bleibt ein Restrisiko im Hinblick auf den Abstiegskampf, aber mit jedem Spieltag, an dem der Abstand nicht geringer wird, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass wir am Ende noch runter gehen. Schade, dass man gegen Mainz Lichtjahre davon entfernt war, das Thema endgültig ad acta zu legen.

“Wir müssen eine Reaktion zeigen, allein schon wegen der ersten Halbzeit. Das sind wir uns und den Fans schuldig. Für die Leistung reicht es nicht, wenn wir uns nur entschuldigen, da müssen wir eine Reaktion zeigen.” – Zlatko Junuzovic nach dem Mainz-Spiel

Am kommenden Samstag gastiert die TSG Hoffenheim im Bremer Weserstadion, ein Spiel, welches auf einen oder mehr Punkte hoffen lässt. Dazu muss die Mannschaft aber die oben angekündigte Reaktion zeigen und sich in allen Belangen verbessern.

Lebenslang Grün-Weiß!

Abstandhalter

1:1 gegen den VfB Stuttgart, ein Ergebnis, mit dem man nach einigem Abstand zufrieden sein kann, wenn nicht sogar zufrieden sein muss. Man hat den Abstand auf Stuttgart halten können und wenn man das Spiel noch einmal Revue passieren lässt, so hätte es auch ganz anders ausgehen können.

Bremen trat mit der gleichen Mannschaft wie gegen Nürnberg an und Dutt setzte auf die Raute, die sich in den letzten Spielen bewährt hatte. Nach dem Rauswurf von Thomas Schneider übernahm in Huub Stevens ein guter alter Bekannter das Ruder in Stuttgart. Beide Mannschaften begannen relativ abwartend und waren vor allem darauf bedacht, aus einer sicheren Abwehr heraus zu agieren. Stuttgart zog sich bei Bremer Ballbesitz häufig weit zurück, stellte sich kompakt auf und machte die Räume eng, was dazu führte, dass sich Prödl und Lukimya mehrfach den Ball hin- und herschoben. Hatten die Stuttgarter den Ball, wirkte das Spiel der Gäste deutlich zielstrebiger und schlicht besser. Vor allem die rechte Angriffsseite machte sehr viel Druck und stellte Ignjovski vor ziemliche Probleme, vor allem, da er von Junuzovic oft nicht rechtzeitig unterstützt wurde.

In Phasen hatte man das Gefühl, beide Mannschaften würden hier mit ähnlicher Prämisse umeinander herumtänzeln: hinten dicht und vorne auf den Lucky Punch warten. Und es war nicht besonders erquicklich, sich das anzuschauen. Vor allen nicht auf der Nord-Tribüne mit all den ganzen Meckeropas und Aushilfs-Cholerikern um einen herum, die schon in der ersten Minute rumpöbeln. Nach dem 0:1 durch Niedermeier, welches aus einem Standard resultierte, drohte das Spiel zugunsten der Gäste zu kippen. Man konnte die Fragezeichen in den Gesichtern der Werder-Spieler förmlich greifen. Zudem leistete man sich defensiv einige Aussetzer, die von den Gästen zum Glück nicht ausgenutzt werden konnten. So bedurfte es eines abgefälschten Freistoßes von Aaron Hunt, um den Ausgleich zu erzielen und in der darauf anschließenden Druckphase der Bremer sogar die Hoffnung auf den Siegtreffer zu nähren.

Über die spielerische Qualität bzw. das Fehlen eben dieser wurde hier und auch an anderer Stelle schon häufiger eingegangen. Gegen Frankfurt war es die einstündige Übezahl und gegen den HSV und Nürnberg die Siege, welche ein bisschen darüber hinwegtrösten konnten. Natürlich gilt es nur, die Klasse zu halten und in Anbetracht dessen ist die Tatsache, dass wir in den letzten fünf Spielen nicht verloren und neun Punkte gesammelt haben, gibt nun wahrlich keinen Grund zur Klage. Aber es ist immer wieder ernüchternd, dass auch Mannschaften, die aktuell in der Tabelle deutlich hinter uns stehen, deutlich spielstärker sind als wir. Diese Saison wird sich daran nichts mehr ändern, allein schon, weil die Rückrunde gezeigt hat, dass mehr Offensive dann zu null Defensive führt. Aber ich hoffe, dass in der nächsten Spielzeit daran gearbeitet wird, dass wir nicht uns nicht mehr um den Titel “spielerisch schlechteste Mannschaft der Liga” kloppen dürfen.

Die Jungs vom Grünweiß-Stammtisch haben in der letzten Folge auch über den immer wahrscheinlicher werdenden Abschied von Aaron Hunt gesprochen. Anfang der Woche wurde Hunt mit Gladbach, Leverkusen, Besiktas Istanbul sowie Tottenham in Verbindung gebracht. Ich persönlich würde einen Abgang von Hunt sehr bedauern. Zum einen weil er in den letzten Jahren seinen Wert für die Mannschaft mehrfach unter Beweis gestellt hat. Gerade zuletzt war er an drei von vier Toren in den wichtigen Spielen gegen direkte Konkurrenten beteiligt. Zum anderen stammt er aus der eigenen Jugend, ist für mich (auch wenn einige das ganz anders sehen) eine wichtige Identifikationsfigur dieser Mannschaft. Ich kann seine Motivation nachvollziehen. Es ist unwahrscheinlich (außer bei einem mittelschweren Wunder), dass Bremen in naher Zukunft wieder europäisch spielen wird. Da können andere Vereine ihm deutlich mehr anbieten (vom Geld ganz zu schweigen). Und für Bremen ergibt sich durch das frei werdende Gehaltsbudget sowie eine andere spielerische Ausrichtung auch eine Chance zur Neu-Ausrichtung. Dennoch gebe ich die Hoffnung vorerst nicht auf, aber seine Aussage Anfang der Woche, die sinngemäß lautete: “Wenn Werder sofort eine Entscheidung haben möchte, können sie sie bekommen”, deutet schwer darauf hin, dass eigentlich alles klar ist. Wahrscheinlich hat man sich dazu entschieden, mit der Verkündung zu warten, bis die sportliche Situation sich deutlich entspannt hat.

Nächste Woche steht dann das vorerst letzte Spiel der “Wochen der Wahrheit” auf dem Programm. Werder wird beim SC Freiburg zu Gast sein. Ich denke, Freiburg wird die deutlich aktivere Mannschaft sein und sich weniger passiv verhalten, als dies Stuttgart zum Teil getan hat. Dies sollte uns deutlich besser liegen und mit der guten alten “Lucky Punch”-Taktik können wir dort ja vielleicht was mitnehmen.

Lebenslang Grün-Weiß!

Absetzbewegung

Nach dem 2:0 in Nürnberg weist die inoffizielle “Wochen der Wahrheit”-Statistik nach drei von fünf Spielen schon 3:0 Tore und sieben Punkte auf. Für mich persönlich wäre ich mit sieben bis neun Punkten nach diesem Pulk an Spielen gegen direkte Konkurrenten mehr als zufrieden gewesen. Mittlerweile haben wir wieder angenehme acht Punkte Abstand auf den Relegationsplatz und Werder ist wieder in deutlich ruhigeren Gewässern unterwegs.

Das Spiel

Wieder war es eine stabile Defensive, die den Grundstein für den Sieg legte, wie auch Tobias in seinem Blogbeitrag sehr ausführlich darlegt. So entstanden aus der deutlichen Feldüberlegenheit der Nürnberger (Ballbesitz 66% für Nürnberg; Passquote 76% Nürnberg, 63% Bremen) insgesamt nur vier Schüsse aufs Tor. Während ich das Spiel schaute, habe ich den 1. FCN deutlich gefährlicher wahrgenommen und war beim Blick auf die Statistik einigermaßen überrascht. Aber wir sind jetzt wieder in der Lage, dem Gegner das Spiel zu überlassen, ihn dorthin abzudrängen, wo wir ihn am liebsten haben wollen und die dann entstehenden Angriffe unbeschadet zu überstehen. So spielte Nürnberg viel über außen und agierte mit hohen Bällen, die ein gefundenes Fressen für uns waren. Und als Nürnberg in Halbzeit zwei deutlich stärker durch die Mitte kam, stellte Dutt von Raute auf zwei Sechser in einem 4-2-3-1 um und gab der Mannschaft damit – wie schon gegen den HSV – die nötige Stabilität.Wenn sich bei mir dann noch wieder mehr Vertrauen in unsere Abwehr einstellt, kann ich so ein Spiel auch deutlich entspannter genießen. ;)

Das eigene Angriffsspiel war relativ überschaubar und beide Tore fielen nach Ballgewinnen im Mittelfeld und mit ein bisschen Glück: Di Santo fällt der Abpraller von Hunts Distanzschuss vor die Füße und Pinola fälscht Bargfredes Schuss entscheidend ab. Aber manchmal muss man sein Glück auch entsprechend erzwingen. Was mir an Di Santo besonders gefällt ist die Tatsache, dass er auch in der Lage ist, sich selbst Chancen zu kreieren. Bei seinem Lattenschuss kann er die Verteidiger abschütteln und abziehen. Eine Eigenschaft, die Petersen (bei all seinen Qualitäten im Angriffspressing und seinem Einsatz) leider etwas abgeht und die aktuell sehr wichtig ist.

Vor einigen Spieltagen war die Stimmung bei mir ziemlich am Boden. Das hat sich durch die Serie doch deutlich entspannt. Ich bin weit davon entfernt, völlig euphorisch zu sein, aber mit drei bis vier Punkten in den nächsten beiden Spielen gegen Stuttgart und Freiburg könnte fast schon eine Vorentscheidung zugunsten des Klassenerhalts fallen. Dafür ist es natürlich notwendig, die kommenden Partien genauso anzugehen wie die letzten drei Spiele: mit Kampf, Defensive, Leidenschaft und dem einen oder anderen Lucky Punch.

Fair-Play?

Aaron Hunt sorgte nicht nur mit seinem sehenswerten Schuss vor dem 1:0 für Gesprächsstoff, sondern auch dadurch, dass er in der 75. Minute einen Elfmeterpfiff von Manuel Gräfe korrigierte, der ein Foul an Hunt im Nürnberger Strafraum gesehen hatte. So bemerkenswert die Geste ist, so sehr geht auch mir als Bremer der Hype darum ein bisschen zu weit, vor allem wenn dann gleich ein Fair-Play-Preis im Raum steht. Hunt selbst stellte die Situation so dar:

“Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, dass es eher eingefädelt war von mir. Ich wollte die Berührung haben, habe dann aber gemerkt, dass Pinola zurückgezogen hat. Ich habe dann ein bisschen mit mir gekämpft, so wollte ich hier nicht gewinnen, auch wenn Abstiegskampf ist.” (Quelle)

So schön die Geste ist, so sehr schließe ich mich da Burning an, dass es hier ja eigentlich um eine Schwalbe geht, die Hunt versucht hat und was er ja auch in seinen Aussagen bestätigt. Das gehört mittlerweile zum Repertoire eines Fußballers, aber die Tatsache, dass Hunt seinen versuchten Beschiss wieder korrigiert, muss man echt nicht für den Friedensnobelpreis vorschlagen.

Jubiläumssieger

Das 100. BuLi-Nordderby sorgte schon Vorfeld für reichlich medialen Wirbel. Trotz der für beide Seiten prekären sportlichen Lage gab es einen nicht unerheblichen Hype, von dem sich nicht wenige genervt zeigten. Mich hatte das ganze Bohei nicht so erreicht und man muss dann den Medien auch mal ihren Spaß lassen, auch wenn klar ist, dass der sportliche Wert des Spiels mit dem Hype nicht würde mithalten können. Was aber allemal hohen Unterhaltungswert hatte, war die beeindruckende Choreografie der Ostkurve vor dem Spiel, die selbst vor dem Fernseher absoluten Gänsehaut-Faktor hatte.

Unser Erfolgsrezept gegen den HSV waren hohe Bälle, Zweikämpfe und Leidenschaft: die Tugenden des Kick & Rush, wenn man so will. Ich war ja einigermaßen irritiert über die hohen Bälle in letzter Zeit, aber wenn man den Ausführungen von Tobi und der Spielverlagerung folgt, dann war es genau das richtige Rezept in diesem Spiel. Zum einen hielt man den Ball und Gegner weit weg vom eigenen Strafraum und zum anderen konnte man so sein eigenes Pressing besser zu Geltung bringen. Gepaart mit einer klugen und aggressiven Zweikampfführung konnte man in Halbzeit eins über weite Strecken die Hamburger unter Kontrolle halten. Ein dickes Sonderlob an dieser Stelle vor allem an die Adresse von Assani Lukimya, von dem ich eigentlich dachte, dass er sich nach dem Gladbach-Spiel aus der  Mannschaft katapultiert hatte. Aufgrund der Sperren von Caldirola und Kroos spielte er dann doch an der Seite von Prödl in der Innenverteidigung und machte einen hervorragenden Job. Vor allem Neu-Nationalspieler Lasogga wurde einer liebevollen Spezialbehandlung unterzogen und blieb dank Lukimyas Fürsorge nahezu unsichtbar.

Der Siegtreffer von Junuzovic war auch eine Folge eines langen Balls nach einem Prödl-Freistoß. Garcia köpft den zweiten Ball zu Hunt, der mit der Hacke zu Junu weiterleitet. Und natürlich war das genau so gewollt, verstehe auch nicht, warum man da noch diskutieren muss. Einzig Hakan “Ich fühlte mich von Werder verarscht” Calhanolgus Lattentreffer sorgte für einen kurzfristigen Schreckmoment. Darüber hinaus war auffällig, dass die Mannschaft viel aktiver war als zuletzt, auch selber darum bemüht war, das Spiel zu gestalten und nicht einfach in Passivität verharrte.

Dutt reagiert richtig

Nach der Halbzeit macht Hamburg deutlich mehr Druck und drängt die Bremer immer weiter hinten rein. Dabei kommen die Gäste vor allem über die Flügel zum Zuge und Bremen ist in der Phase nicht in der Lage, den Druck vom eigenen Strafraum weg zu halten. Doch Dutt reagiert und bringt nach fast 60 Minuten Selassie für Di Santo und löst die bis dahin praktizierte Raute zu Gunsten von zwei Viererketten im Mittelfeld auf. Dies gibt uns wieder die dringend benötigte defensive Stabilität zurück. Zwei Großchancen erspielt sich Bremen in Halbzeit zwei: einmal Junuzovic nach einem kapitalen Bock von Lasse Sobiech (der für den verletzten Rajkovic kam) und dann wieder Junuzovic, der jedoch hätte querlegen müssen. In Anbetracht des Sieges natürlich Jammern auf hohem Niveau.

Nach dem Sieg gegen Hamburg haben wir 25 Punkte auf dem Konto und angenehme sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Zudem war es schon das achte Spiel ohne Gegentor diese Saison. Doch das ist noch lange kein Grund für Selbstzufriedenheit und ich bin mir sicher, dass diese auch nicht einsetzen wird. Letztlich haben wir wichtige drei Punkte gegen den Abstieg geholt und das Jubiläumsderby gewonnen. Aber man hat auch gesehen, dass das 3:0 der Hamburger gegen den BVB eher ein Ausreißer nach oben war, als der Turning Point der Saison. Denn bis auf die Druckphase direkt nach Wiederanpfiff ließen sich die Hamburger den Schneid sehr leicht abkaufen. Aber das soll nicht unsere Sorge sein.

Things to come

Nächste Woche geht es auswärts gegen den 1. FC Nürnberg, der bisher in der Rückrunde gar nicht so schlecht unterwegs ist. Hier gilt es, genauso konsequent weiterzumachen, wie in den 90 Minuten gegen den HSV. Vier Punkte aus den ersten beiden Spielen in den “Wochen der Wahrheit” sind eine gute Ausbeute und das wissen auch die Mannschaft und die Verantwortlichen.

Mittlerweile habe ich auch das Gefühl, dass wir gegen Mannschaften unserer Kragenweite auch in der Lage sind, defensiv besser zu agieren. In der Rückrunde schon drei Spiele ohne Gegentor gegen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf. Es sind die kleinen Dinge, die einem diese Saison Freude bereiten und Mut machen (siehe auch Iggys Wiedergeburt als Rechtsverteidiger). Vielleicht ist es der Beginn einer kleinen Serie, wie Burning schrieb. Es wäre uns allen zu wünschen.

Lebenslang Grün-Weiß!

Punkt für Punkt

Ab dem nächsten Spieltag beginnen wohl die Wochen der Wahrheit. Fünf aufeinanderfolgende Spiele gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. Stand heute sind alle Gegner mindestens punktgleich (Frankfurt) oder liegen hinter uns. Nach diesen fünf Spieltagen sollte klarer sein, in welche Richtung es für den Rest der Hinrunde geht. Wir haben die Chance, wichtige Punkte zu sammeln und uns abzusetzen oder werden im schlimmsten Fall noch weiter in den Keller gezogen. Doch vorher stand noch die Partie gegen Gladbach an. Eine Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel, doch mit einem bisher erfolglosen Auftakt in die Rückrunde.

Flop

Burning Bush hat das Spiel unter dem Titel “Schizophrenie in Grün-Weiß” gut zusammengefasst. Die erste Halbzeit war ein Abziehbild all der Dinge, die einen als Fan in dieser Saison in den Wahnsinn treiben. Da wäre die unfassbare “Gabe” der Mannschaft, sich immer und immer wieder selbst in den Fuß zu schießen. Immer wieder werden wir Zeuge von individuellen Fehlern, wie sie einem Bundesligisten nicht unterlaufen dürfen. Diesmal leistet Lukimya in der sechsten Minute Entwicklungshilfe für die bisher punktlosen Gladbacher und serviert Raffael einen Ball aus dem Lehrbuch der Katastrophen-Fehlpässe. Das Geschenk nehmen die Gäste dankbar an und schon nach etwas mehr als 300 Sekunden ist der vorher ausgeheckte Plan für das Spiel schon ad absurdum geführt. Im Fußball gibt es die Kategorie der “Unforced errors” nicht, aber hier dürfte Bremen einen der Spitzenplätze belegen und für die DFB-Trainerausbildung ganze DVDs mit Anti-Lehrmaterial füllen.

Danach tut sich Bremen im Spielaufbau sehr schwer, ebenfalls ein Dauerbrenner dieser Saison. Man ist zwar bemüht, doch in der Regel werden lange Bälle aus der eigenen Hälfte oder Flanken aus dem Halbfeld bemüht. Trotz einer Doppelspitze mit Di Santo und Petersen versanden diese Versuche allzu oft und die wenigen Torchancen der ersten Halbzeit werden vom Zufall unterstützt. Nur einmal brandet in den ersten 45 Minuten Applaus durch das Weserstadion, als Lukimya nach gerade einmal 27 Minuten vom Platz geholt wird. Ich habe vollstes Verständnis für die Maßnahme und Lukimya in der Vergangenheit schon oft kritisiert, aber er tat mir in dem Moment leid. Felix Kroos durfte sich nun neben Prödl in der Innenverteidigung austoben. Das wir am Ende nur mit einem 0:1 in die Kabine gehen, ist vor allem der Gladbacher Unfähigkeit geschuldet, die Konterchancen sauber auszuspielen. Über ein 0:3 hätte man sich zu diesem Zeitpunkt wahrlich nicht beschweren können.

Top

Was dann nach der Halbzeit passiert, sorgt einerseits für Genugtuung und Optimismus, lässt mich andererseits auch fragen “Warum nicht gleich so?”. Die Mannschaft kommt mit viel mehr Dampf aus der Kabine, ergreift die Initiative im Spiel und kann sichtlich überraschte Borussen in der eigenen Hälfte festsetzen. Immer wieder kommt man nun auch spielerisch zum Zuge und erspielt sich endlich mal gute Gelegenheiten. Ob es eine gepfefferte Ansprache von Dutt war oder eine Palette Energy Drinks für alle: es wirkte. Bis zur 56. Minute konnte man vier gute Torgelegenheiten herausspielen. Die Mannschaft hat also doch so etwas wie Spielkultur auf Lager, man muss es nur aus der Truppe herauskitzeln. Gladbach blieb auch weiterhin nach Kontern gefährlich, doch entweder wurden diese wieder nicht konsequent zu Ende gespielt oder Wolf konnte die Gelegenheiten entschärfen.

Am Ende wurde Ludovic Obraniak seiner Rolle als Erlöser gerecht und mit einem sehenswerten Freistoß in der 88. Minute sicherte er uns einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf. Fast hätte man sich diesen Punkt nehmen lassen, denn Gladbach kommt vom Anstoßpunkt weg direkt zu einer richtig guten Gelegenheit, die Wolf vereiteln kann. Es wäre die Essenz dieser Saison in nicht einmal 60 Sekunden gewesen.

Ich hoffe, die Mannschaft kann den Kampf und Willen aus Halbzeit zwei in die nächsten Spiele mitnehmen und wenigstens vorerst darauf verzichten, sich selbst ein Bein zu stellen. Man kann einige positive Dinge aus der Partie mitnehmen, es ist an der Mannschaft, diese Eindrücke zu bestätigen. Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass dies wohl das vorerst letzte Spiel von Lukimya gewesen sein dürfte und Felix Kroos sich durch seine gute Leistung(bis auf ein, zwei Schnitzer) als Innenverteidiger Nummer drei etabliert haben dürfte.

Lebenslang Grün-Weiß!

 

Suboptimal

Bevor ich mich zum heutigen Spiel äußere, will ich an dieser Stelle noch ein wenig ausholen. Ist ja auch schon ein Weilchen her, dass ich hier was geschrieben habe. Der 1:0-Sieg über Bayer Leverkusen war ein guter Schlusspunkt für eine durchwachsene Hinrunde. Die Rückkehr zu einer defensiven Grundeinstellung und Taktik bescherte Werder ein überraschendes Weihnachtsgeschenk. Mit diesem Rückenwind ging es in die Winterpause und das damit verbundene Trainingslager Anfang Januar. Die Aufgabenstellung dabei war klar: Stärkung der Defensive und Grundlagen. Das mit den Grundlagen stammt aus einem Artikel des Weser-Kuriers, in dem sich Sebastian Prödl und Nils Petersen zur Lage äußerten. Nun war es ja in vielen Spielen offensichtlich, dass der Mannschaft gewisse Grundlagen abgehen, aber ich fand und finde es immer noch bemerkenswert, dass sich die Spieler dahingehend geäußert haben. Zumal sich daraus auch die Frage ergibt, was in den letzten Jahren passiert ist, wenn nun so ein Nachholbedarf in grundlegenden Bereichen besteht. Immerhin wurde mal nix von Europa gefaselt, was ja auch ganz wohltuend ist. Die beiden Freundschaftsspiele in Jerez habe ich nicht verfolgt, die Ergebnisse habe ich beiläufig zur Kenntnis genommen. Seit Jahren gilt für mich bei Testspielen das Motto: “Bloß nix hochsterilisieren!”.

Neue Impulse

Das Thema Verstärkungen ließ lange auf sich warten und zum Ende der Transferperiode standen zwei neue Spieler fest: zum einen Fin Bartels vom FC St. Pauli, der im kommenden Sommer an die Weser wechselt. Sicherlich ein guter Transfer für die Breite des Kaders. Ich habe ein paar Spiele des FCSP diese Saison gesehen und obwohl er mir dabei gut gefiel, fand ich ihn keineswegs überragend. Aber wahrscheinlich habe ich einfach nur die falschen Spiele gesehen, denn viele sind von seinen Leistungen diese Saison sehr angetan und seine Zahlen sind durchaus gut. Der zweite Neuzugang wechselte sogar noch in dieser Transferperiode zum SVW. Ludovic Obraniak kommt vom FC Girondins de Bordeaux nach Bremen. Bordeaux, da war doch was? Richtig, der Club, bei dem Johan Micoud damals groß raus kam und nach seiner Zeit bei Werder seine Karriere beendete. Und offensichtlich konnte Le Chef dem Ludovic das Leben in Grün-Weiß einigermaßen schmackhaft machen. Obraniak ist polnischer Nationalspieler und im offensiven Mittelfeld zu Hause. Im Gegensatz zu Bartels sehe ich Obraniak eine Verstärkung in der Spitze und nicht in der Breite. Er könnte für Hunt der dringend benötigte Spielgefährte sein, der ihm hilft, dem Spiel nach vorne eine Struktur zu geben. Darüber hinaus ist es natürlich auch ein Signal an Hunt, dass man durchaus gewillt ist, namhafte Spieler zu holen und das Team zu verstärken.

Zurück in die Zukunft

Das Spiel gegen Braunschweig habe ich nicht gesehen, ich weilte auf Rügen im Urlaub. Nach dem Trainingslager war klar, dass dort kein Feuerwerk abgebrannt werden würde, aber es bleibt die Frage, ob ein 0:0 gegen den Tabellenletzten nicht viel zu wenig ist. Ja, Braunschweig ist keine Laufkundschaft, aber auf der anderen Seite muss man die Punkte mitnehmen, gerade im Abstiegskampf und gerade in einem Heimspiel.

Gestern dann das Auswärtsspiel in Augsburg. Auch mit einigen Stunden Abstand habe ich das Gesehene noch nicht wirklich verdaut. Es war auf allen Ebenen grausam anzuschauen. Es war klar, dass es ein schwieriges Spiel werden würde, denn schon im Hinspiel war Augsburg die bessere Mannschaft und Bremen konnte sich glücklich schätzen, die drei Punkte eingefahren zu haben. Und eigentlich erwischte man einen Traumstart in das Spiel als Callsen-Bracker in der dritten Spielminute eine Bremer Ecke in das eigene Tor lenkte. Das hätte der Mannschaft Selbstvertrauen geben können, doch das Gegenteil war der Fall: Abspielfehler, technische Unzulänglichkeiten und viele Fouls tief in der eigenen Hälfte bauten den Gegner ganz schnell wieder auf. Schon in Minute 11 konnte der FCA nach einem abgefäschten Freistoß den Ausgleich feiern (Fun Fact: nur wenige Minuten vorher hat Augsburg die gleiche Freistoß-Variante an den Pfosten geschossen. Lerneffekt bei Versuch Nummer zwei: null). Danach waren die Augsburger endgültig Herr im eigenen Stadion und mehr als erstauntes Zuschauen hatte Bremen nicht zu bieten. Das defensive Mittelfeld bekam keinen Zugriff auf den Augsburger Aufbau und wenn man in Ballbesitz war, wurde der Ball schnell wieder hergegeben. Garcia hatte vor allem mit André Hahn seine Probleme, wurde aber von den Außen im Mittelfeld auch kaum defensiv unterstützt, obwohl Dutt vor dem Spiel die Gefährlichkeit des Augsburger Flügelspiels hervorhob.

Darüber hinaus fiel Garcia in diesem Spiel wieder einmal durch sein stürmisches Vorgehen auf. Nachdem er nach ca. 15 Minuten die erste gelbe Karte kassiert hatte, ging er in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit im gegnerischen Strafraum mit gestrecktem Bein in den Zweikampf. Zwar zieht er zurück und trifft Ostrzolek nicht, aber er nimmt durch sein Einsteigen eine Verletzung in Kauf und sieht zurecht die zweite gelbe Karte. Auch wenn die Schauspieleinlage des Augsburgers unwürdig ist, darf Garcia da nicht so hingehen. Sein Verhalten nach Gelb-Rot lässt zudem befürchten, dass Schiri Dingert noch ein paar Sachen im Spielberichtsbogen notiert haben könnte. Ich bleibe bei meiner Einschätzung aus dem Schalke-Spiel: Garcia tanzt auf der Rasierklinge und mit solchen Aktionen schadet er der Mannschaft. Dingert hätte auch schon nach 23 Minuten die zweite gelbe Karte zeigen können. So sympathisch der Argentinier ist und die Herzen der Fans erobern konnte, aber sein Temperament schadet zu oft der eigenen Mannschaft. Natürlich muss sich Dutt hier die Frage gefallen lassen, warum er Garcia nicht auswechselt. Gerade nach der Aktion in Minute 23, einem harten Einsteigen gegen Hahn mit Armeinsatz, hätte dem Trainer klar sein müssen, dass Garcia ein Risiko darstellt. In Halbzeit zwei sorgt erst ein Aussetzer von Selassie für das 1:2 und am Ende sehen sowohl Wolf als auch Schmitz beim 1:3 mehr als unglücklich aus. Und beim 1:3 konnte man dann vielleicht ein kleines bisschen verstehen, warum Dutt Garcia so lange wie möglich hat spielen lassen.

58% Passquote (FCA: 84%), 29% Ballbesitz und 138 angekommene Pässe in 90 Minuten. Zum Vergleich: der FCA brachte 530 Pässe an den Mann.  So deutlich die Zahlen aussehen, so deutlich fühlte sich das Spiel auch an. Augsburg war in allen Belangen überlegen und Bremen nicht in der Lage, den Gegner wirklich in Bedrängnis zu bringen. In der Hinrunde konnte man glückliche sechs Punkte in den ersten beiden Partien einfahren und nun ist es nur noch einer. Dabei ist es nicht die Niederlage an sich, die so schmerzt, sondern die Art und Weise. Die Ratlosigkeit, mit der über weite Strecken agiert wurde. Auf der einen Seite eine Mannschaft mit einem Konzept, dass beherzigt und befolgt wird, auf der anderen Seite ein kopfloser und verunsicherter Haufen, der sich selbst durch Fehler, Fouls und Undiszipliniertheiten in Bedrängnis bringt. Und anders als bei Facebook direkt nach Spielschluss von Werder dargestellt, lag es nicht nur an der Unterzahl in der zweiten Halbzeit, dass man sich Augsburg geschlagen geben musste.

Fragestunde

Der Auftritt gestern hat mich einigermaßen ratlos zurück gelassen. Ich frage mich, woran in der Winterpause gearbeitet wurde. Der Fokus soll auf die Defensive gelegt werden, aber wenn man sich so präsentiert, wie es gestern der Fall ist und trotz einer defensiven Einstellung drei Gegentore kassiert, wird mir für die kommenden 15 Spiele Angst und Bange. Vor allem ist im Vergleich zu den ersten Spielen der Hinrunde keinerlei Entwicklung erkennbar. Eine Idee für das eigene Spiel nach vorne ist nicht erkennbar. Einfach nur Tore verhindern und darauf hoffen, irgendwie ein Tor selbst zu erzielen, wird auf Dauer nicht reichen. Das ist vielleicht eine geeignete Herangehensweise gegen eine Top-Mannschaft wie Bayer Leverkusen, aber nicht gegen Mannschaften wie Braunschweig und Augsburg. Gerade Augsburg zeigt, wie man mit einer klaren Spielidee zum Erfolg kommt. Ich frage mich ernsthaft, gegen wen man in der Rückrunde jetzt die nötigen Punkte holen will, die uns vor dem Abstieg bewahren sollen. Einzig an einen Sieg im 100. Nordderby mag ich glauben, in diesem Fest des Anti-Fußballs.

Eigentlich wollte ich Dutt die komplette Saison Zeit geben, aber langsam werde ich nervös. Ja, ich weiß: es war von vorne herein klar, dass es ein langer Prozess sein würde, der auch Rückschläge beinhaltet. Ich erwarte auch keinen Zauberfußball und bin auch für kleine Schritte dankbar, aber auch die zu erkennen, fällt mir aktuell schwer. Ist Dutt derjenige, der diese Mannschaft wieder in die Spur bringen kann? Oder ist die Mannschaft einfach zu schlecht für die Bundesliga? Warum sehen wir seit Jahren und nun unter einem anderen Trainer die ewig gleichen Fehler? Ich weiß es nicht, aber ich habe zunehmend das dumpfe Gefühl, dass Dutt vielleicht nicht der Richtige ist. Die Frage, die sich daraus naturgemäß ergibt, lautet: Wer soll es dann machen? Auch hier kann ich allenfalls mit Achselzucken dienen.

Das Spiel gestern hat noch einige eher kleine Fragen bei mir aufgeworfen: Warum kommt ein Yildirim nicht zum Zug? Im Sommer hat man seinen Vertrag noch mit großen Worten verlängert, aber in letzter Zeit spielt er keine Rolle. Stattdessen spielt Di Santo auf einer fremden Position und auch Elia kann sich schwache Auftritte erlauben, ohne dass er mal ausgewechselt wird. Ist Yildirim zu schlecht? Trainiert er nicht gut? Hat er aufgemuckt?

Bargfrede spielt gegen Braunschweig im defensiven Mittelfeld und macht ein gutes Spiel, gegen Augsburg kommt Makiadi von einer Verletzung zurück und ist sofort in der Startelf, obwohl seine Leistungen auch nicht so überragend waren, dass er automatisch gesetzt sein sollte. Auf vielen Positionen stellt sich die Mannschaft mangels Alternativen von alleine auf, aber im Mittelfeld sind für alle Positionen Alternativen verfügbar, die irgendwie nicht ausgenutzt werden. Ich fordere ja nicht, einen Spieler sofort nach einer schlechten Partie auf die Bank zu verbannen, aber macht es nicht Sinn, einem Spieler auch mal eine Pause zu geben? Ihn so auch zu motivieren, sich voll reinzuhängen? Konkurrenz kann auch dazu dienen, dass jeder an sein Limit geht und das Beste aus sich herausholt. Und was ist in dem Zusammenhang mit dem Thema “Junge Wilde”? Wo bleiben genannter Yildirim, Kobylanski und Co.? Es sind Fragen eines Außenstehenden, da ich nicht jedes Training verfolge und natürlich auch nicht Dutts Gedankengänge kenne, aber von der reinen Außenperspektive aus betrachtet wirken die Entscheidungen teilweise schwer nachvollziehbar.

Vor allem aber mache ich mir Sorgen um meinen Verein. Die Mannschaft entwickelt sich nicht und die von Dutt angekündigten harten Worte wirken schon wie die Rhetorik einer Ratlosen. Wie oft haben wir in den vergangenen Jahren nach peinlichen Auftritten gehört, jetzt werde mal Tacheles geredet und mit Konsequenzen gedroht. Ich hoffe, dass es nicht wieder die üblichen Worthülsen sind. Ich will nicht, dass unser Anspruch diese Saison darin besteht, dass drei Vereine am 34. Spieltag schlechter sind als Werder.  Das ist mir zu passiv und zu sehr Prinzip “Hoffnung”, aber viel mehr bleibt nach dem Spiel in Augsburg vorerst nicht.

Lebenslang Grün-Weiß!

Nächste Seite »